Mittwoch, 21. Februar 2007

Spiegel.de versteht Werbelinks als Service-Angebote für den Leser

Wieviel muss man eigentlich zahlen, um bei Spiegel.de einen Werbelink im redaktionellen Angebot zu bekommen?

Nichts anderes als Werbelinks sind doch die Angebote unter der Rubrik "Service" (Screenshot siehe unten) bei Spiegel.de. Ich lese da jedenfalls nirgends den Hinweis, dass es sich bei den Links um bezahlte Werbelinks handelt. Viele der Links führen zwar zu teilweise kostenpflichtigen Angeboten vom Spiegel, aber zumindest der Link zu Libri.de (als "Hörbuch-Downloads" im Spiegel-Service versteckt) erscheint mir tatsächlich als reiner Werbelink zu einem externen Angebot. Spiegel.de halt. Äußerst vertrauenswürdig halt. Vielleicht ist aber dieser eine ganz offensichtliche Werbelink zu Libri.de auch ein versteckter Hinweis, dass die anderen dort verlinkten Service-Angebote wie zum Beispiel zum Krankenversicherungs-Check oder zum Bankenvergleich inhaltlich eventuell auch nicht ganz koscher, sprich neutral, sind?

Screenshot von der Website "Spiegel.de":
Screenshot von Spiegel.de mit den verlinkten Service-Angeboten

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Freitag, 16. Februar 2007

Warnung: Politik gegen "Killerspiele" erzeugt Aggressionen

Bayern will die Verbreitung von Schund gesetzlich einschränken. Mit Schund sind bestimmte Computerspiele und Videofilme gemeint: Weiter Krach um Killerspiele (TAZ.de).

Außerdem behaupten die bayerischen Regierungspolitiker, die Amokläufe von Jugendlichen seien in signifikanter Weise von "Killerspielen" verursacht worden.

Erstaunliche Zensurbestrebungen. Erstaunliche Lügen.

Der Vorstoß von Bayern ist natürlich nur Theater. Eine Theater-Aufführung quasi. Es wird übertrieben und gelogen. Die Realität wird verzerrt. Die Darsteller sonnen sich in der Aufmerksamkeit ihrer populistischen Vorschläge. Politiker sind halt auch nur geil auf die Medien. Die Vorschläge haben (noch) keine Chance auf Verwirklichung, schon alleine, weil sie verfassungswidrig sind. So ist das in der deutschen Politik heutzutage. Ein Schuss Verfassungswidrigkeit gehört heute in fast jedes Gesetz. Vermutlich, um dem neuen Gesetz mehr Würze und mehr Aufmerksamkeit zu bescheren.

Man könnte auch von einer Verwahrlosung der Politik in Deutschland sprechen. Das Grundgesetz gilt nicht mehr viel. Meinungsfreiheit und die Unabhängigkeit der Kunst gelten nicht mehr viel. Ehrlichkeit gilt nicht mehr viel. Wissenschaftliche Expertisen gelten nicht mehr viel.

Stattdessen zählt Theaterdonner, Effekthascherei, gewaltiges Auftreten, das Schwingen mit der Verbotskeule statt wirklich helfender Maßnahmen, um den Jugendlichen das Leben zu erleichtern.

Moment... Donner, Effekte, gewaltiges Auftreten, Keulen... das erinnert mich doch an etwas... Ich habe so etwas schon mal irgendwo gesehen... Ich glaube, es war ein "Killerspiel".

Könnte es sein, dass dieses unmäßige Gebahren unserer Politiker mehr Zorn und Groll und Gewalt in jugendlichen Gehirnen (und nicht nur dort) erzeugt, als jedes Computerspiel à la "Quake" oder "Doom" das je könnte? Will die Politik mit ihrem ignoranten Auftreten eventuell sogar die Gewalt unter Jugendlichen bewusst schüren? Man frage doch einfach mal einen Jugendlichen, was er von dieser Politik und dieser Gesetzgebung hält. Man wird erstaunt sein, wie abschätzig, frustriert und wütend die jugendlichen Reaktionen sein werden.

Hoffen wir, dass unsere Kultusminister mit ihrer Ignoranz keine Amokläufe unter den Frustrierten verursachen. Ich fordere hiermit die Medien auf, ihre Berichterstattung über die Politik dieser Leute freiwillig einzustellen oder auf nach 23 Uhr zu verlegen. Vielleicht kommen die Politiker dann auch wieder zur Vernunft. Denn wenn niemand ihren Theaterdonner wahrnimmt, fangen sie vielleicht wieder an, vernünftige Gesetze zu verabschieden - ohne den wohligen Schauer des Populismus, nach dem anscheinend einige Politiker, besonders Kultusminister und Innenminister, inzwischen süchtig geworden zu sein scheinen.

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Donnerstag, 15. Februar 2007

Neues Oxymoron

"Paris Hilton zu Gast auf der feinsten Party der Welt".

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Tausende von unschuldigen Ebay-Händlern werden derzeit abgemahnt

So leid es mir tut für die Tausenden von deutschen Unternehmern, die derzeit nach geltendem Recht, und ohne dass sie etwas Unrechtes getan haben, kostenpflichtig abgemahnt werden...

Es könnte der Anlass sein, der diese faulen und inkompetenten Menschen, die derzeit die Regierungsgeschäfte in Deutschland innehaben, zwingt, endlich etwas zu tun.

Aber es hängt von den Medien ab. Ob sie berichten. Ich vermute nicht. Denn es geht um das Internet. Und deutsche Medien hassen zum größten Teil das Internet und alles, was auch nur irgendwie damit zu tun hat.

Die ganze Story bei Handelsblatt.com: Neue Abmahnwelle erzürnt Unternehmer.

Auszug:

"Es gibt heute keine Rechtssicherheit mehr", sagt Jan Kaestner, Mitglied der Geschäftsführung bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. "Das ganze ist eine Katastrophe." (Quelle. Direktlink zum Textauszug.)


Tja. Auch hier waren die Blogger an vorderster (Leidens-)Front (siehe Abmahnungs-Blog) , noch bevor Ebay-Händler von diesem Abmahnwahnsinn großflächig betroffen waren. Die Blogger mussten in den letzten Jahren diverse Übergriffe gegen die Meinungsfreiheit - durchgesetzt durch Abmahnungen - oder wegen kleinlicher, vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen hinnehmen. Und nein: Abmahnungen zu ignorieren, wird nur teurer. Man kann in Deutschland nach deutschem Recht Abmahnungen nicht ignorieren. Und seien sie auch noch so hanebüchen. Man muss sie bezahlen oder einen eigenen Anwalt einschalten. Beides ist mit Kosten verbunden. Bekommt eine Privatperson in kurzer Zeit mehrere hanebüchenen Abmahnungen, bleibt ihm in Deutschland auf Dauer nur eins: Er muss sich aus dem Internet zurückziehen. Vielleicht ist dies politisch auch so gewollt.

Im jetzigen Fall der Massenabmahnungen gegen Ebay-Händler weigern sich sogar die Anwälte, den Abgemahnten zur Seite zu springen, weil die rechtliche Lage katastrophal uneindeutig ist und kein Anwalt da seinen Kopf hinhalten will und deshalb den Abgemahnten kaum etwas anderes übrig bleibt, als mal eben mehr als eintausend Euro an einen Abmahnanwalt zu überweisen. Einfach so. Das ist nichts anderes als staatlich abgesegnetes Raubrittertum ohne Ritterehre und ohne gesundheitliche Risiken auf Seiten der Räuber. Konkret geht es bei der jetzigen Abmahnwelle wieder um die auch weiterhin rechtlich nicht klar geregelten Anforderungen für eine einwandfreie Formulierung von AGBs.

Die im Handelsblatt-Artikel zitierte Standard-Aussage der Bundesregierung hinsichtlich fast jeglicher Probleme lässt vermuten, dass man den Politiker-Kollegen, die auch als Anwalt tätig sind, auch weiterhin nicht die Butter vom Brot nehmen will und somit den Abmahnanwälten auch weiterhin freien Lauf lassen will, damit sie die Seuche Internet weiter gezielt bekämpfen können:

"Wenn nicht einmal der Gesetzgeber die Gesetze richtig anwenden kann, sind die Unternehmen allemal überfordert", sagt Groß. "Wir brauchen so schnell wie möglich einheitliche und klare Regeln für den Internethandel." Die Bundesregierung dagegen sieht keinen Handlungsbedarf. (Quelle. Direktlink zum Textauszug.)


Wir brauchen jedoch vor allem auch eine andere Gestaltung des Abmahnwesens. Denn dort liegen die wahren Ursachen für diese Abmahnwellen. Rechtlich noch nicht einwandfrei geklärte Fragen wird es nämlich immer geben und die werden von Abmahnanwälten auch in Zukunft ausgenutzt werden, um billig an Geld zu kommen. Jetzt trifft es Tausende von Ebay-Händlern, die alles versucht haben, um rechtlich korrekt zu handeln und trotzdem kostenpflichtige Abmahnungen bezahlen müssen. Morgen gibt es dann die nächste rechtlich unsichere Situation und die Abmahnanwälte können erneut zuschlagen.

Abmahnanwalt und Daten-Händler, das sind die Berufe der Zukunft, liebe Jugend. Oder wir wählen zusammen Menschen und Parteien in die Regierung, die derzeit dort nicht zu finden sind. Ach ne, das wäre dann doch zu revolutionär.

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Liste der 2006 von Medien vernachlässigten Themen

Wie jedes Jahr äußerst lesenswert ist die Liste der zehn in den deutschen Medien am meisten vernachlässigten Themen: Topthemen 2006.

Die Liste wird jedes Jahr erstellt von der "Initiative Nachrichtenaufklärung", einem Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Journalisten. Auf der Website Nachrichtenaufklaerung.de unter "Aktuelles" findet man derzeit weitere Informationen zur Themenliste - leider nicht als Inhalt permanent verlinkbar.

Interessant zum Beispiel Thema Nummer zwei: Über eine Million politische Gefangene in China – unmenschliche Haftbedingungen und Organhandel?

(Etwas zum Thema auch in einem früheren Weblog-Eintrag von mir: China gibt erstmals Handel mit Organen Hingerichteter zu.)

Deutschland könnte hier einigen Druck auf China ausüben. Erst recht im Verbund mit anderen Ländern. Unsere Politiker drücken sich verständlicherweise vor dieser unangenehmen Aufgabe. Aber welcher Sportler möchte dort in solch einem Staat an olympischen Spielen teilnehmen? Meiner Verachtung kann sich bereits heute jeder der teilnehmenden Sportler sicher sein, denn sie lassen sich zu Hampelmännern der chinesischen Selbstdarstellung machen. Die anstehenden olympischen Spiele wären eine gute Gelegenheit gewesen, China unter Druck zu setzen und diese makellose Selbstinszenierung kräftig zu stören.

Natürlich gibt es in Deutschland diese weit verbreitete Einstellung: Was gehen mich die Chinesen an? Aber die Achtung von Menschenrechten und Bürgerrechten ist nicht teilbar. Entweder man nimmt die Menschenrechte ernst oder nicht. Wer sie für China nicht ernst nimmt, nimmt sie auch für Deutschland nicht ernst. Vielleicht ist das ein Grund für die soziale Kälte in Deutschland? Für die Möglichkeiten der zynischen Politik, die es zur Zeit gibt (aktuelle Stichworte dazu zum Beispiel: Keine Bafög-Erhöhung, UNICEF-Bericht über kinderunfreundliches Deutschland, Umwandlung des Rechtsstaates in einen Präventionsstaat, neoliberale Ideen auch im Sozialbereich, menschenverachtender Umgang mit Asylbewerbern und so weiter). Denn diese Politik wird ja akzeptiert. Das Motto "Jeder ist sich selbst der Nächste" wird gelebt. Mit der Achtung von Menschenrechten hat das nichts zu tun. Viel Spaß noch am Leben, ihr dummen Deutschen, kann man da nur sagen.

Zurück zur Themenliste: So sinnvoll es ist, jedes Jahr solch eine Liste von vernachlässigten Medienthemen aufzustellen, so erschütternd ist es, dass die deutschen Medien es weiterhin schaffen, große und äußerst wichtige Themen, die in anderen Ländern mit auf den Titelseiten stehen, einfach totzuschweigen.

Es muss endlich die Frage angegangen werden innerhalb der Medien, wie man die eigene Qualität verbessern kann. Die deutschen Medien leiden an mangelhafter Qualität. Durchweg. Ob öffentlich-rechtlich oder privat. Ob Fernsehen, Radio, Tageszeitung, Wochenzeitung oder Magazin. Es gibt Ausnahmen, natürlich. Aber die kann man meist an einer Hand abzählen und Ursachen für diese Ausnahmen sind meist wenige Menschen, die ihren Job als Journalist/Redakteur anscheinend ernst nehmen.

Natürlich gibt es auch anderswo absolut schrottige Medien. Noch schrottiger als in Deutschland. Aber was in Deutschland fehlt, ist eine größere Verlässlichkeit ganzer Publikationen oder Sender. Vor allen Dingen der großen, reichweitenstarken Medien. Schaut man sich beispielsweise die New York Times an, dann kann man sich meist darauf verlassen, dort gut recherchierte Beiträge zu finden und dass die Macher offen sind für Kritik. Man spürt, dass die an sich arbeiten und versuchen, bei jedem Artikel bestimmten Qualitätsstandards zu entsprechen. Das gelingt natürlich nicht immer, aber man spürt, dass es diese Richtung gibt, dieses Bemühen. Ähnliches kann man bei der BBC beobachten. Hier in Deutschland jedoch kann es in ein und derselben Sendung, Zeitung etc. passieren, dass ein exzellenter Beitrag direkt auf einen absolut einseitigen, manipulativen, falschen Beitrag folgt (jenseits von Meinungs-Beitragen natürlich). Als Zuschauer muss man bei unseren Medien - egal welchen (!) - immer auf das Schlimmste gefasst sein.

Was auch fehlt: Eine ausgearbeitete Strategie, um über eine längere Zeit ein Thema umfassender darzustellen (wie zum Beispiel die BBC das gerade gemacht hat mit dem Thema "India Rising" - Indien als Thema über mehr als zwei Wochen in fast jeder Sendung bei BBC World Service - und noch dazu spannend gemacht). So etwas gibt es bei deutschen Medien höchstens, wenn das Medium eine bestimmte Agenda verfolgt. Beispielsweise Lobbyinteressen transportieren möchte wie jüngst das ZDF mit seiner Themenwoche zum demografischen Wandel. Ansonsten sind die deutschen Medien abhängig davon, was gerade aktuell passiert und vor allem, worüber die anderen berichten. Dazu gibt es dann auch mal Hintergrundinfos. Häufig zu spät - wenn also zum Beispiel Gesetze bereits verabschiedet wurden. Da wird dann im Nachrichtenteil über den Beschluss des Bundeskabinetts berichtet und da fällt es den Journalisten dann ein, doch auch einmal einen Hintergrundbericht zum Thema zu bringen. Zu spät. Weil das Gesetz dann schon unaufhaltbar auf dem Weg ist.

So informiert man seine Kunden nicht!

Man kann in Deutschland keine Zeitung, kein Magazin oder keine Sendung einfach als ganzes, so wie sie ist, empfehlen.

Das ist schlimm. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist ein Armutszeugnis für diejenigen, die für die Organisation und Arbeitswese der deutschen Medien verantwortlich sind.

Die in den deutschen Medien nicht vorhandenen Themen, die die Initiative Nachrichtenaufklärung jedes Jahr präsentiert, sind ein kleines Zeichen dafür, wie unzuverlässig die deutschen Medien insgesamt sind. Es liegt nicht an den Themen. Diese sind äußerst spannend und relevant. Es kann auch nicht am Unvermögen der Journalisten liegen, denn andere Themen, die teilweise schwieriger und komplexer sind als die vergessenen Themen, können sie ja auch darstellen und beschreiben und dem Zuschauer/Zuhörer/Leser nahe bringen.

Warum also lassen deutsche Medien viele wichtige und interessante Themen jedes Jahr einfach unter den Tisch fallen? Und warum wird bei den Themen, die es in die Medien geschafft haben, oftmals so fade und andere nachplappernd, so wenig informativ also, berichtet?

Mal schauen, wer von den Medien nicht über die aktuelle Liste der Initiative Nachrichtenaufklärung berichtet...

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Montag, 12. Februar 2007

Journalisten auf Recherche in "Second Life"

(Via Netzjournalist) Inzwischen finden ja schon Uni-Vorlesungen (Direktlink zu einer Seminarvorstellung) in der virtuellen Welt von "Second Life" statt.

Journalisten sind inzwischen auch aufmerksam geworden auf dieses Second Life. Und so wird dort inzwischen ausdauernd recherchiert für alle möglichen Storys. Die Folge: Die virtuellen Avatare der Journalisten sind inzwischen von der heiß strahlenden Sonne von Second Life braungebrannt und die Journalisten-Avatare wegen der harten Recherche-Arbeit rundum muskelbepackt.

Titanic, das Magazin "garantiert ohne Blog" - und damit mal wieder absoluter Vorreiter kommender Trends - widmet sich natürlich auch diesem heißen Thema namens "Second Life": Was ist los in Second Life?. Ein Tagebuch aus der "virtuellen Welt".

Kein Bericht für Weichlinge und Kleinkinder, kann ich nur sagen!

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Sonntag, 11. Februar 2007

Der ultimative Vanity Fair Verriss

Es ist ja immer etwas anrüchig, wenn die Konkurrenz über einen Neuankömmling herzieht. Die Öffentlich-Rechtlichen ziehen über die Privatsender her und umgekehrt. ZEIT über Cicero, Focus über Spiegel und so weiter.

Aber im Fall der deutschen Vanity Fair, einem neuen Tote-Holz-Produkt, kann der Verriss gar nicht groß genug sein. Für den Chefredakteur Ulf Poschardt hab ich sogar ein eigenes Tag in meinem Del.icio.us-Archiv angelegt. Der Mensch ist nämlich radioaktiver als die Vanity Fair es je sein wird, gehört deshalb in seinem Medienschaffen beobachtet und verstrahlt seine Umwelt mit realitätsverschiebenden Aussagen, wie zum Beispiel die TAZ zu berichten weiß:

Gewiss, vieles von dem, was Poschardt so von sich gibt, könnte vom durchschnittlich einfältigen Pressesprecher eines Arbeitgeberverbandes nicht simpler formuliert werden: dass die Bundesrepublik eine "Sozialidylle" ist, in der die "Bestrafung von Leistung" oberstes Staatsziel sei, eine Gesellschaft, die nichts als "Verwöhnaroma" ausströme, wo Unterklassen in "Hartz-IV-Luxus" leben. Den Arbeitslosen, "die es sich im sozialen Netz bequem gemacht haben", würde er, menschenfreundlich, wie er ist, eine "Chance auf ein Leben ohne staatliche Subvention" gönnen. (Quelle. Direktlink zum Textauszug.)


Und Diedrich Diederichsen schrieb neulich über Ulf Poschardt bei Süddeutsche.de:

Die [Linke] zeichnet er als massives Verschwörer-Kartell vor fetten Subventionen ächzend und das Land fest in der gichtigen Kralle. Denn das ist noch immer die albernste Konstante aller Herzblut-Renegaten, dass sie ihre Konversionen stets als wahnsinnig riskante Rebellion beschreiben müssen, gegen mächtige Gegner. Dabei haben sich sogar in der Zone der Republik, um die Dorn und Poschardt so kämpfen, in der Hauptstadt-Kultur nämlich, längst neokonservative Institutionen gebildet, wurden mit viel Verlags- und Elternknete Zeitschriften und kulturelle Treffpunkte gegründet. Langsam welkende, aber ganz unverarmte Pop-Jünglinge, gerne verschroben stolze Hamburger oder Münchner, bemühen sich im preußischen Exil um Eleganz-Darstellungen und das Eliten-Phantasma. (Quelle. Direktlink zum Textauszug.)


Aber zurück zur deutschen Ausgabe von Vanity Fair, dessen Chefredakteur, wie oben erwähnt, dieser strahlende Ulf Poschardt ist.

Statt lange über Ulf Poschardt und seine pseudo-elitären Gedankengänge mit fast genauso verwobenen Gedankengängen zu antworten, geht Ix von Wirres.net das neue Poschardt-Produkt direkt und hart an. Hier werden keine Worte zuviel gemacht, weswegen der Genuss besonders ans Herz gelegt wird: Der ultimative Vanity Fair Verriss.

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