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Donnerstag, 14. Juni 2007

Alternative zu Flickr: 23hq.com

Ja, es gibt viele Gründe, Flickr zu nutzen. Die Benutzerfreundlichkeit, die Anzahl an Funktionen und vor allem die große Community mit unzähligen hervorragenden Fotografen.

Aber es gibt auch zahlreiche Gründe, Flickr nicht zu nutzen. Zuvorderst, dass Flickrs Mutterfirma Yahoo mehrmals ohne wirklich dazu gezwungen gewesen zu sein, den chinesischen Strafverfolgungsbehörden persönliche Daten von chinesischen Dissidenten, die Dienste von Yahoo genutzt hatten, übermittelt hatte und Yahoo so geholfen hat, Menschen hinter Gitter zu bringen, die nur ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hatten. Anteilseigner von Yahoo hatten jüngst gefordert, dass Yahoo in Zukunft die Menschenrechte achten solle und schlugen dafür ein extra Komitee vor. Yahoo war dagegen. Wieder ein Grund mehr, einen Bogen um die Dienste von Yahoo zu machen.

Der letzte Ausschlag für viele - vor allem Deutsche - zumindest Flickr zu verlassen, dürften die neuen Filter von Flickr sein, die deutschen Besuchern von Flickr das volle Programm von Flickr verwehren. Ist man nicht als Nutzer angemeldet bei Flickr, bekommt man nur die nach extrem weichen Kriterien als "sicher" eingestuften Fotos der Flickr-Nutzer zu sehen. Wer also beispielsweise Akt-Fotos (künstlerischer Natur) bei Flickr gehostet hat, der muss auf deutsche Bewunderer seiner Fotos verzichten, sofern die Besucher nicht selbst einen Account bei Flickr/Yahoo haben - allerdings einen nicht-deutschen Flickr/Yahoo-Account.

Das Zensur-Vorgehen von Flickr bezüglich deutscher Flickr-Nutzer könnte mit der unklaren Rechtssituation in Deutschland in Bezug auf das Internet zusammenhängen. Internet-Forenbetreiber stehen in Deutschland zwangsläufig mit einem Bein im Kittchen. Deutsche Politiker halten den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet nicht für wichtig und belassen es somit bei zweideutigen Gesetzen, die je nach Gericht anders ausgelegt werden: Mal ist ein Forenbetreiber nur dann verantwortlich für Inhalte im Forum, wenn er ausdrücklich Kenntnis davon hat, mal nicht. Ich kann gut verstehen, dass Flickr bei der Lokalisierung seines Dienstes in Deutschland kalte Füße bekommen hat und nach einer für sie sicheren Lösung gesucht hat.

Dass die freie Meinungsäußerung im Internet in Deutschland nur unzureichend geschützt ist, zeigt beispielsweise auch die aktuelle Bedrohung des kritischen, privat betriebenen Verbraucherschutzforums Call-In-TV durch die Endemol-Tochter "Callactive". Call-In-TV sammelt kritische Meinungen zu den diversen Call-In-Sendungen im deutschen Fernsehen. Dass diese Kritik den Sendungsmachern nicht gefällt, ist klar. Und in Deutschland können Firmen ganz einfach und bei - nach Maßstäben der Firmen - geringem Risiko jede Kritik von Privatleuten an ihren Produkten mundtot machen. Einfach, indem man Abmahnungen verfasst und mit Prozessen droht. Wegen der unklaren Rechtslage in Deutschland können Privatpersonen sich das Risiko eines Prozesses meist nicht leisten. Also löscht man die Kritik an den Firmen und zahlt brav die Abmahngebühren.

Dieses Abwürgen der Meinungsfreiheit im Internet ist vermutlich politisch gewollt. Die Politiker von SPD und Union hätten bei der Verabschiedung des Telemediengesetzes ohne großen Aufwand eine klare Regelung der Forenhaftung festlegen können. Man hat bewusst darauf verzichtet. Übrigens: Sollte mir jemand offenbaren, dass er bei den nächsten Wahlen Union oder SPD wählt, der muss sich darauf einstellen, dass ich ihm unvermittelt auf die Füße kotze. Ist nicht persönlich gemeint. Nur ein schwer kontrollierbarer Reflex meinerseits.

Wie auch immer. Die erneute Weigerung von Yahoo, ernsthafter, transparenter, nachvollziehbarer und intensiver bei ihren Geschäften die Menschenrechte zu achten und auch die seltsame Zwangsfilterung für deutsche Flickr-Besucher und schlussendlich die Hoffnung, dass es nun endlich irgendwo im Netz eine gleichwertige Alternative zu Flickr geben könnte, hat mich veranlasst, mir die Zeit zu nehmen und nach einer Alternative zu Flickr zu suchen. Ich habe mir also zahlreiche Bilder-Hoster angeschaut. Aber nur ein einziger Dienst, von den von mir begutachteten, kommt meiner Meinung nach dem nahe, was Flickr anbietet.

Wer nur einen Hoster für seine Fotos sucht, um seine Fotos dann auf einer anderen Internetseite, beispielsweise seinem Weblog, einzubinden, für den gibt es natürlich unzählige Bilder-Hoster. Aber Flickr ist ja weit mehr.

Für mich muss eine Flickr-Alternative mindestens folgende Funktionen aufweisen:

  • Eine ausgereifte Suchfunktion, um beim Anbieter gehostete Bilder anderer Nutzer zu finden.
  • Eine Bedienerführung, die es auf leichte Art erlaubt, auf Entdeckungsreise zu gehen, also tolle Fotos und talentierte Fotografen zu finden.
  • Die Anzeige der Fotos in verschiedenen Größen.
  • Das Sammeln interessanter Fotos anderer Fotografen in einer eigenen Favoriten-Sammlung (eine Art "Bookmark-Funktion" also für tolle Fotos).
  • Die Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Fotos zu hinterlassen.
  • Die Einbindung von "Creative-Commons-Lizenzen", also die Möglichkeit, die Nutzungsrechte an eigenen Fotos in Stufen freizugeben oder einzubehalten.
All diese Dinge werden außer bei Flickr meines Wissens nach nur noch von 23hq realisiert. Wer einen anderen Anbieter kennt, der ebenfalls diese genannten Kriterien erfüllt, kann darauf gerne in den Kommentaren hinweisen.

Neben dem erwähnten 23hq habe ich außerdem angeschaut und für mich nicht als ausreichend befunden, weil bei ihnen mindestens eines der oben aufgelisteten Kriterien fehlte: Ich hätte gerne einen deutschen Anbieter als Flickr-Alternative empfohlen, aber leider bieten die deutschen Anbieter keine Möglichkeit, die Nutzungsrechte der Bilder variabel zu vergeben. Alle deutschen Anbieter - so verstehe ich zumindest die AGBs - verlangen zudem von den Nutzern die völlige Überlassung der Nutzungsrechte an ihren Bildern. Für mich eine nicht akzeptable Bedingung. Und ich vermute, dass diese unklare Regelung in Bezug auf das Copyright viele gute Fotografen davon abhält, deutsche Bilder-Hoster zu nutzen. Schaue ich mir die bei den deutschen Anbietern gehosteten Bilder an, fühle ich mich in dieser Annahme bestätigt.

Ich teste nun 23hq.com ausführlicher. Der erste Eindruck: Manche Dinge erscheinen mir sogar besser gelöst als bei Flickr. Nur die Community ist offensichtlich bei 23hq noch nicht so groß wie bei Flickr. Man kann 23hq auch kostenlos nutzen. Einzige Einschränkung dabei: Man kann nur maximal 20 MB pro Monat hochladen (ausgenommen die ersten zwei Wochen, in denen man mehr Fotos hochladen kann).

Ich werde eventuell später noch mehr zu 23hq.com schreiben und eventuelle Unterschiede zu Flickr detaillierter darstellen.

P.S.: Auch Del.icio.us gehört zu Yahoo. Demnächst werde ich mir auch noch einmal Alternativen zu Del.icio.us ansehen.

Nachtrag: Nach langer Wartezeit hat sich eine Mitarbeiterin von Flickr in den Foren von Flickr geäußert und erklärt, dass das seltsame Filtersystem von Flickr darin begründet sei, dass die ungeschützte Verbreitung von Pornographie in Deutschland strafbar ist. Das ist so. Auch die fahrlässige Verbreitung von Pornographie außerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe, die durch ein real funktionierendes Altersverifikationssystem geschützt ist, ist in Deutschland strafbar. Anwendbar ist diese Vorschrift auf das Internet jedoch kaum. Aber das kümmert den deutschen Gesetzgeber natürlich nicht. Die Realität hat sich nach den Gesetzen zu richten und nicht umgekehrt. Ich habe keine Ahnung, ob Flickr eine Möglichkeit hat, einen Bilder-Hosting-Dienst auch von Deutschland aus anzubieten, ohne nicht ein juristisches Risiko einzugehen. Auch das jetzt bei Flickr implementierte Filtersystem würde vor einem deutschen Gericht - vermute ich - nicht als adäquate Zugangsbeschränkung angesehen werden. Beim jetzigen System müssen die einzelnen Flickr-Nutzer ja ihre Fotos selbst in eine von drei Kategorien einordnen (sicher, moderat, unsicher). So kommt es, dass eher prüde US-Nutzer viele ihrer Fotos als "unsicher" einstufen, obwohl sie nach deutschen Gesichtspunkten niemals als pornographisch eingestuft würden. So kommt es, dass Deutsche bei Flickr trotz eigentlich eines meist liberaleren Umgangs mit Sexualität innerhalb der Gesellschaft bei Flickr einer strikteren Regulierung unterliegen als andere Nutzer. Wer es als deutscher Teenie aber drauf anlegt, braucht sich nur einen neuen Yahoo-Account zuzulegen, als Wohnort USA oder Kanada angeben und kommt so ohne Aufwand dennoch in den "Genuss" aller Flickr-Fotos. Fazit: Das deutsche Gesetz - vor allem im Bereich des Jungendschutzes - führt auch hier wieder zu verrückten Verrenkungen, die Leuten, die sich mit dem Technik-Krams nicht auskennen, suggerieren, es gäbe einen Schutz. Die gleiche Schose also wie bei der Diskussion rund um ein Verbot von Killerspielen.

Es wird Zeit, dass diese mental vergreiste Politiker-Kaste, die derzeit in Deutschland das Sagen hat, abtritt. Da aber die deutsche Gesellschaft insgesamt mental immer mehr vergreist (vor allem, was ihr Spiegelbild in den Medien betrifft - Wo ist die junge, aufregende Kunst in den Medien? Wo spiegelt sich die gewachsene Internationalität und Vielschichtigkeit der deutschen Gesellschaft in den Medien wieder? Was für ein Publikum sitzt stattdessen in den TV-Shows von ARD und ZDF? Wieviele Falten finden sich in den Gesichtern der Chefredakteure? Na?...), wird das nicht passieren.

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Mittwoch, 13. Juni 2007

Gesucht: Whistleblower bei der Polizei

Da Weblogs von Suchmaschinen ja regelrecht gestreichelt werden und oftmals weit oben in den Trefferlisten selbst bei den verrücktesten Suchbegriffen landen, nur weil das gesuchte Wort irgendwo einmal im Weblog vorkam (an dieser Stelle ein Gruß an die vielen Besucher, die hierher über Google gelangen und mit dem hier Geschriebenen leider gar nichts anfangen können - tut mir Leid, nicht meine Schuld...), kann es nicht schaden, hier an dieser Stelle mal auf ein Projekt hinzuweisen, das sowohl Whistleblowern bei ihrem Umgang mit Medien als auch Medien bei ihrem Umgang mit Whistleblowsern helfen möchte: Das Whistleblower-Netzwerk.

Ein Whistleblower ist laut Wikipedia:

Whistleblower (engl. „Skandalaufdecker“, wörtlich „Pfeifenbläser“) bezeichnet einen Informanten, der Missstände, illegales Handeln (z. B. Korruption, Insiderhandel) oder allgemeine Gefahren (z. B. Verstrahlung) von denen er an seinem Arbeitsplatz erfährt, an die Öffentlichkeit bringt. Der beste deutsche Ausdruck ist wohl Hinweisgeber. [...] Whistleblower sind Dissidenten oder Hinweisgeber aus Gewissensgründen - Menschen, die in einem Akt der Zivilcourage unlautere Machenschaften von Regierungen, Verwaltungen oder Unternehmen an die Öffentlichkeit bringen, um diese Missstände zu unterbinden. (Quelle)


Wer also die Öffentlichkeit über für die Gesellschaft relevante Missstände beispielsweise bei einer Behörde oder bei seinem Arbeitgeber informieren will, sprich ein Whistleblower ist, sollte bei der Webseite des Whistleblower-Netzwerkes vielleicht einmal vorbeischauen, bevor er sich durch ungeschicktes Vorgehen beim Informieren der Presse oder der Öffentlichkeit vermeidbare Nachteile einhandelt.

Ich komme nur deshalb gerade drauf, weil vielleicht einige Polizisten mit dem Gedanken spielen könnten, einiges an die Öffentlichkeit zu bringen, ohne gleich ihren Job verlieren zu wollen oder sich sonstigen Schwierigkeiten aussetzen zu wollen, die vielleicht vermeidbar sind.

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Dienstag, 22. Mai 2007

Das andere China

(Via The Alienated Observer, via Haha.nu) Neulich war ich in einer Ausstellung namens "Humanism in China". Gezeigt wurden Fotografien aus China. Unzensierte Fotos aus dem "anderen" China jenseits der Sonderwirtschaftszonen und der großen, neuerdings "glänzenden", modernen Städte wie Shanghai oder Peking. Viele dieser Fotografien des ungeschönten China gibt es jetzt auch online zu sehen: Humanizing China - Part 1 (Survival).

Von den zahlreichen Themenblöcken der Ausstellung sind online jedoch nur drei zu sehen. Außerdem fehlen online die Jahresangaben, wann die Fotos entstanden sind. Die meisten Fotos entstanden zwischen 1990 und 2003.

Man sieht auf den Bildern das "wahre" China. Es ist ein Kosmos für sich. Und teilweise extrem fremdartig. Die Menschen sind nicht fremdartig, sondern die Welt, die Lebensbedingungen, mit denen sie zurecht kommen müssen, muten fremdartig an. Es erscheint einem so, als ob mehrere Zeitalter von Mittelalter bis Moderne nebeneinander existieren würden. Im Mittelpunkt der Fotos stehen die Menschen, die versuchen, mit diesen Lebensbedingungen zurecht zu kommen. Deshalb auch das Wort "Humanism" im Titel der Fotoausstellung. Beim Betrachten der Bilder stellt sich schnell ein Gefühl der Bewunderung für diese Menschen ein, die sich durchwurschteln, sich in ihren Träumen und dem Streben nach Glück behaupten oder Unzulänglichkeiten stoisch hinnehmen. Denn noch eines wird deutlich bei diesem Blick auf China: Der Mensch und seine Bedürfnisse sind nicht unbedingt der zentrale Mittelpunkt des organisierten, öffentlichen Lebens in China. Allein ein Foto, auf dem Hunderte von Frauen bei einer öffentlichen Veranstaltung dicht gedrängt warten, um Zugang zur Toilette zu bekommen, zeigt dies. Oder die Menschen, die nachts in Straßentunnels übernachten, weil es in ihren Wohnungen schlicht zu heiß ist.

Der Tagesspiegel hat einen ausführlichen Bericht über die derzeit in Berlin gastierende Ausstellung: Im Schattenland

In Berlin gibt es die Bilder noch bis zum 8. Juli unter dem Titel "Humanism in China" im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin (direkt neben dem Bahnhof Zoo) zu sehen. Donnerstags ab 18 Uhr freier Eintritt. Später soll es die Ausstellung noch in München und Dresden zu sehen geben. Da die Online-Fotos etwas klein sind und nicht alle Fotografien der Ausstellung zeigen, sollte sich ein Besuch der Ausstellung lohnen.

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Donnerstag, 8. März 2007

Türkei sperrt Youtube.com: Tricks, wie man Sperre umgeht

Die Türkei sperrt ja momentan den Zugang zur Videoplattform Youtube.com für alle ihre Bürger. Warum, darüber berichtet zum Beispiel Heise.de: Türkisches Gericht verfügt YouTube-Sperre.

Da ich weiß, dass viele Türken auch in der Türkei eher Deutsch als Englisch verstehen, möchte ich hier mal gerade Teile des Artikels "HowTo Evade Turkey's YouTube Block" vom englischsprachigen Weblog 27B Stroke 6 sinngemäß übersetzen. Es geht darum, wie man die Sperre von Youtube.com in der Türkei mit einfachen Mitteln umgehen kann:

Momentan wird der Zugriff auf Youtube.com in der Türkei blockiert. Das funktioniert, weil alle Verbindungen aller türkischen Internetprovider raus aus der Türkei über die Turk Telekom laufen. Es reicht also für eine effektive Zensur in der Türkei, wenn alleine die Turk Telekom den Zugang zu ausländischen Websites blockiert.

Der Zugriff auf Youtube.com ist jedoch für Türken auch weiterhin möglich, wenn sie statt Youtube.com aufzurufen, eine der folgenden Webseiten aufrufen und dann auf diesen Webseiten sich die Webseite von Youtube.com anzeigen lassen. Die hier gelisteten Webseiten funktionieren also als Proxy:

Besonders empfohlen wird http://youtubeproxy.org/.

Weitere Proxy-Webseiten:

http://www.proxymy.com
http://www.proxysmurf.com/
http://www.worksurfing.com/
http://unblockfacebook.com/
http://www.bypassfilter.net/
http://www.ibypass.org/
http://www.ipzap.com/
https://proxify.com/ https://proxify.us/ https://proxify.biz/
http://kproxy.com/index.jsp
http://www.attackcensorship.com/attack-censorship.html
http://mrnewguy.com/
http://www.unblockwebsites.com/
http://spysurfing.com/
https://www.the-cloak.com/anonymous-surfing-home.html
http://www.stupidcensorship.com/
http://www.evilsprouts.co.uk/defilter/
http://www.bypassbrowser.com/
http://www.proxymouse.com/
http://www.fsurf.com/
http://www.browseatwork.com/
http://www.surfonym.com/
http://www.iamnewguy.com/
http://www.ninjaproxy.com/

Weitere aktuelle Proxy-Webseiten lassen sich auch über diese Webseite finden: http://myspaceblockedproxies.com/

Wenn die Türkei nur den DNS-Eintrag von Youtube.com gesperrt hat, dann könnte es schon helfen, wenn man statt den DNS-Service seines Internetproviders zu nutzen, in den Verbindungseinstellungen seines Internetzugangs für DNS nicht "automatisch" auswählt, sondern dort die IP-Adressen 208.67.222.222 und 208.67.220.220 manuell einträgt. Dies sind die IP-Adressen des kostenlosen DNS-Services von "OpenDNS". Bei jeder Abfrage einer Webseiten-Adresse fragt der eigene Computer dann nicht mehr beim eigenen Internet-Provider nach der zugehörigen IP-Adresse der angeforderten Webseite, sondern er fragt bei den Servern von OpenDNS an. Ich nutze übrigens schon lange nur noch OpenDNS statt des DNS-Servers meines Internet-Providers, weil es auch hier in Deutschland teilweise per DNS gesperrte Webseiten gibt. Funktioniert tadellos.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich die Verwendung der Software namens TOR. Damit lassen sich nicht nur gesperrte Webseiten aufrufen, sondern man kann auch anonym im Internet surfen. TOR ist ebenfalls kostenlos und funktioniert auch als eine Art Proxy-Server, der jedoch direkt auf dem eigenen Rechner installiert wird. Ruft man bei eingeschaltetem TOR eine Webseite auf, so wird die Anfrage erst ins TOR-Netzwerk geschickt, dort innerhalb des Netzwerkes an andere TOR-Rechner weitergeleitet und irgendein Rechner im TOR-Netzwerk (zum Beispiel ein TOR-Rechner in den USA) holt dann die angeforderte Webseite und leitet sie über das TOR-Netzwerk an einen selbst weiter. Selbst der eigene Internetprovider hat so keine Ahnung, welche Webseiten man im Internet abruft.

P.S.: Jeder, der mag, kann und darf diesen Text ungefragt kopieren und weiter veröffentlichen, auch für kommerielle Zwecke. Und als Erweiterung im Bezug auf die sonst für meine Texte geltende Creative-Commons-Lizenz (siehe rechts in der Navigationsleiste), darf dieser kleine Text auch verändert und angepasst werden und auch ein Hinweis auf mich als Autor ist nicht nötig.

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Sonntag, 11. Februar 2007

Kleine Tipps zum schnelleren Suchen und Finden

1) Schnellerer Wikipedia-Zugriff

Statt erst auf die Wikipedia-Homepage zu gehen, also www.wikipedia.org, und dort dann einen Suchbegriff einzugeben (Erforderliche Schritte: eine Adresseingabe oder Bookmarksuche nach Wikipedia.org, einmal Enter-Taste drücken, Sucheingabefeld auf Wikipedia.org suchen, mit dem Cursor in das Sucheingabefeld reinklicken, Suchbegriff eingeben, auf den Suchbutton klicken) oder statt gar erst zu Google zu gehen, dort einen Suchbegriff und den Begriff Wikipedia einzugeben, um möglichst Treffer aus der Wikipedia angezeigt zu bekommen, gebe ich einfach immer direkt manuell die URI von Wikipedia im Browser ein plus den Suchbegriff. Will ich also Informationen über "Solon", gebe ich einfach ein:

de.wikipedia.org/wiki/Solon

Natürlich ergibt das nur einen Sinn, wenn man davon ausgehen kann, dass es zu dem Suchbegriff auch höchstwahrscheinlich einen extra Eintrag, ein extra "Kapitel" in der Wikipedia gibt.

2) Definitionen und Begriffserklärungen via Google

Nicht mehr missen möchte ich auch den "define:"-Suchoperator von Google. Sucht man nach einer Begriffsdefinition oder zum Beispiel der Erklärung für eine Abkürzung, zum Beispiel der Erklärung, was URI heißt, einfach bei Google (oder noch komfortabler direkt im Suchmaschinen-Feld innerhalb von Firefox) "define: uri" eingeben.

3) Googles Onebox-Suchergebnisse

a) Nur auf der englischsprachigen Webseite von Google funktioniert wohl derzeit die Anzeige der Ortszeit in gewünschten Orten, zum Beispiel von New York, mit Hilfe des Suchbegriffs "time in new york". Das erste Suchergebnis sagt einem dann die aktuelle Uhrzeit in New York.

b) Die direkte Anzeige des aktuellen Wetters samt Kurzvorhersage (Google-Suchbegriff zum Beispiel: "weather in new york") funktioniert leider bislang anscheinend nur für US-amerikanische Städte und ist somit für Deutsche eher uninteressant.

c) Weitere solche "Onebox"-Suchbegriffe beim englischsprachigen Google.com listet Google Blogoscoped auf.

Ich werde diesen Weblog-Eintrag vielleicht später mit weiteren ähnlichen Tipps, die das Suchen im Internet etwas verkürzen, ergänzen.

Es gibt natürlich ca. 394.583 verschiedene Suchoperatoren, Abkürzungen, Spezialsuchen und so weiter. Aber welche nutzt man wirklich? Täglich? Jeder hat ja so seine Tricks, mit denen er sich das Online-Leben erleichtert. Kommentare also? Bitte keine Scheu und einfach einen Kommentar hinterlassen. :-) Wenn die Kommentarfunktion von Blogspot.com weiterhin spinnt: Einfach mehrfach auf den Absende-Button klicken, bis der Kommentar online erscheint.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Alternative zu Furl: ScrapBook

Furl, der Online-Bookmarking-Dienst, funktioniert weiterhin nicht richtig. Neben der schlechten Erreichbarkeit in den letzten Tagen funktioniert vor allem weiterhin die Suchfunktion innerhalb von Furl nicht korrekt. So listet Furl bei einer Suche in großen Furl-Archiven längst nicht alle gefurlten Webseiten auf, die den Suchbegriff behinhalten. Das ist nun schon seit einigen Wochen so. Ich denke, dass die Suchfunktion von Furl dauerhaft funktionsuntüchtig bleibt. Damit ist Furl natürlich mehr oder weniger unbrauchbar geworden. Denn wenn man seine Online-Bookmarks nicht durchsuchen kann, nutzt das ganze Kategorisieren und Taggen gar nichts.

Was tun? Zunächst nutzte ich Furl weiter mit dem Hintergedanken, ab und zu die gefurlten Webseiten zu exportieren, um sie so auf andere Weise mit anderen Programmen direkt auf dem eigenen Computer zu durchsuchen. Auf Dauer ist das zu aufwändig.

Die Lösung könnte ScrapBook sein. ScrapBook ist eine kostenlose Firefox-Extension, also ein kleines Stück Software, was sich nahtlos in den Firefox-Browser einfügt. Mit ScrapBook kann man mit ein, zwei Mausklicks die Seite, die im Browser gerade angezeigt wird, mit URL und Inhalt auf der eigenen Festplatte archivieren und mit Hilfe von ScrapBook auch in Kategorien ordnen und mit den umfangreichen Suchfunktionen von ScrapBook auch wieder finden. Es sieht zumindest für mich so aus. Auch ein Backup und der Import/Export von ScrapBook-Archiven zum Sichern oder Übertragen auf andere Computer scheint relativ problemlos zu sein. Außerdem - sehr wichtig - scheint ScrapBook aktiv weiter entwickelt und gepflegt zu werden.

Ich habe mir natürlich auch Spurl.net als mögliche Alternative zu Furl angesehen. Spurl scheint weiterhin der einzige Online-Bookmarking-Dienst zu sein, der ebenfalls wie Furl eine Kopie der gebookmarkten Webseite anlegt. Diese Funktion ist mir sehr wichtig. Doch Spurl ist anscheinend teilweise noch langsamer als Furl, bietet weniger Möglichkeiten die Einträge zu organisieren und vor allem weniger Export-Funktionen als Furl. Die mit Spurl gesicherten und kopierten Webseiten können zum Beispiel anscheind gar nicht exportiert werden. Als meine Testseite zudem gar nicht von Spurl kopiert wurde, war klar, dass Spurl für mich keine Alternative ist.

Andere Social-Bookmarking-Dienste wie das berühmte Del.icio.us hätten gegenüber ScrapBook nur den Vorteil, dass die Bookmarks von überall her zugänglich wären. Doch auf diese Funktion kann ich zumindest noch am ehesten verzichten. Notfalls muss man halt sein ScrapBook-Archiv auf einem USB-Stick mit sich herumtragen. Wichtiger ist es mir, Zugang zu einer Kopie der gebookmarkten Seite zu haben.

Also werde ich ScrapBook für das persönliche Archivieren von Webseiten nutzen und Del.icio.us, um die gleichen Seiten zusätzlich online zugänglich zu machen und außerdem mit Tags versehen zu können. Das Del.icio.us-Archiv werde ich dann wohl hier in das Blog integrieren. Mal sehen. :-) (Update: Schon geschehen. Ab sofort tauchen die jeweils zehn neuesten Links/Bookmarks aus meinem Del.icio.us-Archiv rechts in der Navigationsleiste auf.)

Seltsam, dass es in den letzten Jahren niemand geschafft hat, einen Social-Bookmarking-Dienst auf die Beine zu stellen, der alle interessanten Funktionen der verschiedenen Dienste in sich vereint. Jedem der mir bekannten Dienste (also nicht nur den oben genannten) fehlen aus meiner Sicht wichtige Funktionen. Wahrscheinlich muss man mal wieder auf Google warten.

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Montag, 20. November 2006

Tipps gegen Datenschieflage im Internet

Google ist inzwischen mit seinen vielen schönen Tools und Diensten (dieses Weblog läuft schließlich auch auf Servern von Google; Blogspot ist ein Google-Service) leider auch eine ziemliche Datenkrake geworden.

Vor allem durch die Google-Suche und die Google-Adsense-Werbebanner auf vielen Internetseiten kann Google beispielsweise mit Hilfe von Cookies ziemlich genau verfolgen, welche Webseiten man im Internet ansurft. Wer dazu noch weitere Google-Dienste in Anspruch nimmt, wie z.B. diesen Blogdienst, auf dem auch dieses Weblog hier läuft oder Gmail oder gar die personalisierte Suchstartseite, der versorgt Google mit weiteren wertvollen Informationen darüber, was man im Internet macht und wer man also ist. Noch scheint es so zu sein, dass Google sorgsam mit diesen hochinteressanten Daten umgeht, aber das ist nur Spekulation und keiner weiß, ob das immer so bleiben wird.

Deshalb ein paar Tipps, wie man Datenlecks verringern kann. Wie man das, was man so nebenbei Google und anderen Webseiten über sich selbst mitteilt, aufs Nötigste einschränken kann. Denn wie weiter unten schon einmal gesagt: Wissen ist Macht. Dementsprechend gibt es bereits Firmen, die sich die Finger lecken nach solchen Daten.

  • Nach jeder Surfsession sollte man im Browser die Cookies löschen. Manche Browser erledigen dies, so es eingestellt ist, automatisch, wenn man die Browser schließt. Ich persönlich aber lasse Computer und Browser oft tagelang laufen. Da ist es sinnvoll, öfter am Tag einmal die Cookie-Löschung manuell zu starten.
  • Zur Verwendung von Google-Diensten (Google-Suche, Google-Bloggingdienste, Gmail etc.) kann man einen zweiten Browser verwenden (z.B. Opera statt Firefox oder umgekehrt), damit die Cookies aus diesen Nutzeroperationen nicht so leicht von Google abgeglichen werden können mit den sonstigen Webseiten, die man im Internet abruft.
  • Man kann/sollte im Browser das Übertragen des Referrers deaktivieren. So erfährt die angesurfte Webseite nicht, von wo aus man kommt.
  • Um sich vor bösartigem (und dazu zählt auch spionierendem) Code auf unseriösen Webseiten zu schützen, sollte man Java, ActiveX und Plugins möglichst immer standardmäßig deaktiviert lassen und nur bei Bedarf anschalten. Opera bietet hier die Möglichkeit, z.B. Plugins wie Flash nur auf bestimmten Webseiten (z.B. YouTube) zuzulassen. Es könnte sein, dass es ähnliche Funktionalität auch bei Firefox mittels externer Add-Ons gibt. Auch seriösen Webseiten kann es übrigens passieren, dass sie Schadsoftware enthalten. Z.B. über gehackte Werbebanner. Das ist schon vorgekommen. Gerade die Bereitsteller von Werbebannern sind hervorragende Datensammler, weil sie Surfer über die verschiedensten Webseiten hinweg verfolgen können. Auch Javascript und somit AJAX ist anfällig dafür, Daten zu verraten über den Nutzer. Webseiten, die AJAX verwenden, sollte man keine empfindlichen Daten überlassen.
  • Ganz wichtig: Wenn man das Internet nicht selbst als Profilierungs- und Werbemittel für die eigene Person oder die eigene Firma gebrauchen möchte, sollte man versuchen in Foren und Weblogs nur mit Pseudonym aufzutreten.
  • Benötigt man zur Nutzung eines Dienstes eine E-mail-Adresse (z.B. zur Anmeldung oder Aktivierung eines Dienstes) kann eventuell die Verwendung von sogenannten Einmal-E-mail-Adressen sinnvoll sein. Wasteland bietet z.B. solche Einmal-E-mail-Adressen an. Das geht so: Man kann sich frei eine E-mail-Adresse in der Form "irgendwas@wasteland.rfc822.org" ausdenken. Trudelt an diese E-mail-Adresse bei Wasteland irgend eine Mail ein (z.B. mit einem Aktivierungscode für irgendeinen Internet-Service), kann man den Account "irgendwas" ohne Passworteingabe bei Wasteland abrufen. Es ist also klar, dass man über Wasteland keine wichtigen Informationen empfangen sollte. Aber zum Schutz vor Spam (und auch als weiteres Mittel zur eigenen Pseudonomisierung) ist sowas gut geeignet.
  • Der Königsweg, um im Internet anonym zu bleiben, ist natürlich die Verwendung von TOR. Mehr dazu findet man auf den Seiten der Electronic Frontier Foundation: tor.eff.org. Allerdings steht zu befürchten, das die Nutzung von TOR ab dem Frühjahr 2007 in Deutschland praktisch unmöglich wird, da die freiwilligen Betreiber von TOR dann auch gesetzlich dazu verpflichtet werden sollen, alle Verbindungen, die über sie laufen, für die Strafverfolgungsbehörden aufzuzeichen und über sechs Monate zu speichern. Ein technisches Unterfangen, das für die meist privaten TOR-Server-Betreiber unmöglich sein wird. Da deutsche TOR-Server zur Zeit ca. ein Viertel des weltweiten TOR-Netzes ausmachen und auch in anderen europäischen Staaten ähnliche bürgerfeindliche Gesetze wie in Deutschland geplant sind, könnte dies das Aus des gesamten TOR-Netzes bedeuten und damit das Aus für die einzige Möglichkeit, sich als Bürger wirklich sicher im Internet bewegen zu können.
Wer weitere Tipps hat, darf selbstverständlich in den Kommentaren mitmischen. :-)