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Montag, 21. Januar 2008

Kurze Bitte an Blogger mit "mobile Version" ihres Blogs

Ein kurzer Hinweis an alle, die ihre Website oder ihr Blog so konfiguiert haben, dass vermeintliche Nutzer von Browsern auf Mobiltelefonen ("WAP-Browser") automatisch auf eine abgespeckte Version ihrer Website gelenkt werden:

Bitte streicht in der Konfiguration den Browser/User Agent "Opera Mini" aus der Liste der Browser, die automatisch auf die eingeschränkte Version eurer Website umgeleitet werden.

Opera erklärt, welchen User-Agent-String Opera-Mini verwendet:

Opera Mini will give the same UA string as Opera Mobile, but additionally it will identify itself as Opera Mini in a comment. Look for "Mini/N.M" (e.g. "Opera Mini/1.2") in addition to "Opera/N.M" (as Opera) or "Opera N.M" (spoofing). (Quelle: Opera.com)


Opera-Mini läuft zwar auf Mobiltelefonen, kann aber von Webdesignern wie ein vollwertiger Browser behandelt werden und benötigt keine extra, häufig funktionell oder gar inhaltlich eingeschränkte Version eurer Website oder eures Blogs.

Wenn das mit dem Anpassen der Konfiguration eures Servers oder eures Wordpress-Plugins nicht klappt, dann wäre es extrem sinnvoll, auf der eingeschränkten Website-Version zumindest einen Link zur normalen Website-Version anzubieten.

Vielen Dank!

Dienstag, 15. Januar 2008

Audioinhalte im Internet haben einen Makel: Sie landen immer erst auf dem Computer

Jetzt mal keine böse Politik oder böse Medienschelte. Sondern...

Im Internet gibt es bekanntlich nicht nur Dinge zum Durchlesen, sondern immer mehr auch Sachen zum Anhören. Zuhören ist jedoch eine Tätigkeit, die sich nicht nur durch den Gebrauch eines anderen Sinnesorgans vom Lesen unterscheidet. Einem vorgelesenen Text zuzuhören hat Vorteile und Nachteile gegenüber dem selbsttätigen Durchlesen eines Textes.

Der Vorteil ist, dass man beim Zuhören einfache Dinge nebenbei machen kann. Autofahren zum Beispiel - weshalb es kaum Autos ohne Radio gibt. Sehr beliebt ist auch das Radio in der Küche, weil man dann etwas Unterhaltung hat bei den täglichen Küchenarbeiten.

Der Nachteil bei der Informationsaufnahme via vorgelesenem Text ist, dass man weniger Einfluss hat auf die Informationsaufnahme. Man kann nicht überblicken, wie lang der Text ist, den man vorgelesen bekommt. Man kann keine Überschriften überfliegen. Man kann die Geschwindigkeit nicht erhöhen oder verlangsamen. Man kann normalerweise auch nicht so einfach vor- oder zurückspulen, also Passagen weglassen oder wiederholen. Deswegen habe ich persönlich beispielsweise häufig nicht die Geduld, mich hinzusetzen, und einem Text nur zuzuhören ohne etwas anderes nebenbei zu machen. Außer es handelt sich um literarische Texte, also Audio-Bücher.

Nun gibt es ein Problem: Im Internet gibt es zwar jede Menge Dinge zum Anhören, aber wegen der oben beschriebenen Besonderheiten der Informationsaufnahme von vorgelesenem Text ist es irgendwie nicht so prickelnd, sich dieses Audiozeugs direkt am und vorm Computer sitzend anzuhören. Vielleicht sogar noch auf einem Bürostuhl hockend. Natürlich könnte man die Lautsprecherboxen am Computer laut aufdrehen und dann in der Wohnung herumlaufen, so wie wenn man Radio hört. Aber Computerboxen haben meist eine schlechtere Qualität als die Boxen des heimischen Radios. Oder das Haus ist zu verwinkelt und im nächsten Raum hört man schon nichts mehr. Auch ein Notebook immer mitzuschleppen im Haus, von der Küche ins Wohnzimmer und zurück beispielsweise, kann sehr lästig sein. Bleibt das Überspielen der Audiodateien vom Computer auf einen MP3-Player. Aber das benötigt vorbereitende Arbeiten und Audio-Livestreams aus dem Internet kann man so auch nicht via MP3-Player hören. Außerdem könnte man natürlich die Soundkarte des Computers per Kabel mit den Lautsprechern der Heimstereo-Anlage verbinden, wozu jedoch Computer und Heimstereo-Anlage nicht allzu weit voneinander entfernt aufgestellt sein sollten. Oder Leute mit zu viel Geld könnten sich natürlich extra besondere Internet-Radios anschaffen, also Radios mit Internetzugang (gibt es schon) oder irgendwelche hochmodernen, teuren neuen Streaminglösungen anschaffen, über die die Inhalte vom Computer drahtlos auf der Heim-Stereo/Heim-Kino-Anlage landen.

Ist man jedoch eh meist allein zu Hause oder will man eh ungestört hören oder wollen die Mitbewohner eh ihre Ruhe haben, empfehle ich folgende einfache Lösung: Funkkopfhörer. Keine Infrarot-Funkkopfhörer, sondern Radio-Funkkopfhörer. Die kosten nicht viel und für Sprache dürfte die Qualität ausreichend sein. Einfach die kleine Sendestation des Funkkopfhörers in die Line-Out-Buchse der Soundkarte des Computers (ob Desktop-Computer oder Notebook) stöpseln und schon kann man alles, was auf dem Computer audiomäßig läuft, drahtlos auf dem Funkkopfhörer hören. Ob Internet-Livestreams, Podcasts oder sonstige Audiodateien. Die Leistung der kleinen Sendestation reicht aus, um durch mehrere Wände und Etagen hindurch guten Empfang zu haben. Allerdings sollte man bedenken, dass Nachbarn, die ebenfalls einen Funkkopfhörer haben, natürlich mithören können. Die mit dem Funkkopfhörer mitgelieferte Sendestation bietet meist eine Auswahl an unterschiedlichen Kanälen an, so dass man auf andere Kanäle ausweichen kann, falls mehrere Nachbarn ebenfalls solche Dinger im Einsatz haben.

Dank am Desktop-PC angeschlossenen Funkkopfhörern höre ich beispielsweise schon seit einiger Zeit gerne das live ins Internet gestreamte Radioprogramm der BBC. Theoretisch hat man so alleine bei der BBC die Auswahl aus 18 Radiosendern. Ich bleibe jedoch meist bei "BBC World Service" oder "Radio 4". Der große Vorteil dieser Sender: Keine Musik zwischen den Wortbeiträgen. Nichts nervt mich nämlich so sehr wie schlechter Jazz nach einem nachdenklichen Text - eine Kombination, die leider besonders gerne im Deutschlandfunk anzutreffen ist. Und selbst wenn ich dann doch einmal Deutschlandfunk höre, reicht bei einem Funkkopfhörer ein Griff an die Ohrmuschel und man dreht die Lautstärke runter. Kein hektisches Durchdiewohnunglaufen mehr, um am Radio den blöden Klimperjazz runterzuregeln.

Und wie hört ihr euch so das Zeug an, was man im Internet an Audio-Inhalten geliefert bekommt?

Freitag, 26. Oktober 2007

Kurzes Lebenszeichen

Google hat die "Google-Wichtigkeit" vieler bekannter deutscher Webseiten heruntergestuft. Solche Seiten wie Zeit.de und so weiter tauchen nun unter Umständen nicht mehr ganz weit oben in den Suchergebnissen bei Google auf. "Page Rank" nennt sich das, was Google da gesenkt hat für die betroffenen Webseiten. Heruntergestuft in dieser Google-Aufmerksamkeitshierarchie wurden Zeit.de, Telepolis.de, Golem.de und viele andere, weil sie sich bezahlen ließen für das Verlinken von weniger bekannten Webseiten und so aus Sicht von Google das Page-Rank-Konzept Googles unterlaufen haben.

Und ja, ich bin auch betroffen. Zuvor hatte ich bekanntlich einen Page Rank von 1024 und lag damit total einsam an der Spitze. Weltweit. Und nun habe ich nur noch einen Page Rank von 3. Und das nur, weil ich einmal, ein einziges Mal auf das BKA verlinkt habe. Das mochte Google gar nicht. Vor allem, weil die BKA-Seite in Wirklichkeit gar keine Informationen enthält, sondern nur ein getarntes Ermittlungsinstrument ist. Jeder Besucher der BKA-Homepage wird nämlich erst einmal vom BKA genauestens durchleuchtet. Und das Durchleuchten ist ja schon Googles Geschäft. Und Konkurrenz mag Google gar nicht. ;-)

Kommt also nicht wieder vor, Google. Versprochen. So, und nun gebt mir meinen Page Rank von 1024 wieder!

Ach, Moment, ich bekomme gerade eine Meldung von meinem "Senior Chief of Technology and Engineering" (SCoTE, Rufname "Scotty"), dass die 1024 die Zugriffszahlen seien von den 8 Besuchern, die hier täglich einmal in den letzten 128 Tagen vorbeigeschaut haben. Also hatte ich gar keinen 1024er Page Rank. Mist. Morgen bringe ich mich um.

Ja, ne, was ich eigentlich sagen wollte: Zur Zeit mache ich etwas Pause beim Bloggen. "Blog-Chillen" könnte man das nennen. Kein richtiger Urlaub. Sondern nur mal drei Blog-Schreib-Gänge niedriger geschaltet. Ist vielleicht morgen schon wieder vorbei. Oder auch nicht. Ich muss ja keine Links verkaufen.

Freitag, 28. September 2007

Unicode-Font für burmesische/birmanische Schrift

Wer auf burmesischen/birmanischen Internetseiten auch die originalen burmesischen/birmanischen Schriftzeichen sehen will statt irgendwelcher Ersatzzeichen (beispielsweise eine unendliche Reihe von Fragezeichen), muss vermutlich erst einmal den richtigen UTF-8-Character Font (Schriftart) auf seinem Computer installieren.

Das geht ganz schnell und schmerzlos. Dazu einfach diese Font-Datei herunterladen (auf den Link rechts klicken und "speichern unter..." auswählen) (Datei von mir gefunden via Radio Free Asia) und unter Windows anschließend die heruntergeladene Font-Datei namens "bit.ttf" ins Fonts-Verzeichnis (meist c:\winnt\fonts oder c:\winxp\fonts) kopieren. Wer die allgemeine, offizielle Anleitung von Microsoft zum Installieren von Fonts dazu benötigt: Bitte schön. Anschließend einfach die Webseite im Browser neu laden und fertig. Wird die Schrift trotzdem immer noch nicht angezeigt, muss man eventuell beispielsweise im Firefox-Browser unter "Ansicht" zunächst noch "Unicode (UTF-8)" als Schriftart auswählen.

Die burmesischen/birmanischen Schriftzeichen sehen sehr schön aus. Vielleicht ist es auch ein Stück Respekt vor der Kultur, sich die Schriftzeichen im Original anzeigen zu lassen, statt sich eine Reihe von schnöden, immer gleichen Ersatzzeichen ansehen zu müssen. Ein ästhetisches Erlebnis ist die burmesische/birmanische Schrift allemal. Und vielleicht kennt der ein oder andere ja sogar jemanden, der die birmanische Schrift und Sprache beherrscht, aber bislang nicht wusste, wie man die Schrift auf westlichen Computersystemen installiert.

Hier noch ein paar Links, um die neu installierte Schrift gleich auszuprobieren:

Zunächst ein anscheinend sehr informatives Weblog zur aktuellen Lage in Birma, das es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem Informationen in birmanischen Weblogs ins Englische zu übersetzen: Burma-Myanmar Genocide 2007. Dort findet man dann auch Links zu den birmanischen Weblogs, aus denen "Burma-Myanmar Genocide 2007" übersetzt. Zu diesen Weblogs in birmanischer Sprache gehören beispielsweise NIknayman, MMEDWatch und Ko Htike's Prosaic Collection.

Listen zu birmanischen Weblogs gibt es ansonsten beispielsweise auch beim Startupblogger und bei Robert Basic.

Der Spiegelfechter verfolgt die aktuellen Entwicklungen in Birma anscheinend auch anhand von englischsprachigen Weblogs und hat dazu einen sehr ausführlichen, ständig aktualisierten Weblog-Eintrag verfasst: Myanmar an der Schwelle zum Bürgerkrieg.

Den Hinweis, dass man bei Weblogs nicht weiß, ob denn das alles so stimmt, was da steht und dass man nicht weiß, welche möglichen Interessen die Autoren verfolgen, den erspare ich mir. Denn diesen Hinweis könnte man auch bei jedem Link auf Tagesschau.de, Spiegel.de oder auf sonstige Medien bringen. Es gilt wie immer kein blindes Vertrauen zu haben. Schieflagen gibt es überall.

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Dienstag, 25. September 2007

ZDF-Mediathek macht Anstalten

Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, da hatte das ZDF eine Online-Mediathek, in der TV-Sendungen online angesehen werden konnten. Nun nicht mehr. Zumindest keine mehr, die funktioniert. Zumindest bei mir funktioniert.

Mit Firefox, allen erforderlichen Plug-Ins installiert, aktiviertem JavaScript und aktiviertem Java und aktiviertem Pipapo, bekomme ich jetzt nur noch eine Seite zu sehen in der ZDF-Mediathek, die mich auffordert, ein Plug-In auszuwählen. Geht aber nicht. Lässt sich nichts auswählen. Obwohl alles korrekt installiert ist:

Screenshot: ZDF-Mediathek im Firefox

Gut, also schmeiße ich den verhassten Internet-Explorer an. Und was muss ich lesen:

Screenshot: Fehlermeldung zur ZDF-Mediathek-Seite im Internetexplorer

Ich will im ZDF nur genau eine einzige Sendung sehen: Die Satire-Sendung "Neues aus der Anstalt". Der Rest des ZDF-Angebotes interessiert mich nicht. Das ZDF kriegt es noch nicht einmal hin, schlicht und einfach einen Link zur Videostreamdatei anzubieten, den der Nutzer dann notfalls, wenn es Probleme mit den Plug-Ins gibt (und die gibt es bei manchen Nutzern mit Sicherheit immer mal wieder) manuell in sein Video-Abspielprogramm einfügen kann. Aber es muss ja alles in einem Pop-Up-Fenster laufen. Vermutlich, damit man das Videofenster auch ja auf einem ZDF-Webseiten-Hintergrund betrachtet. Und nirgends ist ein Link zu einer Hilfeseite zu finden. Und natürlich auch kein direkter Link zu einer Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Was für eine Eselei das ganze.

Zurück also zum guten alten, verlässlichen eMule (Wortspiel! Bin ich nicht gut!).

Screenshot: ZDF-Sendung als Downloadangebot in Tauschbörse eMule

Da läuft die Sendung allerdings nach dem Herunterladen auf den eigenen Rechner garantiert ohne jedes ZDF-Branding (Logo oben links in der Ecke ausgenommen) und garantiert außerhalb jedes ZDF-Onlineangebotes und weit entfernt von jeder vom ZDF "kontrollierten" Webseite. Der böse Nutzer macht eben, was er will. Ts, ts, ts.

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Sonntag, 12. August 2007

Spukiges Spock.com

Bislang wurde ich eher als etwas spinnert belächelt wegen meines Bemühens, im Internet nur unter Pseudonym aufzutreten. Ich bin eine völlig normale Person, keine Berühmtheit, niemand, der aus juristischen Gründen etwas zu verbergen hätte. Dennoch findet man unter meinem realen Namen kaum etwas im Internet über mich, obwohl ich das Internet seit 1996 nicht nur als passiver Konsument nutze und obwohl ich beruflich viel mit dem Internet zu tun habe.

Der Hauptgrund meiner Abstinenz, Daten über mich im Internet preiszugeben, war, dass ich mir schon früh bewusst war, dass es bald automatisierte Dienste und Services geben würde, die alle möglichen und an vielen Orten im Internet verstreuten Informationen über jede x-beliebige Person zusammentragen werden und somit die intensive personenbezogene Recherche bald von jedem durchgeführt werden kann, der zumindest die Fähigkeit besitzt, einen Computer einzuschalten und einen Webbrowser zu starten.

Spätestens ab jetzt gibt es einen derartigen Dienst, wie die Netzeitung/Golem berichtet:

Spock.com will "Ergebnisse rund um Menschen präsentieren. Auf diese Weise unterscheiden wir uns von anderen Suchmaschinen: Wir sind nur auf Menschen ausgerichtet", verkündete Jay Bhatti, einer der Gründer, zum Start am Mittwoch. Die Daten beschafft sich Spock.com vor allem aus sozialen Netzwerken wie Xing, Flickr oder Facebook. (Quelle)


Die beschaffen sich die Daten einfach, die fragen nicht vorher. Wie das mit dem Beschaffen der Daten funktioniert? Beispielsweise durch automatisiertes Abgrasen der bei Online-Communities von den Nutzern hinterlegten Profile und Daten durch dafür extra programmierte sogenannte "Crawler"-Programme. Oder vielleicht auch mittels Ausnutzen bekannter Sicherheitslücken bei den verschiedenen Community-Webseiten.

Da entsteht also mit Spock.com eine kinderleicht zu bedienende, zentrale Menschen-Durchleuchtungs-Suchmaschine. Früher musste man "Hacker" sein, um an solch umfangreiche Daten aus solch verschiedenen Quellen zu kommen. Heute kann jeder nach der Suche bei Google schnell auch noch bei Spock.com vorbeischauen.

So, und nun noch viel Spaß mit Facebook, Xing, StudiVZ, SchülerVZ und sonstigen tollen Community-Websites und Foren oder mit den umfangreichen Infos zu eurer Person auf der Website eures Arbeitgebers oder auf eurer privaten Homepage!

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Dienstag, 3. Juli 2007

Yeah!! Das Super-Handy! Ich habe es auch!

Jetzt gibt es ja überall im Internet die ersten Erfahrungsberichte von Nutzern des neuen Handys namens "iPhone" von Apple. Da dachte ich: Okay, okay, okay, die Leute haben ja Recht. Also springe ich mal über meinen Schatten und gebe zu: Auch ich gehöre jetzt zu den stolzen Besitzern des "Super-Handys". Normalerweise mache ich ja keine Werbung, aber es ist schon wahr... das "Super-Handy" ist wirklich... na, was wohl? Genau: super! Hier also meine Erfahrungen mit dem "Super-Handy":

Das Handy sieht wirklich schick aus. Klein aber "oh ho" halt. Dank der übersichtlichen Menüführung und des sinnvollen Wording (Bezeichnung für Menü-Einträge) sind die unterschiedlichen Funktionen schnell auffindbar. Die Funktionsvielfalt ist echt erstaunlich:

  • Ein brilliantes Display
  • Kamera
  • MP3-Player
  • Videoplayer
  • Adressbuch
  • Kalender
  • Notizfunktion (auch Sprachnotizen, also Diktiergerätfunktion)
  • Ein richtiger Web-Browser, mit dem man richtige Internetseiten angucken kann (leider ohne Flash) und RSS-Feeds abonnieren und lesen kann und Bilddateien, MP3s (beispielsweise Podcasts!) und Videos herunterladen kann aufs Handy. Man sieht Webseiten so, wie sie wirklich aussehen und kann dann hineinzoomen. Ich bevorzuge jedoch die automatische Konvertierung auf ein noch leichter lesbares Format, bei dem man den Text der Webseite sogar so groß einstellen kann, dass man sie auch mit ausgestrektem Arm auf dem Handy lesen kann.
  • Google-Maps - die geniale Kartensoftware
  • Ein vollwertiger Pop3-E-mail-Client, mit dem man jedes (wirklich jedes!) normale Pop3-E-mail-Konto ganz unterschiedlicher Anbieter abfragen kann und Dateitypen jeden Formats als Anhang verschicken kann
  • Einfache Synchronisation von Adressbuch, SMS-Einträgen, Kalender und Notizen mittels USB, Infrarot oder Bluetooth mit dem Computer
  • UKW-Radio mit wirklich erstaunlicher Tonqualität samt Anzeige zusätzlicher Sender-Informationen, automatischem Sender-Speicher und automatischer Sender-Nachregulierung in Sekundenbruchteilen
  • Außerdem ist das "Super-Handy" UMTS-fähig
  • Auch der Akku lässt sich manuell und leicht austauschen ohne dafür zu Apple rennen zu müssen. Die Akku-Leistung liegt bei ca. 2,5 Stunden wenn man ununterbrochen per UMTS Daten verschickt. Also bei wirklich ununterbrochenem Datenverkehr.
  • Das "Super-Handy" lässt sich per USB-Kabel, Bluetooth oder wenn nötig auch per Infrarot-Schnittstelle sehr gut als Modem am Computer verwenden.
  • Und das "Super-Handy" lässt sich tatsächlich ohne große Übung mit einer einzigen Hand vollständig bedienen!
  • Und wer's braucht: Es gibt unzählige Spiele, Spiele, Spiele für das "Super-Handy"
Kurz: Ich bin absolut begeistert!

Halt, wird jetzt mancher denken: Sprachnotizen? Ein Webbrowser, mit dem man Dateien herunterladen kann? Ein E-mail-Client für normale und beliebige Pop3-Mailaccounts samt Möglichkeit, beliebige Dateiformate als Anhang zu verschicken? UMTS? UKW-Radio? Leicht austauschbarer Akku? Mit einer Hand bedienbar? Spiele?

Okay, erwischt. Ich rede hier nicht vom neuen iPhone, bei dem es diese letztgenannten Funktionen offenbar nicht gibt, sondern von einem Mittelklasse-Handy eines sehr bekannten Herstellers (kein Blackberry, kein Smart-Phone), das es mittlerweile bereits zwei Jahre auf dem Markt gibt und dessen Nachfolgemodelle inzwischen vermutlich noch besser geworden sind. Der vielseitige E-mail-Client ist im Handy eingebaut. Der Webbrowser ist der neue Opera-Mini-Browser, kostenlos für jedes Java-fähige Handy herunterladbar. Der Opera-Mini-Browser ist vermutlich die in Fachkreisen am meisten unterschätzte Software. Nein, er ist nicht langsam (das Rendering übernehmen Server von Opera) und ja, man kann mit ihm das normale Internet durchsurfen und nicht nur irgendwelche Webseiten, die fürs mobile Netz optimiert wurden. Nur Ajax-Anwendungen funktionieren leider (noch) nicht. Dafür jedoch beispielsweise verschlüsselte Verbindungen. Opera-Mini oder ein ähnlich funktionstüchtiger Internet-Browser ist meiner Meinung nach die absolute Killerapplikation für ein Handy: Google, Wikipedia, Englisch-Deutsch-Wörterbuch (zum Beispiel LEO.org oder halt jedes beliebig andere Internet-Wörterbuch), Wettervorhersagen, Tagesschau.de, NYTimes.com, also kurz: Das absolut gesamte Internet (mehrere Milliarden Webseiten, wer es immer noch nicht kapiert hat) steht dank solcher mobiler Web-Browser den Nutzern zur Verfügung. Ganz ohne iPhone. Aber natürlich wohl jetzt endlich auch den iPhone-Nutzern.

Ehrlicherweise sei zu meinem "Super-Handy" noch gesagt: Das Display ist kleiner als beim iPhone, dennoch äußerst scharf und kontrastreich. Die Kamera hat im Gegensatz zur 2 Megapixel-Kamera des iPhones nur 1,2 Megapixel, dafür gibt es eine zweite VGA-Kamera für die Videotelefonie (fehlt beim iPhone). Außerdem ist der Speicher meines "Super-Handys" im Gegensatz zum iPhone stark begrenzt. Wlan-fähig ist das Handy auch nicht, aber bei einer gebuchten UMTS-Datenflatrate ist mir das ziemlich egal. UMTS kann man auch im fahrenden Auto (als Beifahrer natürlich) verwenden oder im Zug (ganz unabhängig von den teuren Hot-Spots der Bahn), sofern man nur in der Nähe eines größeren Ballungsgebietes ist (auf dem flachen Lande hapert es mit UMTS, dann muss man das langsame GPRS verwenden). Aber wo gibt es demgegenüber zur Zeit in Deutschland Wlan-Hotspots? Noch dazu kostenlose? Tja, eben. Als Videos können auf meinem "Super-Handy zudem nur die üblichen Videos im handy-typischen 3GP-Format verwendet werden. Und im Gegensatz zum iPhone kann man mit meinem "Super-Handy" auch keine Dateien im Microsoft-Office-Format anschauen und bearbeiten. Fazit: Zum Videogucken eignet sich mein Handy nicht. Als Office-Ersatz auch nicht. Aber zum Bearbeiten von Office-Dokumenten würde ich auch beim iPhone vermutlich lieber auf einen richtigen Computer zurückgreifen wollen. Mir sind ja schon Notebook-Tastaturen zu klein. Aber natürlich kann es sein, dass der Touch-Screen des iPhones extrem einfach zu bedienen ist. Ob so jedoch das Handy auch nur mit einer Hand, also mit dem Daumen, bedienbar ist und ob das "Ansprechverhalten" des Touchscreens zufriedenstellend ist? Und ob man den Touchscreen auch "blind" trotz fehlendem haptischen Feedback bedienen kann? Ich zweifle. Aber wenn es den Leuten gefällt... warum nicht? Konkurrenz belebt das Geschäft, was für uns Kunden nur gut sein kann. Der Hype in den Medien ist jedoch nur eines: Peinlich. Für die Medien.

Früherer Eintrag zum selben Thema: Das iPhone macht die Medien dumm, trallalalala

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Donnerstag, 14. Juni 2007

Alternative zu Flickr: 23hq.com

Ja, es gibt viele Gründe, Flickr zu nutzen. Die Benutzerfreundlichkeit, die Anzahl an Funktionen und vor allem die große Community mit unzähligen hervorragenden Fotografen.

Aber es gibt auch zahlreiche Gründe, Flickr nicht zu nutzen. Zuvorderst, dass Flickrs Mutterfirma Yahoo mehrmals ohne wirklich dazu gezwungen gewesen zu sein, den chinesischen Strafverfolgungsbehörden persönliche Daten von chinesischen Dissidenten, die Dienste von Yahoo genutzt hatten, übermittelt hatte und Yahoo so geholfen hat, Menschen hinter Gitter zu bringen, die nur ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hatten. Anteilseigner von Yahoo hatten jüngst gefordert, dass Yahoo in Zukunft die Menschenrechte achten solle und schlugen dafür ein extra Komitee vor. Yahoo war dagegen. Wieder ein Grund mehr, einen Bogen um die Dienste von Yahoo zu machen.

Der letzte Ausschlag für viele - vor allem Deutsche - zumindest Flickr zu verlassen, dürften die neuen Filter von Flickr sein, die deutschen Besuchern von Flickr das volle Programm von Flickr verwehren. Ist man nicht als Nutzer angemeldet bei Flickr, bekommt man nur die nach extrem weichen Kriterien als "sicher" eingestuften Fotos der Flickr-Nutzer zu sehen. Wer also beispielsweise Akt-Fotos (künstlerischer Natur) bei Flickr gehostet hat, der muss auf deutsche Bewunderer seiner Fotos verzichten, sofern die Besucher nicht selbst einen Account bei Flickr/Yahoo haben - allerdings einen nicht-deutschen Flickr/Yahoo-Account.

Das Zensur-Vorgehen von Flickr bezüglich deutscher Flickr-Nutzer könnte mit der unklaren Rechtssituation in Deutschland in Bezug auf das Internet zusammenhängen. Internet-Forenbetreiber stehen in Deutschland zwangsläufig mit einem Bein im Kittchen. Deutsche Politiker halten den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet nicht für wichtig und belassen es somit bei zweideutigen Gesetzen, die je nach Gericht anders ausgelegt werden: Mal ist ein Forenbetreiber nur dann verantwortlich für Inhalte im Forum, wenn er ausdrücklich Kenntnis davon hat, mal nicht. Ich kann gut verstehen, dass Flickr bei der Lokalisierung seines Dienstes in Deutschland kalte Füße bekommen hat und nach einer für sie sicheren Lösung gesucht hat.

Dass die freie Meinungsäußerung im Internet in Deutschland nur unzureichend geschützt ist, zeigt beispielsweise auch die aktuelle Bedrohung des kritischen, privat betriebenen Verbraucherschutzforums Call-In-TV durch die Endemol-Tochter "Callactive". Call-In-TV sammelt kritische Meinungen zu den diversen Call-In-Sendungen im deutschen Fernsehen. Dass diese Kritik den Sendungsmachern nicht gefällt, ist klar. Und in Deutschland können Firmen ganz einfach und bei - nach Maßstäben der Firmen - geringem Risiko jede Kritik von Privatleuten an ihren Produkten mundtot machen. Einfach, indem man Abmahnungen verfasst und mit Prozessen droht. Wegen der unklaren Rechtslage in Deutschland können Privatpersonen sich das Risiko eines Prozesses meist nicht leisten. Also löscht man die Kritik an den Firmen und zahlt brav die Abmahngebühren.

Dieses Abwürgen der Meinungsfreiheit im Internet ist vermutlich politisch gewollt. Die Politiker von SPD und Union hätten bei der Verabschiedung des Telemediengesetzes ohne großen Aufwand eine klare Regelung der Forenhaftung festlegen können. Man hat bewusst darauf verzichtet. Übrigens: Sollte mir jemand offenbaren, dass er bei den nächsten Wahlen Union oder SPD wählt, der muss sich darauf einstellen, dass ich ihm unvermittelt auf die Füße kotze. Ist nicht persönlich gemeint. Nur ein schwer kontrollierbarer Reflex meinerseits.

Wie auch immer. Die erneute Weigerung von Yahoo, ernsthafter, transparenter, nachvollziehbarer und intensiver bei ihren Geschäften die Menschenrechte zu achten und auch die seltsame Zwangsfilterung für deutsche Flickr-Besucher und schlussendlich die Hoffnung, dass es nun endlich irgendwo im Netz eine gleichwertige Alternative zu Flickr geben könnte, hat mich veranlasst, mir die Zeit zu nehmen und nach einer Alternative zu Flickr zu suchen. Ich habe mir also zahlreiche Bilder-Hoster angeschaut. Aber nur ein einziger Dienst, von den von mir begutachteten, kommt meiner Meinung nach dem nahe, was Flickr anbietet.

Wer nur einen Hoster für seine Fotos sucht, um seine Fotos dann auf einer anderen Internetseite, beispielsweise seinem Weblog, einzubinden, für den gibt es natürlich unzählige Bilder-Hoster. Aber Flickr ist ja weit mehr.

Für mich muss eine Flickr-Alternative mindestens folgende Funktionen aufweisen:

  • Eine ausgereifte Suchfunktion, um beim Anbieter gehostete Bilder anderer Nutzer zu finden.
  • Eine Bedienerführung, die es auf leichte Art erlaubt, auf Entdeckungsreise zu gehen, also tolle Fotos und talentierte Fotografen zu finden.
  • Die Anzeige der Fotos in verschiedenen Größen.
  • Das Sammeln interessanter Fotos anderer Fotografen in einer eigenen Favoriten-Sammlung (eine Art "Bookmark-Funktion" also für tolle Fotos).
  • Die Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Fotos zu hinterlassen.
  • Die Einbindung von "Creative-Commons-Lizenzen", also die Möglichkeit, die Nutzungsrechte an eigenen Fotos in Stufen freizugeben oder einzubehalten.
All diese Dinge werden außer bei Flickr meines Wissens nach nur noch von 23hq realisiert. Wer einen anderen Anbieter kennt, der ebenfalls diese genannten Kriterien erfüllt, kann darauf gerne in den Kommentaren hinweisen.

Neben dem erwähnten 23hq habe ich außerdem angeschaut und für mich nicht als ausreichend befunden, weil bei ihnen mindestens eines der oben aufgelisteten Kriterien fehlte: Ich hätte gerne einen deutschen Anbieter als Flickr-Alternative empfohlen, aber leider bieten die deutschen Anbieter keine Möglichkeit, die Nutzungsrechte der Bilder variabel zu vergeben. Alle deutschen Anbieter - so verstehe ich zumindest die AGBs - verlangen zudem von den Nutzern die völlige Überlassung der Nutzungsrechte an ihren Bildern. Für mich eine nicht akzeptable Bedingung. Und ich vermute, dass diese unklare Regelung in Bezug auf das Copyright viele gute Fotografen davon abhält, deutsche Bilder-Hoster zu nutzen. Schaue ich mir die bei den deutschen Anbietern gehosteten Bilder an, fühle ich mich in dieser Annahme bestätigt.

Ich teste nun 23hq.com ausführlicher. Der erste Eindruck: Manche Dinge erscheinen mir sogar besser gelöst als bei Flickr. Nur die Community ist offensichtlich bei 23hq noch nicht so groß wie bei Flickr. Man kann 23hq auch kostenlos nutzen. Einzige Einschränkung dabei: Man kann nur maximal 20 MB pro Monat hochladen (ausgenommen die ersten zwei Wochen, in denen man mehr Fotos hochladen kann).

Ich werde eventuell später noch mehr zu 23hq.com schreiben und eventuelle Unterschiede zu Flickr detaillierter darstellen.

P.S.: Auch Del.icio.us gehört zu Yahoo. Demnächst werde ich mir auch noch einmal Alternativen zu Del.icio.us ansehen.

Nachtrag: Nach langer Wartezeit hat sich eine Mitarbeiterin von Flickr in den Foren von Flickr geäußert und erklärt, dass das seltsame Filtersystem von Flickr darin begründet sei, dass die ungeschützte Verbreitung von Pornographie in Deutschland strafbar ist. Das ist so. Auch die fahrlässige Verbreitung von Pornographie außerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe, die durch ein real funktionierendes Altersverifikationssystem geschützt ist, ist in Deutschland strafbar. Anwendbar ist diese Vorschrift auf das Internet jedoch kaum. Aber das kümmert den deutschen Gesetzgeber natürlich nicht. Die Realität hat sich nach den Gesetzen zu richten und nicht umgekehrt. Ich habe keine Ahnung, ob Flickr eine Möglichkeit hat, einen Bilder-Hosting-Dienst auch von Deutschland aus anzubieten, ohne nicht ein juristisches Risiko einzugehen. Auch das jetzt bei Flickr implementierte Filtersystem würde vor einem deutschen Gericht - vermute ich - nicht als adäquate Zugangsbeschränkung angesehen werden. Beim jetzigen System müssen die einzelnen Flickr-Nutzer ja ihre Fotos selbst in eine von drei Kategorien einordnen (sicher, moderat, unsicher). So kommt es, dass eher prüde US-Nutzer viele ihrer Fotos als "unsicher" einstufen, obwohl sie nach deutschen Gesichtspunkten niemals als pornographisch eingestuft würden. So kommt es, dass Deutsche bei Flickr trotz eigentlich eines meist liberaleren Umgangs mit Sexualität innerhalb der Gesellschaft bei Flickr einer strikteren Regulierung unterliegen als andere Nutzer. Wer es als deutscher Teenie aber drauf anlegt, braucht sich nur einen neuen Yahoo-Account zuzulegen, als Wohnort USA oder Kanada angeben und kommt so ohne Aufwand dennoch in den "Genuss" aller Flickr-Fotos. Fazit: Das deutsche Gesetz - vor allem im Bereich des Jungendschutzes - führt auch hier wieder zu verrückten Verrenkungen, die Leuten, die sich mit dem Technik-Krams nicht auskennen, suggerieren, es gäbe einen Schutz. Die gleiche Schose also wie bei der Diskussion rund um ein Verbot von Killerspielen.

Es wird Zeit, dass diese mental vergreiste Politiker-Kaste, die derzeit in Deutschland das Sagen hat, abtritt. Da aber die deutsche Gesellschaft insgesamt mental immer mehr vergreist (vor allem, was ihr Spiegelbild in den Medien betrifft - Wo ist die junge, aufregende Kunst in den Medien? Wo spiegelt sich die gewachsene Internationalität und Vielschichtigkeit der deutschen Gesellschaft in den Medien wieder? Was für ein Publikum sitzt stattdessen in den TV-Shows von ARD und ZDF? Wieviele Falten finden sich in den Gesichtern der Chefredakteure? Na?...), wird das nicht passieren.

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Donnerstag, 24. Mai 2007

Tagesschau.de führt mit Online-Umfrage zur Tour-de-France-Berichterstattung in die Irre

In äußerst (un-)geschickter Manier präsentiert Tagesschau.de gerade eine Online-Umfrage zur Frage, ob die ARD sich aus der Berichterstattung über den Profi-Radsport zurückziehen soll.

Liest man nämlich auf der Homepage von Tagesschau.de den Link zur Online-Umfrage, so sieht man folgende Frage:

Screenshot von 12:55 Uhr, 24.05.07: Hinweis auf Umfrage auf der Tagesschau-Homepage

Umfrage: Sollten ARD und ZDF noch berichten? (Quelle)


Wer also beispielsweise gegen eine weitere Berichterstattung ist, sagt sich als Antwort auf diese Frage: "Nein!".

Klickt man jedoch auf die Umfrage und stimmt schnell und ohne zu zögern mit "Nein" ab, hat man jedoch für die weitere Berichterstattung gestimmt. Tja, da hätte man sich eben den längeren Einleitungstext zu der Umfrage noch einmal durchlesen sollen, denn da wird die Fragestellung von der Tagesschau.de-Homepage einfach umgedreht:

Screenshot von 12:55 Uhr, 24.05.07: Umgepolte Fragestellung auf der Umfrageseite selbst bei Tagesschau.de

Was denken Sie: Sollten ARD und ZDF angesichts der Doping-Geständnisse aus der Tour-Berichterstattung aussteigen? (Quelle)


Das ist ganz sicherlich und ganz bestimmt nur ein bedauerlicher Fehler von Tagesschau.de. Solche Umfragen machen die ja bekanntlich auch ganz selten. Und überhaupt, Internet und so ist ja noch so neu. Also da können solche Fehler ja schon einmal passieren, nicht wahr? Genau wie diese seltsamen Piep-Töne in manchen ARD-Sendungen. Ja, die Technik...

Die Frage ist, wie sich solch ein Fehler im Design einer Umfrage auf das Ergebnis auswirkt. Es könnte beispielsweise sein, dass diejenigen, die gegen eine weitere Berichterstattung sind, impulsiver abstimmen, aus dem Gefühl einer Empörung gegen die neu offenbarten Doping-Fälle heraus. Diese Leute könnten dann häufiger auf die irreführende Gestaltung der Umfrage hereinfallen. Wenn beide Seiten sich durch die Umfragegestaltung in gleich großer Stärke in die Irre führen lassen, dann würde das vermutlich zu einer Nivellierung der Unterschiede im Umfrage-Ergebnis führen: Angenommen es gibt 100 Personen, die gegen eine weitere Berichterstattung sind und 10, die dafür sind, und es lassen sich jeweils 10% beider Seiten täuschen, dann würde das verfälschte Ergebnis darstellen, dass 91 gegen die weitere Berichterstattung sind und 19 dafür.

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Dienstag, 22. Mai 2007

Google lädt Nutzer zu Usability-Tests ein

Blogspot/Blogger.com - wo dieses Weblog hier beheimatet ist - gehört zu Google. Beim Schreiben von Weblog-Einträgen bekommt man als Nutzer von Blogspot auch ein sogenanntes "Dashboard" zu sehen, wo es hin und wieder Neuigkeiten über den Service von Blogger/Blogspot oder Google zu lesen gibt. Heute fand sich die allgemeine Einladung an alle Blogger/Blogspot-Nutzer, gegen Geld bei Google-Nutzertests mitzumachen. Usability-Untersuchungen neuer Google-Produkte also. Mal wieder eine Gelegenheit für mich, kurz etwas über Usability zu schreiben und die böse Politik für einen Artikel außen vor zu lassen. :-)

Usability heißt: Gebrauchstauglichkeit, Benutzerfreundlichkeit, Bedienbarkeit... Und eines wird daraus deutlich: Google nimmt das Thema Usability ernst. Ich behaupte, dass ein großer Teil des Erfolges von Google genau darauf beruht. Und Google sind die Erkenntnisse aus solchen Studien auch einiges Wert: Pro Test, der circa eine bis anderthalb Stunden dauern soll, zahlen sie Teilnehmern 75$ (ohne Anfahrtskosten allerdings). Um am Test teilzunehmen, ist keinerlei besondere Vorbildung nötig. Ein Untersuchungsleiter von Google setzt sich dann mit der Testperson zusammen und testet mit dieser einen Person intensiv Prototypen neuer Google-Dienste oder Anwendungen. Sehr personalintensiv also! Daneben gibt es noch andere Tests, wohl auch Online-Umfragen oder das von einem Google-Mitarbeiter per Telefon angeleitete Bedienen eines Prototyps via Internet und so weiter. Die bei manchen so beliebten "Eyetracking-Studies" oder gar nur der Einsatz von Online-Befragungen reichen für Usability-Untersuchungen nicht aus. Um einen wirklichen Eindruck von der Bedienbarkeit eines Produktes zu bekommen, ist es am effektivsten, man lädt einen Nutzer ein, gibt ihm eine genau beschriebene Aufgabe, die er mit einem Prototypen des Produktes durchführen soll und beobachtet ihn während seiner Tätigkeit hinsichtlich vorher festgelegter Kriterien und Fragestellungen (Führt der Nutzer einen Test erfolgreich durch? Welchen Weg von xx möglichen Wegen wählt er? Wieviele "Fehler" macht er? Findet er den schnellsten Bedienweg? Und so weiter). Am besten zeichnet man alles auf Video auf und führt anschließend direkt nach dem Test auch noch ein Videokonfrontationsinterview durch. In dem darf der Tester dann, während er sich das soeben aufgezeichnete Video anschaut, genau beschreiben, warum er was zum Lösen der gestellten Aufgabe am Prototypen gemacht hat und wie er sich dabei gefühlt hat. Natürlich gibt es diverse Varianten dieses Vorgehens (zum Beispiel ohne Video, dafür aber mit der Aufforderung an die Testperson doch bitte während der Durchführung der Aufgabe "laut zu denken", um so den Beobachter zu informieren, warum er was mit dem Prototypen macht).

Die eigentliche Arbeit bei solchen Usability-Tests besteht jedoch nicht in der Durchführung, sondern in der Begleitung der Designer bei der Entwicklung des Produktes, in der Planung der Tests und anschließend in der Auswertung und dem Herunterbrechen der Ergebnisse auf konkrete Designvorschläge. Wenn man also auch nicht unbedingt Massen an Testpersonen braucht, so doch genügend Leute, die diese Tests beobachtend begleiten. Befragt man Testpersonen in Form eines Interviews, muss man festlegen, ob man die Antworten anschließend qualitativ auswerten möchte, also in Form einer Inhaltsanalyse dessen, was die Testpersonen zum Prototypen äußern, oder ob man die Antworten anschließend mittels statistischer Verfahren aggregieren und auswerten möchte und vielleicht sogar einen Indexwert für bestimmte Usability-Probleme berechnen will. Bei einer großen Firma wie Google, die ein weltweites Publikum bedient, wären Auswerter bei einer qualitativen Auswertung sicherlich schnell zeitlich überfordert. Denn ich vermute, dass Google viele Testpersonen einlädt, um wirklich sicherzustellen, dass ihre Produkte für die unterschiedlichsten Menschen weltweit bedienbar sind. Um derartige Tests zu planen und auszuwerten, braucht es dann meist beispielsweise ausgebildete Psychologen, die solche Testkonstruktionen im Studium lernen.

Schön finde ich folgende Antwort in der zugehörigen FAQ:

Frage: Does it involve having electrodes attached to my body?
Antwort: No. Sorry.

Oder diese hier:

Frage: A member of my family works at Google. Can I still sign up?
Antwort: Yes. If you ask them nicely, maybe they'll even invite you to lunch.

:-)

Ich spekuliere mal und vermute, dass Google aktuell Prototypen testet, bei dem die unterschiedlichen Google-Dienste noch stärker als bisher unter einer einheitlichen Oberfläche integriert werden. Klar, dass das intensive Usability-Tests erfordert. Oder es sind wieder mal noch ganz neue Google-Produkte im Anmarsch... Wer weiß?

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Dienstag, 1. Mai 2007

Google-Bildersuche listet auch reine Textseiten als "Treffer" auf

Gerade entdecke ich anhand eines Referrers meines Statistiktools, dass die Google-Bildersuche auch Webseiten als "Treffer" aufführt, die überhaupt nicht das gesuchte Bild enthalten. Es reicht schon, einen Textlink auf ein Bild zu setzen (also ohne Einbinden des verlinkten Bildes in die eigene Webseite, ohne Image-Tag also), um in der Google-Bildersuche als "Treffer" aufgelistet zu werden. Sehr seltsam, finde ich. War das schon immer so?

Noch deutlich wird das, wenn man zum Beispiel bei der Google-Bildersuche nach "Schieflage" und "Anstand" sucht. Der erste Treffer führt zu diesem Weblog hier, was natürlich einerseits logisch ist, da ich ein Bild namens "Anstand.gif" in einem Weblog-Eintrag verlinkt hatte. Aber andererseits auch verwirrend ist, denn das in der Google-Bildersuche gezeigte Bild wird hier ja nirgends gezeigt.

Ob diese Präsentation der Suchergebnisse sinnvoll ist für eine Bildersuchmaschine? Schnallt der Google-Suchrobot tatsächlich nicht, dass ein Link auf ein Bild nicht begleitet wird von einem Image-Tag? Da sollte Google vielleicht die Usability verbessern und das Suchergebnis nicht so präsentieren, als ob das per Textlink verlinkte Bild auf der als "Treffer" aufgelisteten Webseite irgendwo zu sehen wäre. Denn Google betitelt den Suchtreffer, also die Internetseite, die das Bild angeblich beinhalten soll, auf der aber das Bild gar nicht zu sehen ist, mit den Worten: "Unten sehen Sie das Bild im Originalzusammenhang auf der Seite...". Und das stimmt nicht.

Mal sehen, wann der erste Anwalt, der diesen Fehler von Google nicht bemerkt und sich nicht die Mühe macht, tatsächlich mit eigenen Augen zu kontrollieren, ob eine von der Google-Bildersuche präsentierte Webseite auch tatsächlich das Bild enthält, Abmahnschreiben losschickt, weil er fälschlicherweise meint, eine Internetseite, die per Textlink auf ein Bild irgendwo verlinkt, hätte das Bild unter Verletzung des Urheberrechts in die eigene Internetseite eingebaut. Könnte lustig werden. Fragt sich nur für wen: Für den Anwalt oder den Abgemahnten?

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Sonntag, 11. Februar 2007

Kleine Tipps zum schnelleren Suchen und Finden

1) Schnellerer Wikipedia-Zugriff

Statt erst auf die Wikipedia-Homepage zu gehen, also www.wikipedia.org, und dort dann einen Suchbegriff einzugeben (Erforderliche Schritte: eine Adresseingabe oder Bookmarksuche nach Wikipedia.org, einmal Enter-Taste drücken, Sucheingabefeld auf Wikipedia.org suchen, mit dem Cursor in das Sucheingabefeld reinklicken, Suchbegriff eingeben, auf den Suchbutton klicken) oder statt gar erst zu Google zu gehen, dort einen Suchbegriff und den Begriff Wikipedia einzugeben, um möglichst Treffer aus der Wikipedia angezeigt zu bekommen, gebe ich einfach immer direkt manuell die URI von Wikipedia im Browser ein plus den Suchbegriff. Will ich also Informationen über "Solon", gebe ich einfach ein:

de.wikipedia.org/wiki/Solon

Natürlich ergibt das nur einen Sinn, wenn man davon ausgehen kann, dass es zu dem Suchbegriff auch höchstwahrscheinlich einen extra Eintrag, ein extra "Kapitel" in der Wikipedia gibt.

2) Definitionen und Begriffserklärungen via Google

Nicht mehr missen möchte ich auch den "define:"-Suchoperator von Google. Sucht man nach einer Begriffsdefinition oder zum Beispiel der Erklärung für eine Abkürzung, zum Beispiel der Erklärung, was URI heißt, einfach bei Google (oder noch komfortabler direkt im Suchmaschinen-Feld innerhalb von Firefox) "define: uri" eingeben.

3) Googles Onebox-Suchergebnisse

a) Nur auf der englischsprachigen Webseite von Google funktioniert wohl derzeit die Anzeige der Ortszeit in gewünschten Orten, zum Beispiel von New York, mit Hilfe des Suchbegriffs "time in new york". Das erste Suchergebnis sagt einem dann die aktuelle Uhrzeit in New York.

b) Die direkte Anzeige des aktuellen Wetters samt Kurzvorhersage (Google-Suchbegriff zum Beispiel: "weather in new york") funktioniert leider bislang anscheinend nur für US-amerikanische Städte und ist somit für Deutsche eher uninteressant.

c) Weitere solche "Onebox"-Suchbegriffe beim englischsprachigen Google.com listet Google Blogoscoped auf.

Ich werde diesen Weblog-Eintrag vielleicht später mit weiteren ähnlichen Tipps, die das Suchen im Internet etwas verkürzen, ergänzen.

Es gibt natürlich ca. 394.583 verschiedene Suchoperatoren, Abkürzungen, Spezialsuchen und so weiter. Aber welche nutzt man wirklich? Täglich? Jeder hat ja so seine Tricks, mit denen er sich das Online-Leben erleichtert. Kommentare also? Bitte keine Scheu und einfach einen Kommentar hinterlassen. :-) Wenn die Kommentarfunktion von Blogspot.com weiterhin spinnt: Einfach mehrfach auf den Absende-Button klicken, bis der Kommentar online erscheint.

Google Bildersuche ist kaputt

Die Bildersuche von Google ist kaputt: Keine Katzenbilder bitte.

(Idee geklaut von Google Blogoscoped.)

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Samstag, 10. Februar 2007

Usability ist nicht einfach

Eine gute "Usability" eines technischen Gerätes bedeutet, dass das Gerät einfach zu bedienen ist. Aber was ist "einfach"? Nicht einfach!

Mit Usability bezeichnet man eine Eigenschaft technischer Geräte. Und zwar die Eigenschaft, wie gut oder schlecht sie von Menschen bedient werden können. Man könnte Usability also übersetzen mit "Bedienbarkeit", "Benutzbarkeit" oder ähnlichen Begriffen. Da diese deutschen Begriffe jedoch auch anderweitig und mit andersartiger Bedeutung verwendet werden, erscheint es mir ganz nützlich, beim Begriff "Usability" zu bleiben.

Usability ist eine komplexe Eigenschaft. Das heißt: Es gibt nicht einen oder wenige Faktoren, die bestimmen, wie die Usability aussieht, ob die Usability eines Gerätes also gut oder schlecht ist.

Usability lässt sich von seiner Komplexität her vergleichen mit der Eigenschaft "Nützlichkeit" ("Utility") eines Gerätes. Ob ein Gerät nützlich ist, hängt auch von vielen Faktoren ab, zum Beispiel seiner Funktionsvielfalt, der Zuverlässigkeit eines Gerätes, der Betriebsdauer, der Wartungsfreiheit, der Höhe des Preises, der Präzision, mit der das Gerät seine Aufgaben durchführt und so weiter.

"Nützlichkeit" und "Usability" haben noch mehr gemeinsam: Sie sind nicht alleine abhängig von den technischen Eigenschaften des Gerätes, sondern vor allem auch von den Anforderungen, die der menschliche Nutzer an das Gerät stellt. Soll heißen: Ein und das selbe Gerät kann für den einen Menschen nützlich und bedienbar sein, für einen anderen Menschen jedoch nicht. Und natürlich sind diese beiden Konzepte auch voneinander abhängig: Ein Gerät, das nicht bedienbar ist, ist auch nicht mehr nützlich. Andererseits können Dinge, die das Gerät prinzipiell nützlicher machen (zum Beispiel eine größere Funktionsvielfalt) auch die Implementierung einer guten Usability erschweren. Oft jedoch bedeutet die Erhöhung der Usability eines Gerätes für einen bestimmten Nutzerkreis (zum Beispiel Menschen mit Behinderungen), dass das Gerät auch für den Rest der Nutzer benutzerfreundlicher wird. Die Nützlichkeit eines Gerätes wird jedoch häufig erhöht, indem man das Gerät gezielt für eine ganz bestimmte Nutzergruppe entwickelt. Ein Geländefahrzeug wird für Leute, die es tatsächlich nur für den Einsatz im matschigen Dschungel benötigen, meist nicht besser und nützlicher, wenn man es mit zusätzlichen Funktionen ausstattet, die auch für den Einsatz auf der Straße interessant wären, weil technisch dann häufig ein Mittelweg aus diesen beiden Anforderungen (Dschungel und Straße) entsteht. Das Ergebnis wäre ein Auto, dass interessant für Gelegenheits-Dschungelfahrer ist, aber nicht für Leute, die vor allem auf matschigen Dschungel-Wegen unterwegs sind.

"Nützlichkeit" und "Usability" sind also trotz teilweiser gegenseitiger Abhängigkeit zwei voneinander getrennte Konzepte.

Will man die Nützlichkeit und die Usability von Geräten beurteilen, muss man zunächst fragen, für wen das Gerät in welchen Situationen nützlich und bedienbar sein soll.

Wer sich den folgenden Satz merkt, hat in Bezug auf das Thema "Usability" bereits viel gelernt: Es gibt keine einfachen Rezepte, um die Usability eines Gerätes zu erhöhen.

Einige Usability-Mythen sind, dass Touchscreens, wenige Knöpfe statt vieler Knöpfe oder gar eine Sprachsteuerung automatisch bessere Usability bedeuten würden. So einfach ist es leider nicht.

Man kann grob unterscheiden zwischen zwei Usability-Faktorengruppen:

Erstens Faktoren, die direkt mit physischen Eigenschaften des Gerätes zu tun haben, korrekter: Deren Ausprägungen man durch physikalische Messmethoden feststellen kann. Dazu gehört zum Beispiel die Schriftgröße, das Ansprechverhalten von Tasten oder Touchscreens, die Lautstärke eines Lautsprechers, die Größe von Tasten, die Kontraststärke eines Bildschirmes und so weiter. Diese Faktoren sind der "leichtere Teil" bei der Bestimmung der Usability eines Gerätes. Leicht deswegen, weil es für diese physikalischen Eigenschaften konkrete Designvorschläge gibt. Man muss nur beachten, dass das Gerät eine bestimmte, zuvor in anderen Untersuchungen festgestellte und vorgeschlagene Mindestgröße beispielsweise der Schrift nicht unterschreitet.

Und zweitens Faktoren, die mit dem Begreifen und Verstehen des Gerätes durch den Menschen zu tun haben. Psychologische Faktoren also, die man nur mit psychologischen Messmethoden dingfest machen kann. Leider gibt es anders als bei den physikalischen Faktoren hier keine Tabellen, wo man nachschlagen kann, wie bestimmte Menschen ein neues Gerät begreifen. Das muss bei jedem Gerät jedes Mal neu erforscht werden. Und das ist das, was Usability nicht einfach macht.

Wie Menschen mit einem Gerät umgehen, hängt nämlich vor allem davon ab, welches mentale Konzept jemand bezüglich des jeweiligen Gerät-Dingsbums in seinem Kopf hat. Beispiel: Man stelle sich vor, jemand, der noch nie ein größeres Gewässer wie einen See oder das Meer gesehen hat, findet irgendwo weit vom Ufer entfernt ein Kanu. Da er nicht ahnt, dass es Gewässer gibt, auf denen man herumfahren kann, fehlt ihm das Konzept, wozu das Ding gut ist (Nützlichkeit) und erst recht, wie man es gebraucht (Usability). Was ein Ding für uns ist, hängt also entscheidend von unserem Vorwissen ab. Jemand, der noch nie eine heute typische 2D-Bedienoberfläche eines Heimcomputers mit seiner Ordnerstruktur und seiner Aufteilung in Programme und Dateien und der Zuordnung verschiedener Funktionen zu verschiedenen Programmen und dem Auswählen von Funktionen mittels verschachtelter Befehlsmenüs gesehen hat, wird ratlos aus der Wäsche gucken, selbst wenn er vor dem letzten Apple-Modell mit sicherlich ansonsten exzellenter Usability steht.

Usability hat also viel mit dem Vorwissen der Nutzer zu tun. Da es aber häufig zwingend ist, dass Geräte mehr bieten als das, was bereits existiert, kommen Gerätehersteller häufig nicht drum herum, den Nutzer zu zwingen, sein Vorwissen zu erweitern, sprich den Umgang mit dem Gerät zu erlernen.

Daraus ergibt sich für die Messung der Usability: Wichtig ist, dass ein Nutzer möglichst wenig neu erlernen muss beim Umgang mit einem Gerät, dass er das Neue schnell lernen kann und dass er das Neugelernte auch nach längerer Nichtnutzung des Gerätes nicht wieder vergessen hat.

Nehmen wir das neue iPhone von Apple: Entscheidend für die Usability wird sein, wie schnell ein neuer Nutzer mit der neuartigen Benutzerführung wird umgehen können. Wie schnell lernt er also die im Vergleich zu sonstigen Geräten besondere Bedienweise des Touchscreens? Geht es schnell "in Fleisch und Blut" über, wie man zum Beispiel eine Abspielliste von MP3-Songs auf dem iPhone kreiert oder kommt der Nutzer durcheinander, weil andere Funktionen des Gerätes ähnliche Bedienschritte erfordern und so weiter?

Während es für die physikalische Gestaltung von Geräten klare und überdauernde Richtlinien gibt (Buchstaben müssen immer mindestens eine bestimmte Größe haben, damit Menschen sie einigermaßen lesen können und so weiter), muss ein neues Gerät immer am Menschen hinsichtlich seiner Usability neu getestet werden. Das Zusammenspiel aus Technik und Bedienkonzept, den Anforderungen, Erwartungen und Wünschen bestimmter Nutzergruppen an das Gerät und das Vorwissen und die mentalen Fähigkeiten der Nutzer ergeben zusammen ein derartig komplexes Gebilde, dass kein Designer dieser Welt ein Gerät einfach so am Zeichenbrett entwerfen kann und es wird gut. Der Input von realen Nutzern durch reale Nutzertests (bereits an Prototypen und Mock-Ups) ist absolute Bedingung, um Geräte entwickeln zu können, mit denen anschließend bestimmte Nutzergruppen auch tatsächlich relativ schmerzfrei umgehen können.

Wie Psychologen solche Nutzertests durchführen, was genau in solchen Nutzertests wie gemessen wird, welche weiteren Kriterien für die Messung der Usability dabei wichtig sind neben dem oben genannten Kriterium des schnellen Erlernens des Umgangs mit einem Gerät, ist dann noch einmal ein weiteres umfangreiches Thema, das hier jetzt zu weit führen würde. Weitere Usability-Kriterien sind zum Beispiel: Wie fehlertolerant ist ein Gerät? Wie schnell können einzelne Bedienschritte ausgeführt werden? Wie vorhersagbar verhält sich ein Gerät? Wie stark kann ein Nutzer das Bedienverhalten des Gerätes an eigene Wünsche anpassen? Und so weiter.

Aber ich hoffe, ich konnte in diesem schnellen, unvollständigen Abriss zumindest deutlich machen, dass "Usability" kein einfaches Thema ist. Und das war mein Ziel.

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Freitag, 12. Januar 2007

Kleiner Ausblick in die Medien- und IT-Zukunft

Vorwort: Alles, was in diesem Weblog-Artikel steht, wurde an anderer Stelle schon x-mal so skizziert. Ich habe kein Interesse daran, als besonders weitsichtig zu gelten. Die Entwicklung ist ja auch wirklich offensichtlich. Somit ist dieser kleine Weblog-Artikel eher eine Zusammenfassung von einzelnen, bekannten Ideen. Und außerdem enthält er längst nicht alles, was in Zukunft den Medienkonsum verändern wird. Zum Beispiel eventuelle, weitere Änderungen des Geschäftsmodells von Musikern oder Autoren. Wer dazu Anmerkungen machen möchte, kann dies logischerweise in den Kommentaren unten tun. ;-)

Wie könnte also die Medien-Zukunft und die Zukunft der Informationstechnologie aussehen? In der Hoffnung, dass sich bei einer Gesellschaft, die auf Bügerrechten basiert, letztendlich tatsächlich die Wünsche der Kunden durchsetzen und nicht die Interessen der Medien-Anbieter, hier ein etwas positiv gefärbter Ausblick, der in 25 Jahren oder erst in 100 Jahren Wirklichkeit werden könnte - je nachdem wie fähig die Industrie ist, Kundenwünsche ernst zu nehmen:

Zeitungen sind vollständig ins Internet gewandert. Der Leser liest sie meistens auf kleinen mobilen Geräten oder auf seiner OLED-Tapete oder auf dem OLED-Frühstückstisch.

Unter "Fernsehen" versteht man das Anschauen von Filmen, die man übers Internet selbst ausgewählt hat oder ein automatisches Programm für einen nach seinen bisherigen Vorlieben vorgeschlagen hat. Allenfalls Nachrichtenprogramme mit Live-Inhalten senden nicht als Konserve. Es gibt keine eigenständige Infrastruktur nur fürs "Fernsehen" mehr. Alle Information wird in einem Netz transportiert. Ob E-mail oder CNN. Es gibt keine Fernsehprogramme mehr, die von anderen Leuten in irgendwelchen Vorstandsetagen geplant werden. Es gibt dagegen zahlreiche unabhängige Entwickler, die Programme machen. Teilweise sind sie angeschlossen an den Verbund der ehemals öffentlich-rechtlichen Sender, der jedoch eher eine Service-Struktur geworden ist, um ansonsten unabhängige Teams bei der Gestaltung von qualitätsvollem Programm zu unterstützen. Vollprogramme werden jedoch nicht mehr finanziert, denn das Vollprogramm klickt sich jeder Nutzer selbst zusammen.

Man bezahlt als Nutzer neben der GEZ-Gebühr entweder Geld an seinen Serviceprovider oder erträgt Werbung in Filmen - zum Beispiel an der Stelle, wo heute das Senderlogo zu sehen ist. Da es rund um die Filme eine nutzerfreundliche Service-Struktur mit Empfehlungen für andere Sendungen oder Filme gibt, da das Angebot immens ist und sofort auf Knopfdruck in seiner gesamten Bandbreite zur Verfügung steht (internationale Filme oder Serien stehen in ihrer Originalfassung sofort zur Verfügung und so weiter) und da der Bezug der Filme selbst wenig Geld kostet und genau so einfach ist wie heute das Drücken des "Einschaltknopfes" am früheren Fernseher, ist für viele die Nutzung von Raubkopien uninteressant geworden. DRM hat sich nicht durchgesetzt, weil die Nutzer es ablehnten, beim Konsum überwacht zu werden und es Schwierigkeiten gab, die gleichen Inhalte auf unterschiedlichen Geräten anzuschauen. Irgendwelche Hürden bei der Nutzung der Technik akzeptierten die Nutzer einfach nicht mehr. Niemand wollte sich noch damit herumquälen, dass es teilweise unmöglich war, einen bei Anbieter X bezahlten Film auf Gerät Y abspielen zu können, während das Autofahren beispielsweise auf Wunsch längst vom im Auto einprogrammierten Autopiloten erledigt wird.

Alle Informationen (Filme, Audiodateien, Texte) sind überall abrufbar auf komfortablen, leichten, kleinen und dank OLEDs und neuen Akkus länger unabhängig vom Stromnetz funktionierenden mobilen Geräten. Ist man Zuhause, kann das mobile Gerät als Datenstation dienen, um von dort die Daten auch auf größere Geräte (ehemals Fernseher oder Homecomputer) oder zum Beispiel auf eine OLED-Tapete zu transportieren. Die Rechenpower, der Speicher und die Sende- und Empfangseinheit befindet sich jedoch allein auf dem mobilen Gerät, das man einfach irgendwo im Umkreis von einigen dutzend Metern in der Nähe der größeren Geräte platzieren muss. Ein normaler Nutzer hat neben seinem mobilen Gerät als Backup auch gemieteten Server-Speicher für seine Daten. Niemand muss sich mehr darum kümmern, Daten von seiner Festplatte irgendwohin zu kopieren, um im Fall des Falles ein Backup zu haben.

Eigenständige Applikationen auf eigenständigen Homecomputern gibt es nicht mehr, sie befinden sich alle im Netz. Der Nutzer muss sich so nicht mit der Wartung von einzelnen Softwarekomponenten herumschlagen. Bedienen kann er die Applikationen auf seinem mobilen Gerät unterwegs (ausziehbare oder virtuelle Tastatur samt ausziehbarem Bildschirm oder Bildschirm in Brillenform...) oder im Büro oder Zuhause an größeren Bildschirmen, auf die das mobile Gerät seine Daten streamt.

Der Datenschutz wurde zu dem expandierenden Wirtschafts-, Wissenschafts- und Technologiefeld schlechthin. Es sind Lösungen gefunden worden, um trotz der zentralen Bedeutung des kleinen mobilen Gerätes, das fast jeder für seine ganze Kommunikations verwendet und trotz der intensiven Nutzung von Web-Applikationen und der digitalen Medien, den Datenschutz sicher zu stellen. Dies erforderte jedoch große Investitionen und Forschungsarbeit.

Alles in allem gibt es einerseits keine mächtigen Sender- oder Verlagsgruppen mehr, die über Inhalte bestimmen. Wird ein Inhalt gewünscht von den Konsumenten, so ist er dank der direkten Kommunikation zwischen Inhalteproduzenten und den Konsumenten und dank der direkten Finanzbeziehungen zwischen ihnen immer produzierbar. Die Produzenten von TV-Serien sind also zum Beispiel nicht mehr angewiesen auf grünes Licht von US-TV-Sendern.

Und natürlich kann jeder selbst unkompliziert zum eigenen Produzenten von Inhalten werden. Zumindest die Technik oder die Service-Strukturen legen ihm dabei keine Steine mehr in den Weg.

Fazit: Die Technik schreibt keine Organisations-Strukturen für Medien-Produzenten mehr vor. Investorengeld für Produktionen sind nicht mehr in dem Maße wie heute an Institutionen gebunden. Der Medienkonsument hat eine riesige Auswahl an Medieninhalten und wird mit der Entwicklung der Technik, des Datenschutzes und der Usability noch häufiger als heute zum Produzenten unterschiedlichster Medieninhalte, seien es Kochrezepte oder Film-Dokumentationen.

Die Bedeutung der Nutzerfreundlichkeit als Kriterium für die Technik etabliert sich gerade. Von der Bedeutung des Datenschutzes als Kriterium für die Nutzung von Technik ahnen noch die wenigsten Nutzer. Aber das wird kommen. Sofern wir auch in Zukunft in einer demokratischen Gesellschaft leben. Aber vermutlich leider erst nachdem die ersten Datenkatastrophen auftraten, bei denen das gesamte Leben, sofern es in Daten irgendwie erfasst ist, großer Teile der Bevölkerung für die ganze Welt zugänglich wurde und dies zu Diskriminierung und Ausbeutung der Betroffenen durch Privatpersonen, Firmen oder staatlichen Institutionen führte.

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Schlechte Usability als Risikofaktor

(Via Wortfeld.de) Schönes kleines Stück in der ZEIT zum Thema Benutzerfreundlichkeit, beziehungsweise deren Fehlen: Nix funktioniert:

"Sie haben neue Nachrichten erhalten. Möchten Sie diese jetzt lesen?" Urplötzlich legt sich das kleine Hinweisfenster über das Schriftbild. Noch tippen die Finger weiter in die Tasten, doch längst erscheinen keine Buchstaben mehr auf dem Bildschirm. Der Gedanke reißt ab. Also "ja" anklicken. Die E-Mail öffnet sich, enthält einen Anhang. Ein weiterer Klick öffnet ein zusätzliches Programm. Während der Blick noch einen Anfang sucht, klingelt das Telefon. "Wo bleibt der Bericht?" – "Moment, ich hab ihn gleich..." Schließen, schließen, schließen - einmal zu viel. Weg ist der Text, verloren die Arbeit einer Stunde. (Quelle)


Womöglich war der Anhang der E-mail dann auch noch virenverseucht... Der weitere Text lässt dies erahnen.

Die menschliche Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit ist halt begrenzt. Vor allem in Stresssituationen. Und die sind im Arbeitsalltag bekanntlich nicht selten. So kann schlechte Usability von Programmen neben ihrer alltäglich nervtötenden Wirkung auch einmal richtig böse zuschlagen in solchen Stresssituationen.

Stress entsteht aus Überforderung. Überforderung ist das Fehlen von Handlungsalternativen, während das derzeitige Handeln nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Somit kann fehlende Usability auch dauerhaft Stress erzeugen. Darüber berichtet der ZEIT-Artikel eigentlich. Über die "neue" Stressform namens "Technikstress".

Aber: Technikstress sollte nicht als Schicksal aufgefasst werden. Alles verbesserungsfähig. Neben möglicher Korrekturen im Arbeitsablauf (auch auf Organisationsebene), um Stresssituationen möglichst zu vermeiden, muss der Konsument einfordern von den Softwareherstellern, dass die Software und die Geräte, mit denen er sich täglich rumschlägt, besser bedienbar werden. Bei Monopol-Anbietern wie Microsoft ist das schwierig. Und in der Open-Source-Community muss das Thema noch größere Aufmerksamkeit bekommen. Aber wenn erst einmal das Bewusstsein da ist, dass nicht ich, der Nutzer, schuld bin an den Schwierigkeiten, die mir das Gerät macht, wäre schon viel gewonnen.

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Donnerstag, 11. Januar 2007

Größter Vorteil eines Flickr-Accounts: Der Favoriten-Setzkasten

Manchmal haben "Zwangsregistrierungen" auch etwas Gutes. Wenn einem nämlich nach dem Registrieren weitere Funktionen zur Verfügung stehen, die man ohne die Registrierung rein technisch nicht hätte nutzen können und deren Sinn und Zweck einem ohne sie selbst einmal auszuprobieren auch nicht unbedingt aufgegangen wäre.

So war ich erst etwas sauer, als mir wieder bewusst wurde, dass man sich zum Kommentieren bei Flickr.com erst registrieren muss. Bisher habe ich Flickr nur passiv genutzt. Ohne Registrierung. Einfach, weil Fotografieren bislang keines meiner Hobbys war. Als ich nun jedoch meinen Flickr-Account hatte, schaute ich mir die neuen Funktionen genauer an. Und siehe da: Ich entdeckte die "Favorites".

Kleine Vorschaubilder von mir geschätzter Fotografien bei Flickr.comJeder Erdenbürger mit Flickr-Account kann, wenn er sich durch den riesigen Bilderberg von Flickr wühlt, einzelne Fotografien herauspicken und durch Klick auf "Add to Favorites" seinen Favoriten hinzufügen. Das geht nur, wenn man als Nutzer in Flickr eingeloggt ist.

Kein großes Ding diese Favorites? Irrtum! Sie machen - zumindest für mich - das Durchstöbern von Flickr erst richtig zur Freude. Einmal, weil man so wie ein besessener Schatzjäger nach neuen atemberaubenden Fotografien sucht, die man seinem "Setzkasten" namens "Favorites" in Flickr hinzufügen kann. Andererseits, weil ich so auch erst darauf aufmerksam wurde, dass viele Fotografen, die ich gut finde, wiederum in ihren Favoriten zu anderen Fotografen verlinken, die sie gut finden und die ich deswegen höchstwahrscheinlich auch gut finde.

Kleine Vorschaubilder von mir geschätzter Fotografien bei Flickr.comIch weiß... Ich bin etwas spät. Flickr kennt mittlerweile jeder. Und jeder anständige Nutzer wird längst diese "Favoriten-Funktion" kennen. Aber vielleicht hatte der ein oder andere sie ja wie ich bisher unterschätzt.

Ohne die Navigationshilfe, die die Favoriten von bewunderten Fotografen darstellen, stocherte ich bislang eher immer hilflos im Flickr-Universum umher. Die Tags oder diversen Gruppen brachten manchmal das ein oder andere interessante Bild hervor. Aber Fotografen, deren gesamten Bildbestand ich faszinierend finde, kannte ich bislang nur einige wenige. Den "Geheimgang" zu weiteren interessanten Fotografen fand ich erst nach Anmeldung eines eigenen Flickr-Accounts in Form der Favoriten-Funktion.

Kleine Vorschaubilder von mir geschätzter Fotografien bei Flickr.comAuf meinem eigenen Flickr-Account gammeln jetzt zwar nur pixelige Handy-Kamerabilder. Aber es geht ja beim Flickr-Account mindestens zu 50% (bei mir zu 99%) um die dann aktiv von einem nutzbare Favoriten-Funktion. ;-)

Wer mein Favoriten-Schatzkästchen bewundern will: Ich verlinke nun beständig drauf rechts in der Navigationsleiste.

Oder eben hier entlang.

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Das iPhone macht die Medien dumm, trallalalala

Hä? Wie bitte? Das in allen Medien herumschwirrende, aber erst in ein paar Monaten auf den Markt kommende sogenannte "iPhone" von Apple hat keine UMTS-Funktionen?

Aktien-Anleger-Verarschung würde ich das nennen, es sei denn man möchte am morgigen Handelstag dann schnell die Gewinne aus dem Medienhype mitnehmen.

Aber das "iPhone" habe doch so einen riesigen Speicher?

Ein heutiges Handy (es darf auch ruhig schon anderthalb Jahre alt sein) mit UMTS-Funktion und Datenflatrate hat quasi unbegrenzten Speicher - nämlich in Form des Internets. Statt auf einen im Handy eingebauten gigabytegroßen Speicher greift man mit einem UMTS-Handy einfach auf die zuvor ins Internet hochgeladenen Daten zu oder lädt sich zum Beispiel komfortabel mit Hilfe des im kostenlosen Opera-Mini-Browser enthaltenen RSS-Readers seine Podcasts direkt je nach Bedarf unterwegs auf den kleinen, normalen Handy-Speicher herunter.

Internet ist die Killerapplikation für das Handy. Nicht noch mehr Speicherplatz für noch mehr Musik oder Winz-Bildschirm-Videos.

Video abspielen und aufnehmen, MP3 abspielen, E-mail (jedes beliebige Pop3-E-mail-Fach, sogar mehrere - automatisch abfragbar in bestimmbaren Minutenintervallen - bei einer Datenflatrate kein Problem...), das kostenlos von jedem bei Google herunterladbare Google-Maps als Java-Applikation und Websurfen samt Download von beliebigen Dateien und Upload von Bildern (dank kostenlosem Opera-Mini-Browser) hat und kann zum Beispiel mein anderthalb Jahre altes Handy und ähnliche Geräte, die heute zu den berühmten "Null Euro" überall angeboten werden, längst. "Geschichte schreiben", was der Apple-Chef großmündig mit dem "iPhone" ankündigt, sieht für mich anders aus.

Aber es ist schon faszinierend zu lesen, wie Apple laut einhelliger Berichterstattung in den Medien "den Markt aufmischen" wird. Zum Zeitpunkt wenn das "iPhone" auf den Markt kommt, werden wahrscheinlich selbst Handys, die nur die normale UMTS-Geschwindigkeit ermöglichen, als veraltet gelten. Schon jetzt unterstützen die neuesten Handys den Nachfolger namens HSDPA. Ein Handy ganz ohne UMTS wird also tatsächlich von den Kunden bestaunt werden - als Oldtimer.

Somit verbleibt als einziger Vorteil des iPhones das schicke Äußere, die komfortable Bedienung (denke ich mal) und dass man seine bei iTunes erworbenen, mit DRM verunstalteten Audio-Dateien auf einem weiteren Abspielgerät abspielen können darf. Die Anzahl solcher Geräte ist ja bei iTunes begrenzt und der Transport der DRM-verunstalteten iTunes-Songs auf andere Abspielgeräte ist ja nicht so einfach. Apple löst also mit dem iPhone ein Problem, das sie selbst erst geschaffen haben. So kann man Fortschritt natürlich auch definieren.

Ach, und ein großer Fortschritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit ist natürlich auch die Umbenennung von "Apple Computer Inc." in das einfachere "Apple Inc.". Ob die dafür extra Nutzertests durchgeführt haben?

Weil mich die Marketing-Sprache von Apple dermaßen anödet wegen ihrer irren Großkotzigkeit ("Wir werden heute Geschichte schreiben..."), hier zwei bescheidene Tipps von mir an alle Hersteller von Handys, wie man Apple gleich zu Beginn raus halten kann aus dem Markt:

1.) Unterstützt Opera-Mini, dass die ihren Browser weiter entwickeln, so dass der zum Beispiel alle Ajax-Applikationen versteht oder entwickelt einen eigenen Browser, der das kann. Eine Vielzahl von Applikationen, die über Ajax laufen, wäre dann verfügbar und ein eigenes komplexes Betriebssystem samt einzelnen Applikationen fürs Schreiben von Dokumenten, Präsentationen, Tabellenkalkulationen und so weiter auf jedem Handy wäre überflüssig. So könnten selbst preisgünstige, nur Java-fähige Handys dem teuren iPhone Konkurrenz machen und nicht nur die teuren und schweren Smartphones. Wer ernsthaft arbeiten will, würde dazu auch kein Smartphone verwenden, sondern wohl gleich ein Notebook. Also sollten hier Ajax-Applikationen ausreichen, um unterwegs Dokumente zu öffnen und kleine Bearbeitungen und Korrekturen vornehmen zu können.

2.) Arbeitet weiter an der Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Ob ein Touchscreen tatsächlich besser ist als mehrere Knöpfe, muss sich erst noch herausstellen. Ein Touchscreen kann auch eine echte Nutzerqual sein, wenn er ein schlechtes Ansprechverhalten hat.

Update: Jeieiei. Das ist richtig lustig, was man da noch so alles weiter heute online über die angeblich einzigartigen Funktionen des iPhones lesen kann. Viele Journalisten und Analysten scheinen tatsächlich zu glauben, dass E-mails unterwegs nur der Blackberry zustande bringen würde. Leute, seit wirklich mindestens anderthalb Jahren gibt es Handys diverser Hersteller (nein, keine Smartphones, normale Handys), die das Abholen und Versenden von beliebigen E-mails und den Zugriff auf beliebige Pop3-E-mail-Fächer ermöglichen. Natürlich ist das Eintippen von E-mails am Handy keine Party, aber notfalls geht es halt - wie eben SMS tippen. Oder man nimmt einfach eine kurze Sprachnachricht auf (Memo-Funktion gibt es auch schon seit Urzeiten in den höherpreisigen Handys) und verschickt diese dann als E-mail-Anhang. Man kann dem Empfänger im Text noch mitteilen, wo er das kostenlose Programm zum Abspielen der Sprachnachricht (meist .AMR-Dateien) im Internet zum Installieren auf seinem PC findet (zum Beispiel den kostenlosen Multimedia-Player von Nokia für alle Windows-Betriebssysteme) und schon kann man gesprochene Memos oder Romane als E-mail-Anhang vom Handy aus versenden, ohne sich mit der mühsamen Tastatur rumquälen zu müssen. Wie gesagt: Kein Smartphone, kein Blackberry, sondern ein anderthalb Jahre altes damals im Preissegment von ca. 200 Euro angesiedeltes Handy. Heute gibt es das wesentlich höherwertigere Nachfolgemodell zum ähnlichen Preis oder zu den üblichen Vertragskonditionen schon um die Null Euro beim Mobil-Abzocker ihres Vertrauens. Auch das Abspielen von MP3s am Handy ist wirklich ein alter Hut. Wie alt ist zum Beispiel jetzt schon das Teil von Sony-Ericsson, das auch den Namen "Walkman" erbte? Ein Jahr jetzt doch fast schon, oder?

Vielleicht ist es ja eben einfach "nur" die bessere Bedienbarkeit, die beim iPhone verwirklicht sein dürfte, die unbedarfte Journalisten schreiben lässt, dass das Gerät auch mehr könne. Es könnte sein, dass das Thema "Benutzbarkeit", sprich Usability, diesen Journalisten kein Begriff ist. Dass sie mit besserer Benutzbarkeit immer gleich einen größeren Funktionsumfang assoziieren. Dass sie sich nicht vorstellen können, dass eine bessere Benutzbarkeit ein Mehrwert an sich ist und sogar einen geringeren Funktionsumfang wettmachen kann? Also sehen sie die Präsentation des iPhones und erleben, dass die Bedienung anscheinend leicht von der Hand geht. Dass das Handy also sogesehen besser "funktioniert" als die bisherigen Kästen. Schreiben tun sie dann aber, dass das Gerät mehr Funktionen bieten würde als existierende Geräte - weil sie die Usability als eigenständigen Mehrwert und als die eigentliche Neuerung nicht verstehen und erkennen.

Nur ein Erklärungsversuch für diesen Unsinn, der zur Zeit von Zeit bis Bild durch die Medien geistert.

Eigentlich könnte mir dieser ganze Unfug ja sowas von egal sein, aber es ist ein feines, kleines, schönes Beispiel (wieder einmal) dafür, was für ein Blödsinn so zusammengeschrieben wird. So lange es nur so einen überflüssigen Kram wie schwarze kleine Kästchen mit Schwermetallen drin betrifft, ist der Schaden nicht groß, aber bei anderen Themen geht es ja leider genauso ab in den Medien...

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Montag, 8. Januar 2007

Neue Volkskrankheit kündigt sich an: Der Handy-Arm

Geschäftsleute in Hong Kong, alle mit Handy in linker HandDiese Herren lesen nicht etwa SMS. SMS sind nur noch Teenie-Kram. Wenn die Herren doch Textnachrichten lesen sollten, wird es sich um E-mails handeln.

In Asien (hier Hong Kong) sind Handys mittlerweile zum Ersatz der Tageszeitung, des Laptops oder PDA und des MP3-Players geworden. Ich laufe hier in Deutschland mittlerweile auch fast nur noch so in der Gegend rum, wenn ich mich nicht doch zu sehr geniere.

Sinnlose Wartezeiten gibt es nicht mehr. Ob an der Bushaltestelle, der U-Bahnstation, beim Warten auf den Döner oder manchmal auch direkt im Gehen auf dem Bürgersteig... dank endlich benutzerfreundlicher Handy-Browser (Opera-Mini), UMTS und den modernen, brillanten Handy-Displays kann man bekanntlich endlich relativ komfortabel am Handy im Internet surfen. Nur die Datentarife schieben dem in Deutschland teilweise noch einen Riegel vor (wenn man keine Datenflatrate hat) und das nach circa einer Stunde einsetzende taube Gefühl im Oberarm und den Händen. :-)

Das Foto ist Teil eines Flickr-Sets von "Dittmeyer", der sich zur Zeit auf Reise in Neuseeland befindet und in Hong Kong Zwischenstation machte.

Weitere Fotos von Dittmeyer:

Skyline von Hongkong im AbendlichtHong Kong.










Strand mit Gras, windgepeitschten Wellen und metallisch-blauem HimmelNeuseeland.








Sehr sehenswert!

Copyright-Hinweis: Die Rechte an den gezeigten Fotos besitzt "Dittmeyer". Sie unterliegen einer Creative Commons Lizenz.

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Freitag, 5. Januar 2007

Usability in Filmen

Ich habe zwar schon in meinem Deli.icio.us-Archiv auf den Artikel verlinkt, aber er sei auch hier noch einmal besonders hervorgehoben: Jakob Nielsen zählt in einer gut fassbaren Zehn-Punkte-Liste auf, wo Hollywood-Filme irren bei Computern und ihrer Bedienung: Usability in the Movies -- Top 10 Bloopers

Sehr amüsant zu lesen.

Er erwähnt auch richtig, dass die Bedienung von Geräten mittels Stimme (ganz abgesehen von der immer noch viel zu hohen Fehlerrate bei der Spracherkennung) nur in Ausnahmefällen besser und leichter ist als eine Bedienung via Tastatur und Bildschirm zum Beispiel. Jakob Nielsen erwähnt hier das populärste Beispiel eines "Voice-Interfaces", nämlich die Star-Trek-Serie, bei der die Raumschiffbesatzung quasi ständig mit dem Computer quatscht und selbst solche wichtigen Dinge wie die Selbstzerstörung des Schiffes per Sprachbefehl einleitet.

Außerdem weist Jakob Nielsen darauf hin, dass Zeitreisende eigentlich die größten Schwierigkeiten haben müssten, irgendwelche Computer in der Vergangenheit zu bedienen.

In diesen beiden Punkten muss ich jetzt aber wirklich einmal Star Trek in Schutz nehmen. ;-)

So haben mehrere Crew-Mitglieder in mehreren Star-Trek-Filmen Schwierigkeiten bei ihren diversen Zeitreisen, Computersysteme der Vergangenheit auf Anhieb zu bedienen. Alle Star-Trek-Zeitreisenden, die zum Beispiel einem PC begegnen, wollen nämlich gleich immer ein Gespräch mit dem Computer beginnen und klopfen ihm manchmal auch auf den Bildschirm, wenn der Computer stumm bleibt, nur um dann ratlos aus der Wäsche zu gucken. :-) Ok, gut, sobald sie sich erinnern, dass man ja früher Computer per Tastatur bedienen musste, können sie meist dann auch sofort klasse umgehen mit dem Computer.

Außerdem wird die berühmte Enterprise nicht nur per Sprachbefehl gelenkt. Die Star-Trek-Macher wissen durchaus die Vorteile von 2D-Displays zu schätzen. Die Brücke der Enterprise wimmelt bekanntlich nur so von schicken Anzeigen und Displays und alle bewundern den Androiden Data, der in rasender Schnelle hunderte von Knöpfen drücken kann und damit die Enterprise schon ein paar Mal aus brenzligen Situationen gerettet hat.

Insgesamt spielt das Thema "Usability" erstaunlich häufig eine Rolle bei Star-Trek. Und sei es nur, dass Scotty, der ehemalige Maschinist unter James T. Kirk, als er durch einen Trick in die Zukunft gelangt, auf dem Holodeck der modernen Enterprise die alte Brücke der alten Enterprise mit dem vertrauten Gefiepe und den altmodischen Bildschirmen virtuell wieder erschaffen lässt, um sich wohler zu fühlen.

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