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Dienstag, 8. Juli 2008

Googles Street View noch von der Panoramafreiheit gedeckt?

(Via Ravenhorst) Das Weblog "Knowledge Brings Fear" stolperte auf den Straßen Berlins über die Autos von Googles Street View Project. Google fotografiert zur Zeit die Straßen, Hausfassaden und Vorgärten in Berlin. Google möchte diese Fotografien verwenden, um den Kartendienst von Google (Google Maps) aufzuhübschen. Bei Google Maps kann man jetzt schon für Straßenkarten in den USA sich direkt die fotografierte Ansicht der Straßenzüge anschauen.

Anders als der unbedarfte Laie annehmen könnte, engagiert Google zum Schießen der Fotos nicht etwa ein Heer von Fotografen, die zu Fuß die Straßen entlang laufen. Nein, Google hat sich stattdessen etwas Besonderes zusammen gebaut: Googles Fotografen sind nicht zu Fuß unterwegs, sondern mit Autos. Besonderen Autos. Sehr auffälligen Dingern, die die Passanten an Fahrzeuge aus einem Science-Fiction-Film erinnern.

Der Science-Fiction-Look der Google-Autos wird hervorgerufen durch ein ziemlich monströses Ding auf dem Autodach: Ein Gestänge und auf diesem, anscheinend mehrere Meter über dem Boden, deutlich über der Kopfhöhe eines Passanten, eine recht große Kamera mit allerlei Sensoren. Diese Kameras schießen nun wohl automatisch Fotos, während der Google-Angestellte mit einem solchen Auto die Straßen entlang fährt.

Das oben erwähnte Weblog "Knowledge Brings Fear" konnte ein paar Fotos dieser Google-Apparatur schießen.

Was ich mich an dieser Stelle frage: Ist dieses Vorgehen von Google noch gedeckt von der sogenannten "Panoramafreiheit" (Wikipedia-Eintrag)? Die Panoramafreiheit besagt, dass jeder auf öffentlich zugänglichen Wegen Fotos von Hausfassaden, Gärten, dauerhaft installierten Skulpturen und so weiter machen darf, so lange er zum Fotografieren keinerlei besondere Hilfsmittel verwendet, um mit diesen Hilfsmitteln einen Standpunkt zum Fotografieren einzunehmen, den er ohne Hilfsmittel nicht erreichen würde. So erlischt die Panoramafreiheit wohl schon dann, wenn ein Fotograf zum Beispiel eine Leiter aufstellt - er braucht dabei noch nicht einmal mit der Leiter zu versuchen ein Hindernis überblicken zu wollen. Erst recht erlischt die Panoramafreiheit beispielsweise beim Einsatz eines Hubschraubers.

Und wie sieht das nun mit den sich offensichtlich mehrere Meter über dem Boden befindlichen Kameras auf den Autodächern von Google aus? Mir als juristischem Laien erscheint es fraglich, dass Googles Vorgehen noch von der Panoramafreiheit gedeckt ist. Vielleicht sollten also die Leute, die bemerken, dass Google mit dieser Gerätschaft Aufnahmen ihrer Häuser macht, schnellstens vor Gericht ziehen, um diesen Wahnsinn Googles zu stoppen, zumindest aber diesem Vorgehen von Google so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen? Sollten zum Beispiel nicht Vermieter das rechtliche Vehikel "Panoramafreiheit" nutzen, um so die Privatsphäre ihrer Kunden, also ihrer Mieter, zu schützen? Sollte man hier nicht eventuell Kontakt aufnehmen zu Hausverwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften? Wenn man die Hauseigentümer überzeugen könnte, dass Googles Street View niemandem nutzt, sondern nur Schaden anrichtet, könnte Google sein Projekt, Deutschlands Innenstädte möglichst lückenlos abzufotografieren, schnell vergessen.

Die Allgemeinheit wäre in diesem Fall also ironischerweise einmal den Beschützern privater Urheberrechte dankbar.

Nachtrag: BR-Online.de bringt auch einen Bericht über die aktuell durch Berlin, München und weitere deutsche Städte fahrenden Autos von Google. Im Bericht finden sich weitere interessante Fotos der Aufbauten auf den Dächern der "Google-Autos".

Wenn diese riesigen Aufbauten auf den Autos vor Gerichten tatsächlich als vereinbar mit der "Panoramafreiheit" beurteilt werden, ziehe ich demnächst mit Zwei-Meter-Klappleiter durch die Vorstädte und fotografiere mal aus Spaß über die Hecken alle Gärten. So käme ich auch mal wieder an die frische Luft und irgendjemand würde mir für diese Aufnahemn, schön sortiert nach Adressen, bestimmt einiges an Geld bieten.

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Montag, 26. Mai 2008

Zeig mir die Fassade deines Hauses und ich sag dir, wer du bist

Wohnanschriften verraten bekanntlich nicht nur, wo jemand wohnt, sondern in begrenztem Maße auch wie jemand wohnt, also ob luxuriös oder eher bescheiden beispielsweise. Der Blick aus dem Weltall von oben auf das Haus oder den Mietwohnungskomplex sagt darüber natürlich noch mehr aus. Möglich ist dies spätestens seitdem Google die Satellitenbilder kostenlos jedem im Internet via Google-Earth oder Google-Maps zur Verfügung stellt.

Trotzdem blieb ein aus dem Weltall betrachtetes Dach häufig nur ein Dach. Ob Dach von einem Millionärsbungalow, das aus dem Weltall vielleicht sogar klein und unbedeutend aussieht, oder Dach eines in den 50iger Jahren gebauten Mehrfamilienhauses, das von der Seite aus betrachtet eher schäbig aussehen mag.

Aber Google wäre nicht Google, wenn es diese Informationslücke nicht erkannt hätte und nun "Abhilfe" schaffen will, wie Focus.de berichtet. Nun will Google auch - wie bereits in den USA - die Straßenansichten aller Häuser in Deutschland fotografieren und - das ist das Entscheidende - in die Datenzugriffsmaske "Google-Maps" eingliedern. Dann wird bald jeder Einbrecher und jeder Kreditgeber endlich ausführlich sehen können, wie jemand wirklich wohnt: Einfach die Adressdaten bei Google-Maps eingeben und sich die Häuserfassaden, die geschnittenen (oder fehlenden) Hecken ansehen und zählen wieviele Autos (und welche Autos) vor dem Haus stehen. Vielleicht sogar ein Wohnmobil? Hat der Besitzer eine Garage? Einen Kamin mitsamt Holzvorrat? Oder deutet der bröckelnde Anstrich des Hauses darauf, dass hier eher ärmliche Verhältnisse herrschen? Liegen Kinderspielsachen vorm Haus? Oder sind über oder durch die Hecken und Zäune Kinderspielgeräte zu erkennen? Sind die Bewohner eher Anhänger eines alternativen Lebensstils oder zeigt der zentimentergenau eingepflegte Vorgarten, dass es eher Spießer sind?

Das Problematische ist nicht, dass Häuserfronten seit jeher Informationen über die Haus- oder Wohnungsbesitzer Auskunft geben, sondern dass nun bald jeder mit einem Klick weltweit auf diese Informationen zugreifen kann.

Die Wohnanschrift wird so gleichzeitig zu einem Ausweis des eigenen Geschmacks, der eigenen Lebensverhältnisse (Kinder oder keine Kinder?) und noch detaillierter als bisher schon zu einer kaum mehr zu versteckenden Offenbarung des eigenen Wohlstandes oder Nicht-Wohlstandes.

Eine Maßnahme könnte sein, in den kommenden Monaten seine Hausfassade in Ordnung zu bringen (oder - falls man Millionär ist und dies nicht jeder weltweit wissen soll - sie gezielt in Unordnung zu bringen), bevor die Google-Autos mit den Kameras anrücken.

Eine andere Maßnahme könnte sein, noch sparsamer als bisher schon mit seinen Adressdaten umzugehen. Soll heißen: kein Online-Einkauf mehr und nur noch Barzahlungen. Beispielsweise.

Weitere Ideen?

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Mittwoch, 26. September 2007

Daten aus der Dunkelheit

Kennen Sie dieses Foto?

Erde bei Nacht, Satellitenbild-Collage, Ausschnitt

Es ist ein Ausschnitt aus dem bekannten Foto "Erde bei Nacht". Das Foto ist eine Collage aus vielen, vielen Satellitenbildern. So fehlen auf dem Foto beispielsweise die Wolken. Genauso wie auf der Tag-Version dieses Fotos. Das Foto ist also kein "Schnappschuss" der Erde in einer bestimmten Nacht. Es zeigt die Erde also nicht wirklich so, wie sie bei Nacht aus dem Weltraum betrachtet aussehen würde. Schon alleine, weil ja niemals gleichzeitig auf der ganzen Erde Nacht ist. Außerdem fehlen auf dieser Fotocollage viele kleine Lichtansammlungen, große Lichtansammlungen sind dagegen umso deutlicher sichtbar. Das hängt damit zusammen, dass die Fotos für diese Bildcollage über einen längeren Zeitraum geschossen wurden und anschließend sozusagen "übereinander gelegt" wurden. Die "Erde bei Nacht" zeigt somit einen künstlichen Mittelwert der Lichtansammlungen auf der Erde.

Nun verliert das Bild dadurch nicht etwa an Aussagekraft. Im Gegenteil. Weil kleinere und schwächere Lichtansammlungen eher untergehen bei dieser Fotomontage wird deutlicher, wo auf unserem Planeten wirklich "die Musik spielt". Das "Hintergrundrauschen" von zufälligen Lichtern wird so abgeschwächt. Die wirklichen Zentren von Wirtschaft und Wohlstand, die Gegenden also, wo zuverlässig nachts das Licht brennt, werden umso deutlicher sichtbar.

Bekannt ist der krasse Helligkeits-Unterschied zwischen Süd- und Nordkorea:

Die Erde bei Nacht: Nordkorea

Der Pfeil zeigt dorthin, wo Nordkorea liegt. Rechts sieht man das hell erleuchtete Japan.

Was in detaillierteren Versionen dieser Nachtaufnahmen auch gut sichtbar wird, sind natürlich beleuchtete Verkehrsadern, die jede Nacht zuverlässig mit der gleichen Stärke leuchten und sich so gut absetzen von einem Hintergrundrauschen an zufälligen Lichtern.

Die Lichter der Nacht sagen also viel aus darüber, wo das wirtschaftliche Leben auf diesem Planeten blüht oder wie Regionen durch Verkehrsadern miteinander verbunden sind. Die Lichter der Nacht stellen also, gerade weil sie eine Abstraktion der Realität sind, gewisse Teilaspekte der Realität besonders deutlich und leicht sichtbar dar. Nordkorea kann in seiner Propaganda noch so laut behaupten, dass der Wohlstand im Land blühe, der nächtliche Blick aus dem All entlarvt dies als Lüge.

Das nächtliche Bild Europas offenbart auf einen Blick die Dichte der Besiedlung. So ist ein großer Teil der Niederlande fast vollständig grell erleuchtet. Ebenso erkennt man den dichtbesiedelten Streifen rings um den Nil:

Die Erde bei Nacht: Europa

Überall, wo Licht leuchtet, sind Menschen nachts unterwegs und zwar Menschen, die das Geld dafür haben, die Nacht hell auszuleuchten. Je mehr Licht, desto intensivere wirtschaftliche Tätigkeiten und desto größeren Wohlstand und desto mehr Menschen gibt es in dem Gebiet, könnte man verkürzt sagen.

Selbst längerfristige, geschichtliche Entwicklungen von Landstrichen werden durch das Lichtermeer und seine Strukturen deutlich. So offenbart der Blick auf das nächtliche Nordamerika, wie die Besiedelungsdichte von Osten nach Westen abnimmt. Man könnte fast denken, dass die Besiedelung des Westens immer noch nicht abgeschlossen ist:

Die Erde bei Nacht: Nordamerika

Die Lichter stehen also für menschliche Aktivitäten. Es sind somit eigentlich aggregierte Nutzerdaten, die auf einen Blick komplexe Zusammenhänge sichtbar machen und etwas über die Erzeuger und Nutzer der Lichter verraten. Etwas so Harmloses und Alltägliches wie eine Straßenlaterne kann also so zu einem Puzzleteil eines größeren, sehr aussagekräftigen Gesamtbildes werden.

Genau wie die Verbindungsdaten unserer Telefonate, E-mails und Internetverbindungen, die demnächst unter dem Begriff der Vorratsdatenspeicherung gesetzlich gespeichert und in großem Umfang verschiedenen Behörden zugänglich werden.

Genau wie die Forscher der NASA, die dieses künstliche, zusammengesetzte Bild der "Erde bei Nacht" erstellt haben, so können heutige Statistikprogramme nach der automatischen Verarbeitung und Auswertung von Unmengen an Telekommunikationsverbindungsdaten in grafisch ähnlich anschaulicher Art und Weise wie solch ein Nachtbild der Erde darstellen, wie das Kommunikationsnetz einzelner Menschen, einzelner Menschengruppen, einzelner Firmen oder gar ganzer politischer Parteien oder Gruppierungen aussieht. Je nachdem, was interessiert, kann man heranzoomen an diese Kommunikationsnetze oder herauszoomen. Die Stärke von Verbindungslinien kann dann beispielsweise die Häufigkeit oder Dauer von Telekommunikation zwischen einzelnen Menschen oder ganzen Firmen darstellen - pro Woche, pro Monat oder über den gesamten Zeitraum der Datenerhebung. Das Pendant zu einem Lichtermeer einer Großstadt wäre dann beispielsweise ein grafisch dargestellter, dichter Knotenpunkt ein- und ausgehender Telekommunikationsverbindungen - beispielsweise einer Redaktion eines überregionalen Zeitungsverlages und die Verkehrsadern wären die einzelnen ausgehenden oder eingehenden Telefongespräche dieser Zeitungsredaktion.

Dass es den Behörden tatsächlich technisch möglich sein wird, solche umfassenden Darstellungen von Kommunikationsnetzwerken anhand der Daten aus der Vorratsdatenspeicherung anzufertigen, das wird gerade auf EU-Ebene in nicht öffentlich tagenden Arbeitsgruppen ausgearbeitet. Dass solche Kommunikationsnetzwerke ohne Probleme erstellt werden können, das steckt dahinter, wenn in den sogenannten ETSI-Spezifikationen (ETSI = European Telecom Standards Institute) innerhalb dieser EU-Arbeitsgruppen gerade festgelegt wird, dass bei der Abfrage von Verbindungsdaten durch Behörden auch "Wildcards" verwendet werden können. Denn die technische Implementierung der Möglichkeit, auch per "Wildcards" die Telekommunikationsverbindungsdaten durchzustöbern, macht es möglich, dass man schnell und effizient ganze Kommunikationsverhaltens-Muster und Kommunikationsnetzwerke aus dem Datenbestand herausfischen kann. Gesetzlich erlaubt ist eigentlich nur die einzelne Abfrage von Daten einzelner Personen. Man könnte diese beschränkte, dafür aber in vielen EU-Ländern einzig legale, "tröpfchenweise" Abfrage von Verbindungsdaten natürlich auch als einzige Möglichkeit technisch implementieren. Das macht man aber nicht. Stattdessen implementiert man gesamteuropäisch die "Wasserfall"-Abfrage-Methode. Warum? Warum öffnet man so dem Missbrauch Tür und Tor?

Kleine technische Dinge mit großer Auswirkung. Was technisch einmal implementiert ist, ist wegen der Natur der digitalen Informationstechnologie im Nachhinein kaum mehr hinsichtlich seiner korrekten Nutzung zu kontrollieren. Da helfen auch gesetzliche Verbote wenig, wenn effektive technische Kontrollen und Schranken fehlen, um verbotene Datensammlung und Datenauswertung zu behindern. Die Arbeitsruppe, die gerade diese ETSI-Regeln festlegt für die Datenabfrage der Telekommunikationsverbindungsdaten, die schießt gerade sozusagen den Satelliten ins All, mit dem man anschließend ein Foto erstellen kann von der gesamten "Kommunikations-Erde" (wobei die Erde hier natürlich "nur" Europa wäre). Ist dieser "Satellit" erst einmal "im All", bliebe nur das Vertrauen in unsere Behörden und in ihre Mitarbeiter, dass sie damit kein "Foto bei Nacht" schießen, obwohl sie es technisch könnten und obwohl kaum jemand kontrollieren könnte, dass sie es nicht tun. Besser wäre es also, wenn man den Satelliten am Boden lässt und direkt in der technischen Implementierung der Datenabfrage verhindert, dass Kommunikationsdaten in großen Mengen und per Wildcard-Suche von Behörden abgegrast werden können.

Sonst besteht die Gefahr, dass ein neugieriger Beamte mal guckt, nach welchen Themen beispielsweise derzeit ein Herr Leyendecker, Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, gerade recherchiert. Wie das gehen könnte? Beispielsweise so: Indem der Beamte überprüft, mit wem Herr Leyendecker beruflich und privat in den letzten sechs Monaten kommuniziert hat. Zeigen sich Kommunikations-Häufigkeiten zu bestimmten Firmen? Gar zu einem bestimmten Anschluss in einer Firma oder zu einer bestimmten Behördenstelle? Gibt es Erkenntnisse, dass bei dieser Behörde oder Firma eventuell etwas im Argen liegt über das Herr Leyendecker recherchieren könnte? Mit wem kommunizierte Herr Leyendecker dort genau? Traf Herr Leyendecker sich mit dieser Person gar persönlich? Das ließe sich anhand der Bewegungsprofile der Handys von Leyendecker und der vermuteten Kontaktperson zurückverfolgen. Und wenn die beiden ihr Handy beim Treffen ausgeschaltet hatten, so wird gerade dieses "Loch" an Kommunikations- und Bewegungsprofildaten der beiden Handys zur Bestätigung dafür, dass die beiden sich tatsächlich getroffen haben... Und so weiter und so fort. Die Grenzen der Möglichkeiten, sich das Wissen aus den Verbindungsdaten nutzbar zu machen, liegen eher in der Fantasie der Schnüffler als in den technischen Möglichkeiten. ETSI-Spezifikation sei Dank. Und welche Möglichkeiten es gäbe für Behörden oder Firmen (schließlich könnten die Verbindungsdaten auch jenseits von Behörden illegal in die Hände von Firmen gelangen - digitale Daten sind eben, so es erst einmal einen Zugang zu ihnen gibt, leicht und unbemerkt zu kopieren) im Anschluss an solch eine Kommunikationsauswertung Einfluss zu nehmen auf unliebsame Personen, das überlasse ich auch gerne jedermanns Fantasie.

Aber das alles ist ja Technikkrams. Und kompliziert. Irgendwie esoterisch, nicht wahr? Und deswegen aus Sicht unserer Medien jenseits des "Maschinenraums" von Heise.de und Futurezone.ORF anscheinend nicht interessant genug.

Das Beste wäre natürlich, man würde diesen ganzen Vorratsdatenspeicherungskram gänzlich lassen. Schon alleine die Tatsache, dass man Daten aller Bürger nur auf Verdacht hin erhebt, ist ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien wie beispielsweise die Unschuldsvermutung. Nicht der Bürger ist derjenige, der präventiv zu verdächtigen ist, sondern der Staat und seine Behörden. Der Staat und die Behörden sind es, die beständiger Kontrolle bedürfen durch souveräne Bürger.

Copyright-Hinweis: Das Foto, auf dem obige Ausschnitte und Bearbeitungen beruhen, ist "Public Domain". Urheber des Bildes ist die NASA.

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Donnerstag, 16. August 2007

Lakonisch, das ist das richtige Wort

(Via Joe per E-mail) Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich diese Homepage des Künstlers David Shrigley anklickte. Besonders seine Fotos oder auch diese kleine Zubettgeh-Geschichte haben es mir angetan. Ganz entzückend.

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Donnerstag, 19. Juli 2007

Vorsicht bei Nutzung von Eltern.de!

Eltern.de ist eine Website des Verlages Gruner & Jahr, bei dem Eltern unter anderem an "Fotowettbewerben" teilnehmen dürfen und so auf diesem Weg Bilder von sich und ihren Kindern ins Internet stellen (was an sich schon hochproblematisch ist).

Don Alphonso weist jetzt aber im Weblog Blogbar.de darauf hin, dass Eltern.de die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) geändert hat und Eltern.de sich dabei mir nichts, dir nichts alle von den Nutzern des Eltern.de-Portals erstellten und dort hochgeladenen Materialien unentgeltlich zu eigen macht. Eltern, die beispielsweise Fotos ihrer Kinder an Eltern.de geschickt haben, verlieren ab sofort alle Rechte an ihren Bildern. Gruner & Jahr behält sich sogar das Recht vor, die Bilder für Werbezwecke einzusetzen oder die Rechte an den Bildern sogar weltweit an Dritte weiterzuverkaufen.

Wenn Sie Nutzer von Eltern.de sind und bei solchen Fotowettbewerben mitgemacht haben und der Nutzung ihrer Bilder innerhalb von zwei Wochen nach Änderung der AGB nicht schriftlich widersprochen haben, sollten Sie sich also nicht wundern, wenn Sie dank heutiger Bildbearbeitungsmöglichkeiten plötzlich das Konterfei Ihres Kindes eingesetzt sehen für Werbung für irgendeinen Billig-Ramsch. Oder beim nächsten Fastfood-Restaurant Ihr Kind lächelnd ekelhafte Brat-Örps-Burger auf Werbeplakaten anpreist. Oder vielleicht am anderen Ende der Welt Werbung für Kriegsspielzeug macht.

Ich persönlich kann nur davon abraten, kommerziellen Webseiten Fotos zu überlassen, die einen persönlich zeigen, die Gegenstände des persönlichen Umfeldes zeigen (Haus, Garten, Auto und so weiter), Freunde und Bekannte zeigen oder gar die eigenen Kinder zeigen. Selbst jenseits solch haarsträubender AGB wie die bei Eltern.de können solche Fotos schnell von Dritten missbraucht werden, wenn sie einmal offen im Internet stehen. Eine Firma in Argentinien wird sich wenig darum scheren, ob sie Rechte an Ihren irgendwo ins Internet gestellten Fotos hat. Wer Texte oder Fotos ins Internet stellt, sollte sich immer bewusst sein, dass sie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr privat sind und man kaum mehr eine Kontrolle hat über die Weiterverwendung dieser Materialien. Ich gebe hier keine (oder fast keine) Informationen über meine Person preis. Und ich bin mir bewusst, dass meine Texte wer weiß wo Verwendung finden könnten. Ich nehme das bewusst in Kauf. Aber ob Eltern, die bei Fotowettbewerben bei einem als seriös geltenden Verlag mitmachten, damit rechneten, dass plötzlich die bislang harmlosen AGB einfach geändert werden und so die Fotos ihrer Kinder eventuell zum Freiwild der Werbebranche werden? Das bezweifle ich doch sehr. Und das zeigt, dass man meiner Meinung nach Gruner & Jahr nicht mehr vertrauen kann.

P.S.: Wie am unteren Rand auf der Website Eltern.de zu lesen ist, sind weitere Online-Angebote des Verlagshauses G+J AG & Co KG: art, augenzeuge.de, BerlinOnline, Börse-Online, Brigitte.de, bym.de, Capital, dogs, eat'n STYLE, eBay-Magazin, Elternfamily.de, Emotion.de, essen & trinken, Frau-im-Spiegel.de, FTD, Gala, GEO, G+J Electronic Media Sales, G+J Media Sales, healthyliving.de, Impulse, Impulse Gründerzeit, kino.de, Living at Home, meinABO.de, NATIONAL GEOGRAPHIC, NEON, Park Avenue, PM Online, Sächsische Zeitung, stern.de, VIEW. Ich kann nur zur allergrößten Vorsicht raten, wenn man diesen Online-Angeboten als Nutzer irgendwelche eigenen Fotos oder Texte überlassen will! Man sollte sich immer bewusst sein, dass Gruner & Jahr im Zweifelsfall sich all diese Materialien zu eigen machen könnte durch eine AGB-Änderung - wenn die Abtretung sämtlicher Rechte an eigenen Materialien nicht eh schon heute bei diesen Online-Angeboten in den AGB drin steht.

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Donnerstag, 14. Juni 2007

Alternative zu Flickr: 23hq.com

Ja, es gibt viele Gründe, Flickr zu nutzen. Die Benutzerfreundlichkeit, die Anzahl an Funktionen und vor allem die große Community mit unzähligen hervorragenden Fotografen.

Aber es gibt auch zahlreiche Gründe, Flickr nicht zu nutzen. Zuvorderst, dass Flickrs Mutterfirma Yahoo mehrmals ohne wirklich dazu gezwungen gewesen zu sein, den chinesischen Strafverfolgungsbehörden persönliche Daten von chinesischen Dissidenten, die Dienste von Yahoo genutzt hatten, übermittelt hatte und Yahoo so geholfen hat, Menschen hinter Gitter zu bringen, die nur ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hatten. Anteilseigner von Yahoo hatten jüngst gefordert, dass Yahoo in Zukunft die Menschenrechte achten solle und schlugen dafür ein extra Komitee vor. Yahoo war dagegen. Wieder ein Grund mehr, einen Bogen um die Dienste von Yahoo zu machen.

Der letzte Ausschlag für viele - vor allem Deutsche - zumindest Flickr zu verlassen, dürften die neuen Filter von Flickr sein, die deutschen Besuchern von Flickr das volle Programm von Flickr verwehren. Ist man nicht als Nutzer angemeldet bei Flickr, bekommt man nur die nach extrem weichen Kriterien als "sicher" eingestuften Fotos der Flickr-Nutzer zu sehen. Wer also beispielsweise Akt-Fotos (künstlerischer Natur) bei Flickr gehostet hat, der muss auf deutsche Bewunderer seiner Fotos verzichten, sofern die Besucher nicht selbst einen Account bei Flickr/Yahoo haben - allerdings einen nicht-deutschen Flickr/Yahoo-Account.

Das Zensur-Vorgehen von Flickr bezüglich deutscher Flickr-Nutzer könnte mit der unklaren Rechtssituation in Deutschland in Bezug auf das Internet zusammenhängen. Internet-Forenbetreiber stehen in Deutschland zwangsläufig mit einem Bein im Kittchen. Deutsche Politiker halten den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet nicht für wichtig und belassen es somit bei zweideutigen Gesetzen, die je nach Gericht anders ausgelegt werden: Mal ist ein Forenbetreiber nur dann verantwortlich für Inhalte im Forum, wenn er ausdrücklich Kenntnis davon hat, mal nicht. Ich kann gut verstehen, dass Flickr bei der Lokalisierung seines Dienstes in Deutschland kalte Füße bekommen hat und nach einer für sie sicheren Lösung gesucht hat.

Dass die freie Meinungsäußerung im Internet in Deutschland nur unzureichend geschützt ist, zeigt beispielsweise auch die aktuelle Bedrohung des kritischen, privat betriebenen Verbraucherschutzforums Call-In-TV durch die Endemol-Tochter "Callactive". Call-In-TV sammelt kritische Meinungen zu den diversen Call-In-Sendungen im deutschen Fernsehen. Dass diese Kritik den Sendungsmachern nicht gefällt, ist klar. Und in Deutschland können Firmen ganz einfach und bei - nach Maßstäben der Firmen - geringem Risiko jede Kritik von Privatleuten an ihren Produkten mundtot machen. Einfach, indem man Abmahnungen verfasst und mit Prozessen droht. Wegen der unklaren Rechtslage in Deutschland können Privatpersonen sich das Risiko eines Prozesses meist nicht leisten. Also löscht man die Kritik an den Firmen und zahlt brav die Abmahngebühren.

Dieses Abwürgen der Meinungsfreiheit im Internet ist vermutlich politisch gewollt. Die Politiker von SPD und Union hätten bei der Verabschiedung des Telemediengesetzes ohne großen Aufwand eine klare Regelung der Forenhaftung festlegen können. Man hat bewusst darauf verzichtet. Übrigens: Sollte mir jemand offenbaren, dass er bei den nächsten Wahlen Union oder SPD wählt, der muss sich darauf einstellen, dass ich ihm unvermittelt auf die Füße kotze. Ist nicht persönlich gemeint. Nur ein schwer kontrollierbarer Reflex meinerseits.

Wie auch immer. Die erneute Weigerung von Yahoo, ernsthafter, transparenter, nachvollziehbarer und intensiver bei ihren Geschäften die Menschenrechte zu achten und auch die seltsame Zwangsfilterung für deutsche Flickr-Besucher und schlussendlich die Hoffnung, dass es nun endlich irgendwo im Netz eine gleichwertige Alternative zu Flickr geben könnte, hat mich veranlasst, mir die Zeit zu nehmen und nach einer Alternative zu Flickr zu suchen. Ich habe mir also zahlreiche Bilder-Hoster angeschaut. Aber nur ein einziger Dienst, von den von mir begutachteten, kommt meiner Meinung nach dem nahe, was Flickr anbietet.

Wer nur einen Hoster für seine Fotos sucht, um seine Fotos dann auf einer anderen Internetseite, beispielsweise seinem Weblog, einzubinden, für den gibt es natürlich unzählige Bilder-Hoster. Aber Flickr ist ja weit mehr.

Für mich muss eine Flickr-Alternative mindestens folgende Funktionen aufweisen:

  • Eine ausgereifte Suchfunktion, um beim Anbieter gehostete Bilder anderer Nutzer zu finden.
  • Eine Bedienerführung, die es auf leichte Art erlaubt, auf Entdeckungsreise zu gehen, also tolle Fotos und talentierte Fotografen zu finden.
  • Die Anzeige der Fotos in verschiedenen Größen.
  • Das Sammeln interessanter Fotos anderer Fotografen in einer eigenen Favoriten-Sammlung (eine Art "Bookmark-Funktion" also für tolle Fotos).
  • Die Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Fotos zu hinterlassen.
  • Die Einbindung von "Creative-Commons-Lizenzen", also die Möglichkeit, die Nutzungsrechte an eigenen Fotos in Stufen freizugeben oder einzubehalten.
All diese Dinge werden außer bei Flickr meines Wissens nach nur noch von 23hq realisiert. Wer einen anderen Anbieter kennt, der ebenfalls diese genannten Kriterien erfüllt, kann darauf gerne in den Kommentaren hinweisen.

Neben dem erwähnten 23hq habe ich außerdem angeschaut und für mich nicht als ausreichend befunden, weil bei ihnen mindestens eines der oben aufgelisteten Kriterien fehlte: Ich hätte gerne einen deutschen Anbieter als Flickr-Alternative empfohlen, aber leider bieten die deutschen Anbieter keine Möglichkeit, die Nutzungsrechte der Bilder variabel zu vergeben. Alle deutschen Anbieter - so verstehe ich zumindest die AGBs - verlangen zudem von den Nutzern die völlige Überlassung der Nutzungsrechte an ihren Bildern. Für mich eine nicht akzeptable Bedingung. Und ich vermute, dass diese unklare Regelung in Bezug auf das Copyright viele gute Fotografen davon abhält, deutsche Bilder-Hoster zu nutzen. Schaue ich mir die bei den deutschen Anbietern gehosteten Bilder an, fühle ich mich in dieser Annahme bestätigt.

Ich teste nun 23hq.com ausführlicher. Der erste Eindruck: Manche Dinge erscheinen mir sogar besser gelöst als bei Flickr. Nur die Community ist offensichtlich bei 23hq noch nicht so groß wie bei Flickr. Man kann 23hq auch kostenlos nutzen. Einzige Einschränkung dabei: Man kann nur maximal 20 MB pro Monat hochladen (ausgenommen die ersten zwei Wochen, in denen man mehr Fotos hochladen kann).

Ich werde eventuell später noch mehr zu 23hq.com schreiben und eventuelle Unterschiede zu Flickr detaillierter darstellen.

P.S.: Auch Del.icio.us gehört zu Yahoo. Demnächst werde ich mir auch noch einmal Alternativen zu Del.icio.us ansehen.

Nachtrag: Nach langer Wartezeit hat sich eine Mitarbeiterin von Flickr in den Foren von Flickr geäußert und erklärt, dass das seltsame Filtersystem von Flickr darin begründet sei, dass die ungeschützte Verbreitung von Pornographie in Deutschland strafbar ist. Das ist so. Auch die fahrlässige Verbreitung von Pornographie außerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe, die durch ein real funktionierendes Altersverifikationssystem geschützt ist, ist in Deutschland strafbar. Anwendbar ist diese Vorschrift auf das Internet jedoch kaum. Aber das kümmert den deutschen Gesetzgeber natürlich nicht. Die Realität hat sich nach den Gesetzen zu richten und nicht umgekehrt. Ich habe keine Ahnung, ob Flickr eine Möglichkeit hat, einen Bilder-Hosting-Dienst auch von Deutschland aus anzubieten, ohne nicht ein juristisches Risiko einzugehen. Auch das jetzt bei Flickr implementierte Filtersystem würde vor einem deutschen Gericht - vermute ich - nicht als adäquate Zugangsbeschränkung angesehen werden. Beim jetzigen System müssen die einzelnen Flickr-Nutzer ja ihre Fotos selbst in eine von drei Kategorien einordnen (sicher, moderat, unsicher). So kommt es, dass eher prüde US-Nutzer viele ihrer Fotos als "unsicher" einstufen, obwohl sie nach deutschen Gesichtspunkten niemals als pornographisch eingestuft würden. So kommt es, dass Deutsche bei Flickr trotz eigentlich eines meist liberaleren Umgangs mit Sexualität innerhalb der Gesellschaft bei Flickr einer strikteren Regulierung unterliegen als andere Nutzer. Wer es als deutscher Teenie aber drauf anlegt, braucht sich nur einen neuen Yahoo-Account zuzulegen, als Wohnort USA oder Kanada angeben und kommt so ohne Aufwand dennoch in den "Genuss" aller Flickr-Fotos. Fazit: Das deutsche Gesetz - vor allem im Bereich des Jungendschutzes - führt auch hier wieder zu verrückten Verrenkungen, die Leuten, die sich mit dem Technik-Krams nicht auskennen, suggerieren, es gäbe einen Schutz. Die gleiche Schose also wie bei der Diskussion rund um ein Verbot von Killerspielen.

Es wird Zeit, dass diese mental vergreiste Politiker-Kaste, die derzeit in Deutschland das Sagen hat, abtritt. Da aber die deutsche Gesellschaft insgesamt mental immer mehr vergreist (vor allem, was ihr Spiegelbild in den Medien betrifft - Wo ist die junge, aufregende Kunst in den Medien? Wo spiegelt sich die gewachsene Internationalität und Vielschichtigkeit der deutschen Gesellschaft in den Medien wieder? Was für ein Publikum sitzt stattdessen in den TV-Shows von ARD und ZDF? Wieviele Falten finden sich in den Gesichtern der Chefredakteure? Na?...), wird das nicht passieren.

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Dienstag, 22. Mai 2007

Das andere China

(Via The Alienated Observer, via Haha.nu) Neulich war ich in einer Ausstellung namens "Humanism in China". Gezeigt wurden Fotografien aus China. Unzensierte Fotos aus dem "anderen" China jenseits der Sonderwirtschaftszonen und der großen, neuerdings "glänzenden", modernen Städte wie Shanghai oder Peking. Viele dieser Fotografien des ungeschönten China gibt es jetzt auch online zu sehen: Humanizing China - Part 1 (Survival).

Von den zahlreichen Themenblöcken der Ausstellung sind online jedoch nur drei zu sehen. Außerdem fehlen online die Jahresangaben, wann die Fotos entstanden sind. Die meisten Fotos entstanden zwischen 1990 und 2003.

Man sieht auf den Bildern das "wahre" China. Es ist ein Kosmos für sich. Und teilweise extrem fremdartig. Die Menschen sind nicht fremdartig, sondern die Welt, die Lebensbedingungen, mit denen sie zurecht kommen müssen, muten fremdartig an. Es erscheint einem so, als ob mehrere Zeitalter von Mittelalter bis Moderne nebeneinander existieren würden. Im Mittelpunkt der Fotos stehen die Menschen, die versuchen, mit diesen Lebensbedingungen zurecht zu kommen. Deshalb auch das Wort "Humanism" im Titel der Fotoausstellung. Beim Betrachten der Bilder stellt sich schnell ein Gefühl der Bewunderung für diese Menschen ein, die sich durchwurschteln, sich in ihren Träumen und dem Streben nach Glück behaupten oder Unzulänglichkeiten stoisch hinnehmen. Denn noch eines wird deutlich bei diesem Blick auf China: Der Mensch und seine Bedürfnisse sind nicht unbedingt der zentrale Mittelpunkt des organisierten, öffentlichen Lebens in China. Allein ein Foto, auf dem Hunderte von Frauen bei einer öffentlichen Veranstaltung dicht gedrängt warten, um Zugang zur Toilette zu bekommen, zeigt dies. Oder die Menschen, die nachts in Straßentunnels übernachten, weil es in ihren Wohnungen schlicht zu heiß ist.

Der Tagesspiegel hat einen ausführlichen Bericht über die derzeit in Berlin gastierende Ausstellung: Im Schattenland

In Berlin gibt es die Bilder noch bis zum 8. Juli unter dem Titel "Humanism in China" im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin (direkt neben dem Bahnhof Zoo) zu sehen. Donnerstags ab 18 Uhr freier Eintritt. Später soll es die Ausstellung noch in München und Dresden zu sehen geben. Da die Online-Fotos etwas klein sind und nicht alle Fotografien der Ausstellung zeigen, sollte sich ein Besuch der Ausstellung lohnen.

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Mittwoch, 16. Mai 2007

Neue Schutzgebiete im Osten

Satellitenbild von Heiligendamm mit eingezeichneter BannmeileDas Gelbe soll der Bereich der geplanten Bannmeile rund um Heiligendamm beim kommenden G8-Gipfeltreffen sein. Der rote Bereich ist der von einem Sperrzaun umgebene Bereich von Heiligendamm, also das provisorische Gefängnis für den Unterbindungsgewahrsam von acht, teilweise äußerst verdächtigen Führern politischer Bewegungen. Besuchern wird der Zutritt zu den acht Gefangenen nicht gewährt.

Das Bild ist ein Screenshot aus dem ARD-Nachtmagazin vom 16./17. Mai. Online konnte ich bislang nirgends eine ähnlich gute Darstellung der Bannmeile finden. Das Original wird sicherlich in Kürze auch noch bei der als Videostream im Internet angebotenen Ausgabe des Nachtmagazins vom 16./17. Mai 2007 bei Tagesschau.de zu sehen sein.

Nachtrag: Ah, hier gibt es gutes Kartenmaterial. Man muss halt abseits der reichweitenstarken Medien suchen...

Nachtrag 2: Und Kai Raven hatte gestern schon auf das Kartenmaterial verlinkt. Irgendwie hinkt mein RSS-Feedreader einen Tag hinterher. :-)

Nachtrag 3: Jetzt steht die Ausgabe des ARD-Nachtmagazins, aus dem der obige Screenshot ist, online.

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Sonntag, 25. März 2007

Das moderne Samstagabendprogramm der ARD

Die obligatorischen, samstäglichen Wiederholungen alter James-Bond-Filme in den öffentlich-rechtlichen Sendern haben zwei Vorzüge:

1.) Es ist immer wieder spannend zu kontrollieren, ob man mittlerweile tatsächlich alle Dialoge auswendig kann.

2.) Die alten Schinken offenbaren einem, was sich so alles verändert hat in den letzten 41 Jahren:

Hongkong im Screenshot aus dem Film "James Bond 007 - Man lebt nur zwei Mal" von 1966 (Klicken für größere Version):

Skyline von Hongkong in James-Bond-Film von 1966

Hongkong im Dezember 2006, aufgenommen von "Dittmeyer" (das Foto unterliegt einer Creative-Commons-Lizenz):

Skyline von Hongkong im Jahr 2006

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Donnerstag, 11. Januar 2007

Größter Vorteil eines Flickr-Accounts: Der Favoriten-Setzkasten

Manchmal haben "Zwangsregistrierungen" auch etwas Gutes. Wenn einem nämlich nach dem Registrieren weitere Funktionen zur Verfügung stehen, die man ohne die Registrierung rein technisch nicht hätte nutzen können und deren Sinn und Zweck einem ohne sie selbst einmal auszuprobieren auch nicht unbedingt aufgegangen wäre.

So war ich erst etwas sauer, als mir wieder bewusst wurde, dass man sich zum Kommentieren bei Flickr.com erst registrieren muss. Bisher habe ich Flickr nur passiv genutzt. Ohne Registrierung. Einfach, weil Fotografieren bislang keines meiner Hobbys war. Als ich nun jedoch meinen Flickr-Account hatte, schaute ich mir die neuen Funktionen genauer an. Und siehe da: Ich entdeckte die "Favorites".

Kleine Vorschaubilder von mir geschätzter Fotografien bei Flickr.comJeder Erdenbürger mit Flickr-Account kann, wenn er sich durch den riesigen Bilderberg von Flickr wühlt, einzelne Fotografien herauspicken und durch Klick auf "Add to Favorites" seinen Favoriten hinzufügen. Das geht nur, wenn man als Nutzer in Flickr eingeloggt ist.

Kein großes Ding diese Favorites? Irrtum! Sie machen - zumindest für mich - das Durchstöbern von Flickr erst richtig zur Freude. Einmal, weil man so wie ein besessener Schatzjäger nach neuen atemberaubenden Fotografien sucht, die man seinem "Setzkasten" namens "Favorites" in Flickr hinzufügen kann. Andererseits, weil ich so auch erst darauf aufmerksam wurde, dass viele Fotografen, die ich gut finde, wiederum in ihren Favoriten zu anderen Fotografen verlinken, die sie gut finden und die ich deswegen höchstwahrscheinlich auch gut finde.

Kleine Vorschaubilder von mir geschätzter Fotografien bei Flickr.comIch weiß... Ich bin etwas spät. Flickr kennt mittlerweile jeder. Und jeder anständige Nutzer wird längst diese "Favoriten-Funktion" kennen. Aber vielleicht hatte der ein oder andere sie ja wie ich bisher unterschätzt.

Ohne die Navigationshilfe, die die Favoriten von bewunderten Fotografen darstellen, stocherte ich bislang eher immer hilflos im Flickr-Universum umher. Die Tags oder diversen Gruppen brachten manchmal das ein oder andere interessante Bild hervor. Aber Fotografen, deren gesamten Bildbestand ich faszinierend finde, kannte ich bislang nur einige wenige. Den "Geheimgang" zu weiteren interessanten Fotografen fand ich erst nach Anmeldung eines eigenen Flickr-Accounts in Form der Favoriten-Funktion.

Kleine Vorschaubilder von mir geschätzter Fotografien bei Flickr.comAuf meinem eigenen Flickr-Account gammeln jetzt zwar nur pixelige Handy-Kamerabilder. Aber es geht ja beim Flickr-Account mindestens zu 50% (bei mir zu 99%) um die dann aktiv von einem nutzbare Favoriten-Funktion. ;-)

Wer mein Favoriten-Schatzkästchen bewundern will: Ich verlinke nun beständig drauf rechts in der Navigationsleiste.

Oder eben hier entlang.

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Montag, 8. Januar 2007

Neue Volkskrankheit kündigt sich an: Der Handy-Arm

Geschäftsleute in Hong Kong, alle mit Handy in linker HandDiese Herren lesen nicht etwa SMS. SMS sind nur noch Teenie-Kram. Wenn die Herren doch Textnachrichten lesen sollten, wird es sich um E-mails handeln.

In Asien (hier Hong Kong) sind Handys mittlerweile zum Ersatz der Tageszeitung, des Laptops oder PDA und des MP3-Players geworden. Ich laufe hier in Deutschland mittlerweile auch fast nur noch so in der Gegend rum, wenn ich mich nicht doch zu sehr geniere.

Sinnlose Wartezeiten gibt es nicht mehr. Ob an der Bushaltestelle, der U-Bahnstation, beim Warten auf den Döner oder manchmal auch direkt im Gehen auf dem Bürgersteig... dank endlich benutzerfreundlicher Handy-Browser (Opera-Mini), UMTS und den modernen, brillanten Handy-Displays kann man bekanntlich endlich relativ komfortabel am Handy im Internet surfen. Nur die Datentarife schieben dem in Deutschland teilweise noch einen Riegel vor (wenn man keine Datenflatrate hat) und das nach circa einer Stunde einsetzende taube Gefühl im Oberarm und den Händen. :-)

Das Foto ist Teil eines Flickr-Sets von "Dittmeyer", der sich zur Zeit auf Reise in Neuseeland befindet und in Hong Kong Zwischenstation machte.

Weitere Fotos von Dittmeyer:

Skyline von Hongkong im AbendlichtHong Kong.










Strand mit Gras, windgepeitschten Wellen und metallisch-blauem HimmelNeuseeland.








Sehr sehenswert!

Copyright-Hinweis: Die Rechte an den gezeigten Fotos besitzt "Dittmeyer". Sie unterliegen einer Creative Commons Lizenz.

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Sonntag, 26. November 2006

Blick aus hundert Fenstern, weltweit

The View from Your Window ist ein Weblog mit Fotos der Leser. Fotos des Blicks, den man hat, wenn man aus dem Fenster gucken würde, aus dem Leser des Weblogs täglich, manchmal, immer gucken, genauer gesagt.

Also gut, nochmal. Jeder hat irgendwo ein Fenster rumstehen. Da guckt man manchmal raus. Nun kann man genau das fotografieren. Also nicht, wie man da raus guckt, sondern wie das so aussieht da draußen vor dem Fenster. Und dieses Foto kann man dann an oben verlinktes Weblog schicken. Ich finde, das ist eine schöne Idee. Und funktioniert auch ganz ohne Mitteilung von irgendwelchen genauen Adressdaten.