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Montag, 21. Januar 2008

Kurze Bitte an Blogger mit "mobile Version" ihres Blogs

Ein kurzer Hinweis an alle, die ihre Website oder ihr Blog so konfiguiert haben, dass vermeintliche Nutzer von Browsern auf Mobiltelefonen ("WAP-Browser") automatisch auf eine abgespeckte Version ihrer Website gelenkt werden:

Bitte streicht in der Konfiguration den Browser/User Agent "Opera Mini" aus der Liste der Browser, die automatisch auf die eingeschränkte Version eurer Website umgeleitet werden.

Opera erklärt, welchen User-Agent-String Opera-Mini verwendet:

Opera Mini will give the same UA string as Opera Mobile, but additionally it will identify itself as Opera Mini in a comment. Look for "Mini/N.M" (e.g. "Opera Mini/1.2") in addition to "Opera/N.M" (as Opera) or "Opera N.M" (spoofing). (Quelle: Opera.com)


Opera-Mini läuft zwar auf Mobiltelefonen, kann aber von Webdesignern wie ein vollwertiger Browser behandelt werden und benötigt keine extra, häufig funktionell oder gar inhaltlich eingeschränkte Version eurer Website oder eures Blogs.

Wenn das mit dem Anpassen der Konfiguration eures Servers oder eures Wordpress-Plugins nicht klappt, dann wäre es extrem sinnvoll, auf der eingeschränkten Website-Version zumindest einen Link zur normalen Website-Version anzubieten.

Vielen Dank!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Urteil: Speicherung von IP-Adressen in Deutschland gänzlich verboten?

Daten-Speicherung.de stellt ein hochinteressantes Urteil vor, das gerade rechtskräftig geworden ist: Vorratsspeicherung von Kommunikationsspuren verboten.

Das Urteil wurde genau zur richtigen Zeit rechtskräftig.

Gestern und vorgestern hatte ich noch geschrieben über die unglaubliche Verletzung der Privatsphäre, die das BKA den Besuchern seiner BKA-Website antat. Es erschien mir als eindeutig illegal, dass das BKA sich bei Internetzugangsprovidern wie beispielsweise der Telekom die Namen und Adressdaten besorgte von allen BKA-Website-Besuchern eines gewissen Zeitraumes.

Nicht illegal erschien es mir, dass das BKA, wie so viele andere Websites im Internet auch, zunächst nur die IP-Nummern der Website-Besucher (also ohne Name und Anschrift der Nutzer) speicherte. Da lag ich falsch! Selbst diese IP-Adressen-Speicherung ist laut des oben erwähnten Gerichtsurteils sogar illegal!

Das Urteil bezieht sich auf eine Klage eines Internetnutzers gegen das Bundesjustizministerium. Das Gericht untersagte dem Bundesjustizministerium Nutzerdaten über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorgangs hinaus dauerhaft zu speichern. Insbesondere IP-Adressen dürfen laut Urteil nicht gespeichert werden, selbst wenn sie an sich noch keine eindeutige Identifizierung der Nutzer ermöglichen. Es reicht als Grund für das Verbot der Speicherung von IP-Adressen aus, dass Dritte (beispielsweise die Internetzugangsprovider) mit diesen Daten die Identität des Nutzers feststellen können. Weil also die IP-Daten unter Mithilfe von Dritten dazu führen, dass Personen als solche identifiziert werden, sind die IP-Daten auch an sich schon Personendaten.

Wow. So eng hatte ich das bisher noch gar nicht gesehen. Aber es stimmt natürlich! Ich sah das Hauptproblem bislang eher darin, dass die Internetzugangsprovider diese Daten speichern. Aber die Darlegung des Gerichts ist glasklar und logisch.

Wenn ich das richtig verstehe, dann könnte das Urteil Ungemach für deutsche Website-Betreiber bedeuten, die irgendwo IP-Adressen ihrer Besucher länger speichern als dies für den Aufruf der Webseite an sich nötig ist. Das heißt, dass IP-Adressen auch nicht mehr zu statistischen Zwecken gespeichert werden dürfen. Der Einsatz so mancher Analyse-Software (Google-Analytics beispielsweise?) dürfte damit illegal werden für deutsche Website-Anbieter. Auch die Speicherung von IP-Adressen durch Auslieferer von Werbebannern, die so versuchen das Nutzerverhalten über mehrere Webseiten hinweg zu erfassen und die Auslieferung der Werbebanner abzustimmen auf den jeweiligen Nutzer (und sei es nur, dass verhindert werden soll, dass dem Nutzer immer das gleiche Banner gezeigt wird), dürfte damit als eindeutig illegal gekennzeichnet worden sein.

Oder?

Ich habe daraufhin den Teil des Weblogs, der IP-Adressen kurzfristig speicherte und der als einziger hier unter meiner direkten Kontrolle steht, nämlich der kostenlose Counter von StatCounter.com, aus dem Weblog entfernt. StatCounter legte zwar nur eine 100kb große Log-Datei an, die durch neue Besucher immer wieder neu gefüllt und überschrieben wurde, aber selbst dies ist nach oben erwähntem Urteil illegal. Ich weiß zwar nicht, ob ich als privater Blogger tatsächlich von dieser gesetzlichen Regelung betroffen bin, aber ich befolge die Regelung alleine schon deshalb, weil ich sie sinnvoll finde. Die IP-Adressen haben mich eh nie interessiert, nur woher Besucher kamen, fand ich interessant. Aber auch darauf kann ich verzichten. Leute, die mich verlinken, können ja kurz einen Kommentar unter dem Weblog-Eintrag hinterlassen, den sie verlinken, wenn sie möchten, dass ich erfahre, dass sie mich verlinken.

Bleibt nur das Problem, dass mein Weblog bei Blogspot.com gehostet ist. Und Blogspot.com gehört zur Datenkrake namens Google. Ich bin mir leider ziemlich sicher, dass Blogspot.com die IP-Adressen aller Weblog-Leser speichert. Diese Speicherung unterliegt aber nur insofern meiner Kontrolle, dass ich das Bloggen hier bei Blogspot.com dann halt gänzlich beenden könnte. Ich habe auch keine Informationen darüber, was Blogspot.com/Google tatsächlich speichert.

Keine befriedigende Situation also.

Was wäre also nötig? Es wäre ein deutscher Bloghoster nötig, der glaubwürdig versichert, keinerlei IP-Adressen von Weblog-Besuchern zu speichern und es den Bloggern selbst ermöglicht, unter Pseudonym zu bloggen. Kennt jemand so einen Weblog-Hoster, der glaubhaft keine IP-Adressen speichert? Außerdem wären natürlich einfache Statistiktools schön, die ohne IP-Adressen zu speichern funktionieren. Die Umrechnung einer IP-Adresse in einen Hash-Wert und die weitere Verwendung dieses nicht wieder reversiv in eine IP-Adresse umwandelbaren Zahlenwertes wäre vielleicht eine mögliche Lösung. Auf bereits existierende Softwarelösungen beispielsweise für Foren oder selbstgehostete Weblogs verweist die Initiative "WirSpeichernNicht.de.

Ein Weblog ohne IP-Adressen-Speicherung wäre momentan wohl nur realisierbar, indem man einen eigenen Server aufsetzt und bei der Server-Software "Apache" die Protokollierung von IP-Adressen abschaltet und anschließend keinerlei Software und Skripte einsetzt, die irgendwo IP-Adressen speichern. Kein geringer Aufwand.

Ich hoffe, meine Besucher können es mir nachsehen, dass ich deshalb zunächst einmal weiter hier bei Blogspot.com blogge - trotz der bestehenden Unsicherheit darüber, was Blogspot.com wie lange an Daten speichert.

Es wäre zu begrüßen, wenn das Urteil große Veränderungen in der Internetbranche in Deutschland bewirkt. Wäre es nicht großartig, wenn Google.de nicht nur fleißig vermeintlich jugendgefährdende Seiten oder Bilder in Deutschland zensiert, sondern sich auch auf anderen Gebieten an deutsche Gesetze halten würde und ab sofort aufhören würde die IP-Adressen seiner Nutzer länger als nötig zu speichern?

Das Urteil des Gerichts beruft sich übrigens auch ausdrücklich auf das Grundgesetz. Ein weiterer, deutlicher Hinweis, dass auch die geplante Vorratsdatenspeicherung wohl kaum zu vereinbaren ist mit der Verfassung.

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Freitag, 28. September 2007

Unicode-Font für burmesische/birmanische Schrift

Wer auf burmesischen/birmanischen Internetseiten auch die originalen burmesischen/birmanischen Schriftzeichen sehen will statt irgendwelcher Ersatzzeichen (beispielsweise eine unendliche Reihe von Fragezeichen), muss vermutlich erst einmal den richtigen UTF-8-Character Font (Schriftart) auf seinem Computer installieren.

Das geht ganz schnell und schmerzlos. Dazu einfach diese Font-Datei herunterladen (auf den Link rechts klicken und "speichern unter..." auswählen) (Datei von mir gefunden via Radio Free Asia) und unter Windows anschließend die heruntergeladene Font-Datei namens "bit.ttf" ins Fonts-Verzeichnis (meist c:\winnt\fonts oder c:\winxp\fonts) kopieren. Wer die allgemeine, offizielle Anleitung von Microsoft zum Installieren von Fonts dazu benötigt: Bitte schön. Anschließend einfach die Webseite im Browser neu laden und fertig. Wird die Schrift trotzdem immer noch nicht angezeigt, muss man eventuell beispielsweise im Firefox-Browser unter "Ansicht" zunächst noch "Unicode (UTF-8)" als Schriftart auswählen.

Die burmesischen/birmanischen Schriftzeichen sehen sehr schön aus. Vielleicht ist es auch ein Stück Respekt vor der Kultur, sich die Schriftzeichen im Original anzeigen zu lassen, statt sich eine Reihe von schnöden, immer gleichen Ersatzzeichen ansehen zu müssen. Ein ästhetisches Erlebnis ist die burmesische/birmanische Schrift allemal. Und vielleicht kennt der ein oder andere ja sogar jemanden, der die birmanische Schrift und Sprache beherrscht, aber bislang nicht wusste, wie man die Schrift auf westlichen Computersystemen installiert.

Hier noch ein paar Links, um die neu installierte Schrift gleich auszuprobieren:

Zunächst ein anscheinend sehr informatives Weblog zur aktuellen Lage in Birma, das es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem Informationen in birmanischen Weblogs ins Englische zu übersetzen: Burma-Myanmar Genocide 2007. Dort findet man dann auch Links zu den birmanischen Weblogs, aus denen "Burma-Myanmar Genocide 2007" übersetzt. Zu diesen Weblogs in birmanischer Sprache gehören beispielsweise NIknayman, MMEDWatch und Ko Htike's Prosaic Collection.

Listen zu birmanischen Weblogs gibt es ansonsten beispielsweise auch beim Startupblogger und bei Robert Basic.

Der Spiegelfechter verfolgt die aktuellen Entwicklungen in Birma anscheinend auch anhand von englischsprachigen Weblogs und hat dazu einen sehr ausführlichen, ständig aktualisierten Weblog-Eintrag verfasst: Myanmar an der Schwelle zum Bürgerkrieg.

Den Hinweis, dass man bei Weblogs nicht weiß, ob denn das alles so stimmt, was da steht und dass man nicht weiß, welche möglichen Interessen die Autoren verfolgen, den erspare ich mir. Denn diesen Hinweis könnte man auch bei jedem Link auf Tagesschau.de, Spiegel.de oder auf sonstige Medien bringen. Es gilt wie immer kein blindes Vertrauen zu haben. Schieflagen gibt es überall.

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Dienstag, 22. Mai 2007

Google lädt Nutzer zu Usability-Tests ein

Blogspot/Blogger.com - wo dieses Weblog hier beheimatet ist - gehört zu Google. Beim Schreiben von Weblog-Einträgen bekommt man als Nutzer von Blogspot auch ein sogenanntes "Dashboard" zu sehen, wo es hin und wieder Neuigkeiten über den Service von Blogger/Blogspot oder Google zu lesen gibt. Heute fand sich die allgemeine Einladung an alle Blogger/Blogspot-Nutzer, gegen Geld bei Google-Nutzertests mitzumachen. Usability-Untersuchungen neuer Google-Produkte also. Mal wieder eine Gelegenheit für mich, kurz etwas über Usability zu schreiben und die böse Politik für einen Artikel außen vor zu lassen. :-)

Usability heißt: Gebrauchstauglichkeit, Benutzerfreundlichkeit, Bedienbarkeit... Und eines wird daraus deutlich: Google nimmt das Thema Usability ernst. Ich behaupte, dass ein großer Teil des Erfolges von Google genau darauf beruht. Und Google sind die Erkenntnisse aus solchen Studien auch einiges Wert: Pro Test, der circa eine bis anderthalb Stunden dauern soll, zahlen sie Teilnehmern 75$ (ohne Anfahrtskosten allerdings). Um am Test teilzunehmen, ist keinerlei besondere Vorbildung nötig. Ein Untersuchungsleiter von Google setzt sich dann mit der Testperson zusammen und testet mit dieser einen Person intensiv Prototypen neuer Google-Dienste oder Anwendungen. Sehr personalintensiv also! Daneben gibt es noch andere Tests, wohl auch Online-Umfragen oder das von einem Google-Mitarbeiter per Telefon angeleitete Bedienen eines Prototyps via Internet und so weiter. Die bei manchen so beliebten "Eyetracking-Studies" oder gar nur der Einsatz von Online-Befragungen reichen für Usability-Untersuchungen nicht aus. Um einen wirklichen Eindruck von der Bedienbarkeit eines Produktes zu bekommen, ist es am effektivsten, man lädt einen Nutzer ein, gibt ihm eine genau beschriebene Aufgabe, die er mit einem Prototypen des Produktes durchführen soll und beobachtet ihn während seiner Tätigkeit hinsichtlich vorher festgelegter Kriterien und Fragestellungen (Führt der Nutzer einen Test erfolgreich durch? Welchen Weg von xx möglichen Wegen wählt er? Wieviele "Fehler" macht er? Findet er den schnellsten Bedienweg? Und so weiter). Am besten zeichnet man alles auf Video auf und führt anschließend direkt nach dem Test auch noch ein Videokonfrontationsinterview durch. In dem darf der Tester dann, während er sich das soeben aufgezeichnete Video anschaut, genau beschreiben, warum er was zum Lösen der gestellten Aufgabe am Prototypen gemacht hat und wie er sich dabei gefühlt hat. Natürlich gibt es diverse Varianten dieses Vorgehens (zum Beispiel ohne Video, dafür aber mit der Aufforderung an die Testperson doch bitte während der Durchführung der Aufgabe "laut zu denken", um so den Beobachter zu informieren, warum er was mit dem Prototypen macht).

Die eigentliche Arbeit bei solchen Usability-Tests besteht jedoch nicht in der Durchführung, sondern in der Begleitung der Designer bei der Entwicklung des Produktes, in der Planung der Tests und anschließend in der Auswertung und dem Herunterbrechen der Ergebnisse auf konkrete Designvorschläge. Wenn man also auch nicht unbedingt Massen an Testpersonen braucht, so doch genügend Leute, die diese Tests beobachtend begleiten. Befragt man Testpersonen in Form eines Interviews, muss man festlegen, ob man die Antworten anschließend qualitativ auswerten möchte, also in Form einer Inhaltsanalyse dessen, was die Testpersonen zum Prototypen äußern, oder ob man die Antworten anschließend mittels statistischer Verfahren aggregieren und auswerten möchte und vielleicht sogar einen Indexwert für bestimmte Usability-Probleme berechnen will. Bei einer großen Firma wie Google, die ein weltweites Publikum bedient, wären Auswerter bei einer qualitativen Auswertung sicherlich schnell zeitlich überfordert. Denn ich vermute, dass Google viele Testpersonen einlädt, um wirklich sicherzustellen, dass ihre Produkte für die unterschiedlichsten Menschen weltweit bedienbar sind. Um derartige Tests zu planen und auszuwerten, braucht es dann meist beispielsweise ausgebildete Psychologen, die solche Testkonstruktionen im Studium lernen.

Schön finde ich folgende Antwort in der zugehörigen FAQ:

Frage: Does it involve having electrodes attached to my body?
Antwort: No. Sorry.

Oder diese hier:

Frage: A member of my family works at Google. Can I still sign up?
Antwort: Yes. If you ask them nicely, maybe they'll even invite you to lunch.

:-)

Ich spekuliere mal und vermute, dass Google aktuell Prototypen testet, bei dem die unterschiedlichen Google-Dienste noch stärker als bisher unter einer einheitlichen Oberfläche integriert werden. Klar, dass das intensive Usability-Tests erfordert. Oder es sind wieder mal noch ganz neue Google-Produkte im Anmarsch... Wer weiß?

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Freitag, 18. Mai 2007

Internet heißt: Überall wird protokolliert, was man liest

Lieber Weblog-Besucher,

wenn Sie dieses Weblog mit ihrem normalen Webbrowser aufrufen und die Standardeinstellungen im Browser nicht verändert haben und auch keine zusätzliche Schutzsoftware benutzen, dann wurde soeben ihre IP-Adresse an mindestens fünf Stellen gespeichert: Bei Google, Yahoo, Statcounter, Amnesty International und Uberwach.de.

Mein Weblog wird bei Google gehostet (Blogspot.com gehört zu Google). Außerdem binde ich rechts in der Navigationsseite Elemente von Yahoo ein (Del.icio.us). Um zu sehen, von wo aus man auf Artikel dieses Weblogs kommt und um eine ungefähre Ahnung zu haben, ob bestimmte Artikel größeres Interesse erregen, nutze ich außerdem einen Counter von Statcounter. Des weiteren findet man in der Navigationsleiste rechts ein Banner einer Aktion von Amnesty International. Und schließlich einen Button einer Aktion von "Uberwach.de".

Bei jedem Aufruf meines Weblogs fordert ihr Browser von den oben genannten Diensten Internetinhalte an. Dabei fallen Daten an. Beispielsweise wird ihre IP-Adresse an diese Dienste weitergeleitet - denn ansonsten kämen bei ihnen keine Daten an, weil die Dienste nicht wüssten, wohin sie ihre Daten schicken sollen.

Alles kein Problem also? Nicht ganz. Das Problem entsteht dadurch, dass viele Weblogs diese Dienste in ihr Weblog einbinden. Wenn sie also von meinem Weblog zu einem anderen Weblog wechseln, wo mindestens auch wieder einer dieser gleichen Dienste eingebunden und im Weblog genutzt wird, dann kann der Dienst, so er das will, protokollieren, dass sie von meinem Weblog zu dem anderen Weblog wechselten.

Millionen Internetseiten binden Dienste von Google und Yahoo in ihre Internetangebote ein. Zu diesen Diensten gehören zum Beispiel auch Werbebanner. Es gibt kaum noch eine kommerzielle Internetseite, die nicht Werbebanner zeigt, die von Servern von Google in die Internetseite eingebunden werden. Wenn sie, lieber Weblog-Besucher, also munter durchs Internet surfen, können diese Dienste-Anbieter ohne Probleme verfolgen, was ihre IP-Adresse sich alles im Internet anschaut. So lange sie nicht auf irgendeiner Webseite ihren Namen oder ihre E-mail verraten und diese gleichzeitig in die Hände von beispielsweise Google gerät, wissen diese Diensteanbieter natürlich nicht, wer sich hinter einer IP-Adresse verbirgt. Aber es reicht ja auch schon, dass sie Internetangebote aufrufen, die in Verbindung mit ihnen stehen - beispielsweise ihr eigenes Weblog oder die Internetseiten ihres Arbeitgebers. Auf lange Sicht kann auf diese Art und Weise herausbekommen werden, wer sie sind. Diesen Pfad, den sie im Internet zurücklegen, nennt man auch "Clickstream". Es ist durchaus möglich, dass Google, Yahoo und andere (vielleicht sogar ihr Internetserviceprovider, mit dessen Hilfe sie überhaupt ins Internet kommen) Clickstreams von Nutzern weiter verkaufen an Datenhändler oder Werbeanalysten.

Gegen die allgegenwärtige Datensammlung im Internet kann man sich auf drei Arten wehren:

  • Erstens: Man nutzt kein Internet.
  • Zweitens: Man surft nur Seiten an, die keine Dienste anbieten, die auch woanders in anderen Internetseiten eingebunden sind. Dann muss man jedoch darauf hoffen, dass der Betreiber solch einer Webseite nicht doch ihre IP-Daten irgendwem weitergibt, denn zumindest der Provider, der hinter einer Webseite steht, kennt die IP-Adressen derjenigen, die die Webseite aufrufen. Keine sichere Lösung also.
  • Drittens: Man setzt zusätzliche Mittel ein, um es Diensten wie Google und Yahoo und so weiter zu erschweren, ein Surfprofil über sie einzurichten. Zu diesen Mitteln gehört, regelmäßig die Cookies im eigenen Browser zu löschen und JavaScript standardmäßig abzuschalten (oder beispielsweise mit Hilfe der kostenlosen Firefox-Erweiterung "Noscript" zu beschränken). Das verhindert jedoch nicht, dass beispielsweise Google sie nicht mittels Werbebannern auf diversen Seiten im Netz verfolgen kann. Also kann man noch einen Werbebanner-Blockierer verwenden. Der verhindert jedoch unter Umständen nicht, dass doch Banner erscheinen oder beispielsweise zentral gehostete "Zählpixel" erfassen, welche Internetseiten sie alles besuchen. Das Abschalten der Anzeige von Bildern im Browser könnte natürlich helfen. Aber irgendwann kommt man zu einem Punkt, wo man sich fragt, ob man nicht doch lieber die erste hier genannte Lösung wählen sollte, nämlich das Internet nicht zu nutzen.
Fazit: Setzt man keine vollständigen und teilweise etwas umständlichen oder verlangsamenden Anonymisierungs-Dienste ein wie beispielsweise Tor, hat man bei der Nutzung des Internets keinen vollständigen Datenschutz. Leider. Egal ob man nun Tor nutzt oder nicht, muss man zudem noch einiges beachten. Dazu gehört auch, dass man beispielsweise bei der Nutzung von solchen Diensten wie Google (seien es die personalisierte Google-Suche, der Google-Reader oder eben Blogger/Blogspot.com als Weblog-Lösung) oder bei den Angeboten von Yahoo (Flickr, Del.icio.us und so weiter) möglichst nirgends seinen realen Namen angibt oder Daten, die ohne große Hindernisse auf die eigene, reale Person verweisen.

Befolgt man also einige Tricks, dann konnte man bislang relativ sicher sein, dass nicht offen zu Tage tritt, was für Internetseiten man sich alles im Internet anschaut und dass niemand über diese Daten in vollem Umfang verfügt.

Nun aber kommt die Vorratsdatenspeicherung. Damit werden Provider verpflichtet für eine längere Zeit zu protokollieren, mit wem man kommuniziert und zu welcher Zeit man mit welcher IP-Adresse im Internet unterwegs war. Auch Tor-Server-Betreiber werden wohl verpflichtet sein, zu protokollieren, wer über sie surft. Außerdem gibt es seit neuestem eine erleichterte Möglichkeit für Behörden, Auskunft zu verlangen von Internetprovidern und zu fragen, zu wem eine im Internet protokollierte IP-Adresse gehört. Mit der Vorratsdatenspeicherung steigt dann zudem die Möglichkeit für die Behörden, im Nachhinein genau zu verfolgen, was sie im Internet treiben. Dazu bräuchten die Behörden beispielsweise nur an die von Google per Werbebanner erfassten IP-Adressen gelangen und diese dann abgleichen mit den Daten ihres Internetproviders und schon lägen vermutlich große Teile ihres Surfverhaltens den Behörden offen. Dass auch diskutiert wird, eventuell die private Wirtschaft (Musikindustrie) an Daten aus der Vorratsdatenspeicherung herankommen zu lassen, macht die ganze Sache noch brisanter.

Kurz: Mit der Vorratsdatenspeicherung droht - obwohl offiziell "nur" Verbindungsdaten gespeichert werden sollen - die Offenlegung ihres gesamten Surfverhaltens und damit auch von den Inhalten, die sie über das Internet kommunizieren.

Wenn also jetzt beispielsweise die Aktion von UBERWACH.de (siehe Button in der rechten Navigationsleiste) auf die allgegenwärtige Speicherung von Daten im Internet aufmerksam macht, indem sie das Datenspeichern öffentlichkeitswirksam vorführt, dann kann man zwar einerseits die Nase rümpfen und sagen: "Uh! Böse Datenspeicherer von UBERWACH.de!" Ich jedoch bin froh darüber, wenn jemandem das allgegenwärtige Datenspeichern im Internet durch die Aktion von UBERWACH.de klarer wird und er sieht, dass da tatsächlich nachverfolgt werden kann, welche IP-Adresse welche Internetangebote nutzt. Vielleicht fängt derjenige ja dann endlich an, eine der oben skizzierten Lösungen zu verwenden und die Brisanz der Vorratsdatenspeicherung zu verstehen.

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Freitag, 30. März 2007

Logo-Designer gesucht

Der Arbeitskreis "Vorratsdatenspeicherung" (www.vorratsdatenspeicherung.de), ein breites gesellschaftliches Aktionsbündnis gegen die Einführung der Vorratsdatenspeicherung aller Kommunikationsverbindungsdaten sucht ein Logo und fragt, ob es da draußen irgendwo einen begnadeten Designer gibt:

Designwettbewerb: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung sucht Logo!