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Freitag, 16. November 2007

16.11.07: Links in die Blogosphäre

Worüber die meisten Medien meiner Beobachtung nach auch weiterhin schweigen: Über dieses seltsame Gebahren von 26 SPD-Abgeordneten, erst für die Vorratsdatenspeicherung zu stimmen, anschließend aber in einer gesonderten Erklärung festzuhalten, dass sie Teile des gerade von ihnen gebilligten Gesetzes als höchstwahrscheinlich verfassungswidrig ansehen, die Verantwortung dafür jedoch billig ans Bundesverfassungsgericht abschieben.

Das Schnüffelblog dazu:

Dass (ein Teil) des Gesetzgebungsorganes dem Bundesverfassungsgericht die Prüfung überlassen möchte, ob die Regelung verfassungskonform ist, ist für mich mit Worten nicht mehr beschreibbar, ohne dass ich beleidigend werde. Der Gesetzgeber darf sich nicht auf das BVerfG verlassen, um den Stall auszumisten, weil er bereits selber dafür Sorge zu tragen hat, dass die Grundrechte beachtet werden.

Die MdB bekommen Geld dafür, dass sie ihren Job erledigen. Also sollten sie auch den Job erledigen und nicht die ihnen obliegenden Kernfragen an das BVerfG durchreichen. Es ist zu hoffen, dass der beim BVerfG zuständige Senat klare Worte für die zu Protokoll gegebene Erklärung findet. (Quelle: Spitzelblog.blogspot.com)


Udo Vetter schreibt im Law Blog:

Ich hätte es für denkbar gehalten, dass der eine oder andere Abgeordnete verfassungswidrige Gesetze abnickt, weil er dämlich ist. [...] Allerdings war es für mich bislang unvorstellbar, dass Abgeordnete ein Gesetz verabschieden, das sie für verfassungswidrig halten. Aber das ist jetzt geschehen. [...] Weiteres Argument: Man habe doch schon so viel erreicht. Durch einige Milderungen zu den ursprünglichen Plänen sei die Sache "weniger unerträglich". Das ist eine Formulierung mit Ewigkeitswert. Sie wird mich noch erheitern, wenn es längst unerträglich ist. (Quelle: Lawblog.de)


Ich hatte ja noch spekuliert, ob die Abgeordneten nicht eventuell irgendwie zusätzlich zum üblichen Fraktionszwang unter Druck gesetzt worden sind. Denn wer gibt freiwillig solch eine dämliche Zusatzerklärung ab, die wie kaum etwas anderes die eigene Inkompetenz aufzuzeigen scheint? Mir erschien es tatsächlich wahrscheinlicher, dass diese Zusatzerklärung ein versteckter Hilferuf ist von verzweifelten Abgeordneten, die auf diese Art und Weise mitteilen wollen, dass sie Gefangene des Systems sind und eben eigentlich nicht freiwillig mitmachen. Vielleicht ist es aber wirklich so, dass diese 26 SPD-Abgeordneten schlicht und einfach ein paar Sensibelchen sind. Thomas Knüwer spricht gar von "Weicheiern".

Ein "akuter Fall von Sarah Conner" bei der ebenfalls zu den 26 Unterzeichnern gehörenden Andrea Nahles untermauert die These von den 26 SPD-Sensibelchen. Alarmschrei.de weiß zu berichten, dass Andrea Nahles auf kritische Fragen bezüglich ihres Abstimmungsverhaltens und bezüglich ihres nachträglich mit den anderen 25 SPD-Abgeordneten abgegebenen "Entschuldigungsversuchs" etwas gereizt reagiert hat beim Portal Abgeordnetenwatch.de:

"ich frage mal zurück, was haben sie sich denn gedacht wie die Mehrheitsfindung, die nunmal unerläßlich ist in einer stabilen!!!!! Demokratie ist, funktioniert? Es ist nie einfach so eine Abwägung zu treffen, dass dürfen sie mir glauben. Aber ich stehe dazu, dass ich nicht nur Einzelfragen, mich selbst mit meiner Meinung in die Waagschale einer solchen Frage werfe, sondern das sog. »Große und Ganze«." (Quelle: Alarmschrei.de)


Was diese Reaktion von Andrea Nahels mit Sarah Conner zu tun hat, erfährt man in den Kommentaren bei Alarmschrei.de. :-)

Eine SPD-Mitgliedschaft scheint also zur Verweichlichung zu führen. Eine GDL-Mitgliedschaft jedoch zeugt von Härte. Darüber freut sich Don Alphonso (und ich auch):

Denn während die Arbeiterpartei SPD in Berlin zum Betvorleger der Lobbies umgeschneidert wird, zeigen die Lokführer eben jener im ICE und Flieger von Kongress zu Politshowveranstaltungen tingelnden Klasse, was eine Harke ist. Die Lokführer sind noch nicht solche entrechteten Jobber wie die Mitarbeiter der Pin AG, deren Treiber von der CDU so liebreich unterstützt werden, die haben noch die Härte, dem Land mal zu zeigen, was ein Arbeitskampf ist. Ein Kampf nämlich, in dem es um die Demonstration von Macht geht.

Und es wirkt. Es trifft das System Deutschland an einem seiner zentralen Schwachstellen [...]. Dieser Streik tut weh, und es ist gut für dieses Land, den Schmerz mal wieder kennenzulernen, den die Powerpointwichser der Consulter, Stiftungen, Initiativen und Sachbearbeiter gern abstellen würden [...]. Und das ist dann auch die Gefahr für das System: Dass die Leute merken, dass sich der Kampf lohnt. (Quelle: Rebellmarkt.blogger.de)


Die SPD, so lernen wir also, ist fleißig bemüht, das bestehende System ("das Große und Ganze") zu belassen, wie es ist. Nötig dazu ist ein kompliziertes Sich-Winden mit langen Worten, ein Herabwürdigen kritischer Nachfragen und natürlich die verdachtsunabhängige Speicherung des Kommunikationsverhaltens aller Bürger. Die aufmüpfige, kleine Bahngewerkschaft GDL hingegen will das System ein klein wenig ändern. Und was macht sie und wie wird sie es vermutlich erreichen? Durch Standhaftigkeit und Vertrauen in die Gerechtigkeit und Richtigkeit der eigenen Sache. Na sowas!

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Intelligentes Leben im Radio gefunden!

Mit wachsender Verzweifelung muss ich feststellen, dass es kein intelligentes Leben im Fernsehen mehr gibt. Irgendeine schlimme Seuche hat gewütet und ließ nur noch Stumpfsinn, Wiederholungen und dämliches Geplapper zurück.

In einem großangelegten Forschungsprojekt bin ich deshalb in den letzten Minuten der Frage nachgegangen, ob es vielleicht noch intelligentes Leben im Radio gibt. Nach einigen Fehlalarmen, die intelligentes Leben vorgaukelten, es jedoch nicht waren, bin ich dann doch noch auf Radiosendungen gestoßen, die Anzeichen von Intelligenz erkennen lassen. Stolz möchte ich hier die Ergebnisse dieser, meiner Expedition präsentieren in Form von Links auf die Podcasts zu den gefundenen Radiosendungen. Auf dass die Erforschung dieser seltenen Lebensformen wachse und gedeihe!

  • All in the mind - Eine Sendung von ABC. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "All In The Mind is Radio National's weekly foray into the mental universe, the mind, brain and behaviour - everything from addiction to artificial intelligence."
  • The Archaeology Channel - Vom "Archaeological Legacy Institute", einer Non-Profit-Organisation in Oregon. Die Homepage bietet auch Videos. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "Explore the human cultural heritage through streaming media. Travel through time and feed the thrill of discovery. Examine the wonderful diversity of the human experience!"
  • Quirks & Quarks - Eine Sendung von CBC. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "Quirks & Quarks covers the quirks of the expanding universe to the quarks within a single atom… and everything in between." Sehr empfehlenswert! Kurzweilig, überraschend, lehrreich. Kennzeichen der Sendung sind die vielen Interviews mit den Forschern selbst. Der Host Bob McDonald schafft es dabei, das Gespräch verständlich und unterhaltsam zu gestalten. Durch das direkte Interview mit den Forschern werden zudem typische "Journalistenfehler" bei der Darstellung von Wissenschaft vermieden. Es wird vermieden, dass Forschungsergebnisse falsch dargestellt oder falsch eingeordnet werden oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen werden.
  • Chaosradio - Vom Chaos Computer Club. Podcastlink zu allen Chaosradio-Produktionen. Inhalt: "Das Chaosradio Podcast Network ist eine Reihe von Radioosendungen, Podcasts und anderen Inhalten, die via Podcasting angeboten werden. In diesem Podcast sind folgende Kanäle zusammengefasst: Chaosradio, Chaosradio Express, Chaosradio International und Chaos TV."
  • Delta - Ein TV-Magazin von 3Sat. Podcastlink zur Sendung. Der Podcast enthält den Kern jeder Delta-Sendung, nämlich die Gesprächsrunde mit den jeweils eingeladenen Experten. Inhalt: "Ein Thema, viele Perspektiven, interdisziplinäre Diskussionen: 'delta' will die unterschiedlichen Disziplinen und Interessen miteinander ins Gespräch bringen."
  • Essay und Diskurs - Eine Sendung vom Deutschlandfunk. Podcastlink zur Sendung.
  • From Our Own Correspondent - Eine Sendung der BBC. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "Insight, wit and analysis as the BBC's foreign correspondents take a closer look at the stories behind the headlines."
  • Der Tag - Sendung von HR 2. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: Ein pointierter, detallierter und oftmals ironisch angehauchter Blick auf ein aktuelles, politisches Thema.
  • In Our Time - Eine Sendung der BBC. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "The history of ideas discussed by Melvyn Bragg and guests including Philosophy, science, literature, religion and the influence these ideas have on us today." Die Sendung stellt oftmals eine historische Persönlichkeit in den Mittelpunkt und beleuchtet in einer lockeren Gesprächsrunde mit mehreren Experten, welche historischen Hintergründe diese Person zu ihrem Handeln veranlasst hatten und welche Nachwirkungen ihr Tun bis heute hat. Man nähert sich also der Gesamtperspektive ausgehend von einer einzelnen Person. Immer wieder überraschend, welche Zusammenhänge so deutlich werden und wie verrückt Geschichte sich oftmals entwickelt.
  • Der satirische Wochenrückblick - Eine Sendung von WDR 5. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "Die 'Hausmarke' von und mit Peter Zudeick: Das politische Wochengeschehen - respektlos und treffend formuliert durch den Kakao gezogen. Unbarmherzig, unfair, unglaublich." Leider immer nur einmal in der Woche. Und leider immer nur 3 Minuten kurz.
  • Wissen - Eine Sendung von SWR 2. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "Ausgewählte Sendungen zum Nach-Hören. Neugierige und Wissensdurstige finden hier das Spannendste von Naturforschern, Schriftstellern, Philosophen, Historikern! Das Aufregendste aus Wissenschaft, Medizin, Technik und dem internationalen Forschungsbetrieb! Das Neueste und Brisanteste aus Bildung, Gesellschaft und Zeitgeschehen!" (Die Ausrufungszeichen stammen vom SWR.)
  • Tageszeichen - Eine Sendung von WDR 3. Podcastlink zur Sendung. Inhalt: "Einladung zum Nach-Denken. Engagiert und schonungslos nehmen kritische Zeitgenossen und Vor-Denker pointiert Stellung zu allem, was die Gesellschaft bewegt. Latent aktuelle politische Ereignisse, kulturelle Trends, Bildungsfragen - TagesZeichen ist offen für jedes Thema und setzt auch neue Themen." Die Sendung setzt sich wohltuend ab vom Mainstream-Meinungsbrei. Sie ist oftmals argumentativ sehr gut ausgearbeitet.
Alle von diesen Sendungen ausgesandten Signale wurden von mir persönlich über eine längere Zeit hinweg aufgezeichnet und mit hochwissenschaftlichen Verfahren auf ihren Intelligenzgehalt hin überprüft. Riesige Radioteleskope, Hallen voll mit Supercomputern der letzten Generation und ein Heer von Experten haben mich bei dieser Suche nach Intelligenz im Radio unterstützt, so dass ich zuversichtlich schließen kann: Wissenschaftssendungen oder politische Sendungen gibt es viele. Die oben aufgelisteten zähle ich jedoch zu den vielversprechenderen ihrer Art.

Falls jemand den Mut haben sollte, meine Expertise anzuzweifeln: Ich warte nur darauf, in den Kommentaren mein technisches Equipment vorzuführen.

Donnerstag, 16. August 2007

Lakonisch, das ist das richtige Wort

(Via Joe per E-mail) Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich diese Homepage des Künstlers David Shrigley anklickte. Besonders seine Fotos oder auch diese kleine Zubettgeh-Geschichte haben es mir angetan. Ganz entzückend.

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Dienstag, 10. Juli 2007

10.07.07: Links in die Blogosphäre

Thema heute, kurz und bündig: der Gefährder.

  • Auf Gefährder in Windeln weist Feynsinn hin.
  • Die gefährlichsten Gefährder brauchen jedoch noch etwas außer Windeln: einen Killerinschtinkt.
  • Aber selbst so ein Inschtinkt muss tagtäglich trainiert werden, um wirkungsvoll zu bleiben.
  • Auf manche wirkt ein Gefährder einschüchternd.
  • Bei anderen löst er Verteidigungs-, beziehungsweise Verteidigerinstinkte aus.
  • Aber das letzte Urteil über den Gefährder wird eh die Geschichte fällen. Heute noch Gefährder, morgen vielleicht schon ein Held?
  • Und sind wir nicht alle ein bisschen Gefährder?
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Donnerstag, 5. Juli 2007

Die Partei braucht kein Twitter

Tür auf. Lächeln. Die Augen blinzeln wegen des Scheinwerferlichts und der Blitze. Konzentrieren. Aha, die üblichen Fragen. Vorbereitetes Statement in die Kameras sprechen. Danke sagen. Umdrehen. Tür zu.

So kennen wir unsere Politiker - oder korrekter: Nur den Teil mit dem vorbereiteten Statement kennen wir Fernsehzuschauer, wenn die Medien mal wieder auf der Jagd nach O-Tönen sind und einen Politiker bei einem seiner Gänge durchs Regierungsviertel abfangen.

Aber was geht in den Politikern vor, bevor und nachdem sie die Tür geöffnet/geschlossen haben? Politiker sind doch (mutmaßlich) auch nur Menschen? Einige Politiker merken, dass die Öffentlichkeit nur einen kleinen Bruchteil ihrer Persönlichkeit wahrnimmt. Sie spüren, dass dies ein Zerrbild ihrer selbst ist.

Was tun? Unsere Spitzenpolitiker versuchten in den vergangen Jahren der Öffentlichkeit zu beweisen, dass sie tatsächlich menschliche Wesen sind, indem sie im Sommerloch ausgewählte Journalisten, äußerst gut ausgewählte Journalisten, also quasi handaufgezogene Journalisten nach Hause oder noch besser an den eigenen Urlaubsort einluden und ein umfangreiches Interview gaben. Aber da tauchten dann - wenn auch im milden Ton und weniger drängend - wieder nur genau die gleichen Fragen auf, die man auch schon auf den Berliner Fluren vorgab zu beantworten!

Es muss frustrierend, wenn nicht gar verletztend sein, so als Politiker in der Öffentlichkeit nur als Antwortmaschine dargestellt zu werden.

Aber es gibt ja das Internet! Hier kann jeder an die Öffentlichkeit und sich selbst so präsentieren, wie es ihm gefällt! Auch Politiker!

Und siehe da: Schäuble twittert! Merkel twittert! Kurt Beck twittert und sogar der in seinen diversen Ämtern mitlerweile recht alt gewordene August Hanning twittert! Ja, von wegen unsere Politiker verstünden das Internet nicht!

Wie, Sie kennen Twitter nicht? Ts, ts, ts. Also gut: Twittern bedeutet Kurznachrichten ins Internet zu stellen, die dann jeder lesen kann.

Es könnte natürlich sein, dass diese Schäubles und Merkels, die da twittern, gar nicht die echten Schäubles und Merkels sind. Das dachte ich anfangs auch. Ja, ich war sogar überzeugt davon, dass das natürlich nicht unser Bundesinnenminister und unsere Kanzlerin sein können, die da persönlichste Nachrichten via Twitter einfach so ins Internet stellen. Aber je länger ich deren Twitter-Meldungen lese...

Ob Twittern einen therapeutschen Effekt hat?

In den USA, in dem Land also, in dem es in gewissen Kreisen zum guten Ton gehört wöchentlich seinen Therapeuten aufzusuchen, ist Twitter auch bei Spitzenpolitikern bereits etwas völlig normales. Hier beispielsweise die tatsächlichen Twitter-Nachrichten von zwei US-Präsidentschaftskandidaten:

Spaß beiseite. Es hat natürlich einen tieferen Grund, warum in den USA Politiker twittern und in Deutschland nicht. Das hat weniger mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten und gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu tun, sondern vermutlich eher damit, dass die Politiker in den USA sich direkter an ihre Wähler wenden müssen. Demokratie nennt sich das. Die ist in den USA natürlich auch keineswegs perfekt. Aber es hat doch was für sich, diese direktere Abhängigkeit der Politiker von den Wählern, also die Direktwahl des Regierungschefs, das Fehlen von Parteilistenplätzen und die Nichtexistenz eines Fraktionszwangs, oder?

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Mittwoch, 4. Juli 2007

04.07.07: Linktipps in die Blogosphäre

Ich werde ab heute in unregelmäßigen Abständen häufiger einmal Weblog-Einträge wie diesen hier machen, in denen ich nämlich nur besonders lesenswerte Artikel in anderen Weblogs kurz vorstelle und verlinke. Nur Artikel aus Weblogs. Als bewusste Promotion-Aktion - nicht für mich, sondern für die von mir verlinkten Weblogs. Normalerweise dient mir ja mein Social-Bookmark-Archiv bei Simpy.com als "Linkdump" (und das wird auch so bleiben), aber dort eingetragene Links erhöhen nicht den Page-Rank der verlinkten Seiten. Deshalb werde ich ab jetzt von Zeit zu Zeit neben der Verlinkung bei Simpy.com einzelne Artikel in anderen Weblogs auch hier zusätzlich noch einmal verlinken.

Heute empfehle ich:

  • Ein bißchen Polizeistaat (Weblog: "Feynsinn rettet die Welt") - Flatter von "Feynsinn rettet die Welt" mit einer herzerfrischenden Antwort auf einen schwachmatigen ZEIT-Artikel von Gero von Randow. Von Randow verteidigt Pläne für mehr Überwachung. Flatter kommt zum Schluss: "Was Gero von Randow da zusammenlamentiert, ist eine Anleitung zur Überführung des Rechtsstaats in einen Polizeistaat."
  • Die Partei hat immer Recht (Weblog: Alarmschrei.de) - Sebastian von Alarmschrei.de stellt in faszinierender Ausführlichkeit die Aussagen der Kritiker am Vorgehen der Polizei rund um den G8-Gipfel den beschönigenden Äußerungen des Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, gegenüber und kommt zu dem Schluss: "Hunderte Zeugen, darunter Anwälte, Ärzte, Sanitäter und Journalisten, berichten übereinstimmend etwas ganz anderes als die offizielle Version. Macht aber nichts – wenn jetzt darüber berichtet wird, dann in der Form: Irgendwer von den Linken behauptet... - Regierungsstellen dagegen behaupten... – wem wird der Durschnittsbürger wohl glauben?"
  • Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun (Weblog "BitGewitter") - Ximian listet und verlinkt detailliert, auf welche jüngsten Gesetzesinitiativen sich das breite Unwissen unserer Spitzenpolitiker in Bezug auf Technik, Computer und Internet negativ ausgewirkt hat und kommt zum Schluss: "Doch das eigentlich Skandalöse wie gleichsam Unverständliche an der ganzen Geschichte hat der Hase sogar noch tiefer vergraben: wenn sie schon alle keine Ahnung haben, die Herren Politiker, woher zum Pferdeflüsterer nochmal nehmen sie sich dann das Recht auf diese zum Himmel stinkende Arroganz, all die laut in die Welt hinauskatapultierten Stellungnahmen und Erklärungen - zum Beispiel zur Urheberrechtsnovelle [1, 2, 3], zu biometrischen Ausweisdokumenten [1, 2, 3, 4], zur Vorratsdatenspeicherung [1, 2], zur elektronischen Gesundheitskarte [1, 2], zu Wahlcomputern und zum Telemediengesetz - von Experten, von denjenigen, die sich wirklich mit dem jeweiligen Themengebiet auskennen, von Leuten, die sich intensiv damit auseinandergesetzt haben, einfach zu ignorieren, einfach nicht anzuerkennen, einfach zu übergehen?"
  • Bedrohungen und Gefahren in UK (Weblog "Rabenhorst") - Kai Raven relativiert den Nutzen von Videoüberwachung als Mittel gegen Terroristen und weist auf eine möglicherweise gar den Terrorismus förderliche Funktion von Videoüberwachung hin: "Handelt es sich bei Terroristen nicht um introvertierte Islamisten-Zellen, [...] werden sie die Videokameraugen als Multiplikatoren erkennen und als Komponente ihrer Terrortaktik zu nutzen wissen."
  • Der Alpha-Journalist (Weblog: "Sargnagelschmiede") - Eine herrliche Ode von Chat Atkins auf den selbst gekrönten "Alpha-Journalisten" Hans-Ulrich Jörges vom Stern, der gerne mal lästernd über Weblogs herzieht.
Und ich kann nur sagen: Die deutsche, politische Blogosphäre wird immer besser!

Dienstag, 19. Juni 2007

Gimme the Grimme

... ach nee, lieber doch nicht.

Kurz sei hier auf die Kritik (prägnante Kurzfassung eines unbeteiligten Beobachters, Langfassung des Urhebers der Kritik) an der Popelshausener Veranstaltung namens "Grimme Online Award" hingewiesen. Award heißt übrigens soviel wie "Preis, Auszeichnung, Prämie" - für die deutschsprachigen Besucher meines Weblogs (hallo übrigens!). Braucht aber auch eigentlich nicht zu interessieren das Ganze. Ich bemühe mich spätestens ab heute, diesen und alle weiteren, geschätzt 1832 Medienpreise in Deutschland noch nicht einmal zu ignorieren.

Nicht ignorieren sollte man hingegen viele der Webseiten, auf deren Arbeit und Ruhm solch eine Veranstaltung wie der Grimme-Online-Award letztendlich parasitär aufbaut: Die für den Preis nominierten Webseiten und Projekte. Hervorheben möchte ich besonders das NPD-Watchblog NPD-Blog.info und das spannende Weblog USA-Erklärt.

Und nun widme ich mich wieder wichtigeren Dingen wie beispielsweise der mikroskopischen Kontrolle der Deckblätter der Alben meiner Briefmarkensammlung auf Spuren von Hausstaub.

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Donnerstag, 14. Juni 2007

Alternative zu Flickr: 23hq.com

Ja, es gibt viele Gründe, Flickr zu nutzen. Die Benutzerfreundlichkeit, die Anzahl an Funktionen und vor allem die große Community mit unzähligen hervorragenden Fotografen.

Aber es gibt auch zahlreiche Gründe, Flickr nicht zu nutzen. Zuvorderst, dass Flickrs Mutterfirma Yahoo mehrmals ohne wirklich dazu gezwungen gewesen zu sein, den chinesischen Strafverfolgungsbehörden persönliche Daten von chinesischen Dissidenten, die Dienste von Yahoo genutzt hatten, übermittelt hatte und Yahoo so geholfen hat, Menschen hinter Gitter zu bringen, die nur ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hatten. Anteilseigner von Yahoo hatten jüngst gefordert, dass Yahoo in Zukunft die Menschenrechte achten solle und schlugen dafür ein extra Komitee vor. Yahoo war dagegen. Wieder ein Grund mehr, einen Bogen um die Dienste von Yahoo zu machen.

Der letzte Ausschlag für viele - vor allem Deutsche - zumindest Flickr zu verlassen, dürften die neuen Filter von Flickr sein, die deutschen Besuchern von Flickr das volle Programm von Flickr verwehren. Ist man nicht als Nutzer angemeldet bei Flickr, bekommt man nur die nach extrem weichen Kriterien als "sicher" eingestuften Fotos der Flickr-Nutzer zu sehen. Wer also beispielsweise Akt-Fotos (künstlerischer Natur) bei Flickr gehostet hat, der muss auf deutsche Bewunderer seiner Fotos verzichten, sofern die Besucher nicht selbst einen Account bei Flickr/Yahoo haben - allerdings einen nicht-deutschen Flickr/Yahoo-Account.

Das Zensur-Vorgehen von Flickr bezüglich deutscher Flickr-Nutzer könnte mit der unklaren Rechtssituation in Deutschland in Bezug auf das Internet zusammenhängen. Internet-Forenbetreiber stehen in Deutschland zwangsläufig mit einem Bein im Kittchen. Deutsche Politiker halten den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet nicht für wichtig und belassen es somit bei zweideutigen Gesetzen, die je nach Gericht anders ausgelegt werden: Mal ist ein Forenbetreiber nur dann verantwortlich für Inhalte im Forum, wenn er ausdrücklich Kenntnis davon hat, mal nicht. Ich kann gut verstehen, dass Flickr bei der Lokalisierung seines Dienstes in Deutschland kalte Füße bekommen hat und nach einer für sie sicheren Lösung gesucht hat.

Dass die freie Meinungsäußerung im Internet in Deutschland nur unzureichend geschützt ist, zeigt beispielsweise auch die aktuelle Bedrohung des kritischen, privat betriebenen Verbraucherschutzforums Call-In-TV durch die Endemol-Tochter "Callactive". Call-In-TV sammelt kritische Meinungen zu den diversen Call-In-Sendungen im deutschen Fernsehen. Dass diese Kritik den Sendungsmachern nicht gefällt, ist klar. Und in Deutschland können Firmen ganz einfach und bei - nach Maßstäben der Firmen - geringem Risiko jede Kritik von Privatleuten an ihren Produkten mundtot machen. Einfach, indem man Abmahnungen verfasst und mit Prozessen droht. Wegen der unklaren Rechtslage in Deutschland können Privatpersonen sich das Risiko eines Prozesses meist nicht leisten. Also löscht man die Kritik an den Firmen und zahlt brav die Abmahngebühren.

Dieses Abwürgen der Meinungsfreiheit im Internet ist vermutlich politisch gewollt. Die Politiker von SPD und Union hätten bei der Verabschiedung des Telemediengesetzes ohne großen Aufwand eine klare Regelung der Forenhaftung festlegen können. Man hat bewusst darauf verzichtet. Übrigens: Sollte mir jemand offenbaren, dass er bei den nächsten Wahlen Union oder SPD wählt, der muss sich darauf einstellen, dass ich ihm unvermittelt auf die Füße kotze. Ist nicht persönlich gemeint. Nur ein schwer kontrollierbarer Reflex meinerseits.

Wie auch immer. Die erneute Weigerung von Yahoo, ernsthafter, transparenter, nachvollziehbarer und intensiver bei ihren Geschäften die Menschenrechte zu achten und auch die seltsame Zwangsfilterung für deutsche Flickr-Besucher und schlussendlich die Hoffnung, dass es nun endlich irgendwo im Netz eine gleichwertige Alternative zu Flickr geben könnte, hat mich veranlasst, mir die Zeit zu nehmen und nach einer Alternative zu Flickr zu suchen. Ich habe mir also zahlreiche Bilder-Hoster angeschaut. Aber nur ein einziger Dienst, von den von mir begutachteten, kommt meiner Meinung nach dem nahe, was Flickr anbietet.

Wer nur einen Hoster für seine Fotos sucht, um seine Fotos dann auf einer anderen Internetseite, beispielsweise seinem Weblog, einzubinden, für den gibt es natürlich unzählige Bilder-Hoster. Aber Flickr ist ja weit mehr.

Für mich muss eine Flickr-Alternative mindestens folgende Funktionen aufweisen:

  • Eine ausgereifte Suchfunktion, um beim Anbieter gehostete Bilder anderer Nutzer zu finden.
  • Eine Bedienerführung, die es auf leichte Art erlaubt, auf Entdeckungsreise zu gehen, also tolle Fotos und talentierte Fotografen zu finden.
  • Die Anzeige der Fotos in verschiedenen Größen.
  • Das Sammeln interessanter Fotos anderer Fotografen in einer eigenen Favoriten-Sammlung (eine Art "Bookmark-Funktion" also für tolle Fotos).
  • Die Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Fotos zu hinterlassen.
  • Die Einbindung von "Creative-Commons-Lizenzen", also die Möglichkeit, die Nutzungsrechte an eigenen Fotos in Stufen freizugeben oder einzubehalten.
All diese Dinge werden außer bei Flickr meines Wissens nach nur noch von 23hq realisiert. Wer einen anderen Anbieter kennt, der ebenfalls diese genannten Kriterien erfüllt, kann darauf gerne in den Kommentaren hinweisen.

Neben dem erwähnten 23hq habe ich außerdem angeschaut und für mich nicht als ausreichend befunden, weil bei ihnen mindestens eines der oben aufgelisteten Kriterien fehlte: Ich hätte gerne einen deutschen Anbieter als Flickr-Alternative empfohlen, aber leider bieten die deutschen Anbieter keine Möglichkeit, die Nutzungsrechte der Bilder variabel zu vergeben. Alle deutschen Anbieter - so verstehe ich zumindest die AGBs - verlangen zudem von den Nutzern die völlige Überlassung der Nutzungsrechte an ihren Bildern. Für mich eine nicht akzeptable Bedingung. Und ich vermute, dass diese unklare Regelung in Bezug auf das Copyright viele gute Fotografen davon abhält, deutsche Bilder-Hoster zu nutzen. Schaue ich mir die bei den deutschen Anbietern gehosteten Bilder an, fühle ich mich in dieser Annahme bestätigt.

Ich teste nun 23hq.com ausführlicher. Der erste Eindruck: Manche Dinge erscheinen mir sogar besser gelöst als bei Flickr. Nur die Community ist offensichtlich bei 23hq noch nicht so groß wie bei Flickr. Man kann 23hq auch kostenlos nutzen. Einzige Einschränkung dabei: Man kann nur maximal 20 MB pro Monat hochladen (ausgenommen die ersten zwei Wochen, in denen man mehr Fotos hochladen kann).

Ich werde eventuell später noch mehr zu 23hq.com schreiben und eventuelle Unterschiede zu Flickr detaillierter darstellen.

P.S.: Auch Del.icio.us gehört zu Yahoo. Demnächst werde ich mir auch noch einmal Alternativen zu Del.icio.us ansehen.

Nachtrag: Nach langer Wartezeit hat sich eine Mitarbeiterin von Flickr in den Foren von Flickr geäußert und erklärt, dass das seltsame Filtersystem von Flickr darin begründet sei, dass die ungeschützte Verbreitung von Pornographie in Deutschland strafbar ist. Das ist so. Auch die fahrlässige Verbreitung von Pornographie außerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe, die durch ein real funktionierendes Altersverifikationssystem geschützt ist, ist in Deutschland strafbar. Anwendbar ist diese Vorschrift auf das Internet jedoch kaum. Aber das kümmert den deutschen Gesetzgeber natürlich nicht. Die Realität hat sich nach den Gesetzen zu richten und nicht umgekehrt. Ich habe keine Ahnung, ob Flickr eine Möglichkeit hat, einen Bilder-Hosting-Dienst auch von Deutschland aus anzubieten, ohne nicht ein juristisches Risiko einzugehen. Auch das jetzt bei Flickr implementierte Filtersystem würde vor einem deutschen Gericht - vermute ich - nicht als adäquate Zugangsbeschränkung angesehen werden. Beim jetzigen System müssen die einzelnen Flickr-Nutzer ja ihre Fotos selbst in eine von drei Kategorien einordnen (sicher, moderat, unsicher). So kommt es, dass eher prüde US-Nutzer viele ihrer Fotos als "unsicher" einstufen, obwohl sie nach deutschen Gesichtspunkten niemals als pornographisch eingestuft würden. So kommt es, dass Deutsche bei Flickr trotz eigentlich eines meist liberaleren Umgangs mit Sexualität innerhalb der Gesellschaft bei Flickr einer strikteren Regulierung unterliegen als andere Nutzer. Wer es als deutscher Teenie aber drauf anlegt, braucht sich nur einen neuen Yahoo-Account zuzulegen, als Wohnort USA oder Kanada angeben und kommt so ohne Aufwand dennoch in den "Genuss" aller Flickr-Fotos. Fazit: Das deutsche Gesetz - vor allem im Bereich des Jungendschutzes - führt auch hier wieder zu verrückten Verrenkungen, die Leuten, die sich mit dem Technik-Krams nicht auskennen, suggerieren, es gäbe einen Schutz. Die gleiche Schose also wie bei der Diskussion rund um ein Verbot von Killerspielen.

Es wird Zeit, dass diese mental vergreiste Politiker-Kaste, die derzeit in Deutschland das Sagen hat, abtritt. Da aber die deutsche Gesellschaft insgesamt mental immer mehr vergreist (vor allem, was ihr Spiegelbild in den Medien betrifft - Wo ist die junge, aufregende Kunst in den Medien? Wo spiegelt sich die gewachsene Internationalität und Vielschichtigkeit der deutschen Gesellschaft in den Medien wieder? Was für ein Publikum sitzt stattdessen in den TV-Shows von ARD und ZDF? Wieviele Falten finden sich in den Gesichtern der Chefredakteure? Na?...), wird das nicht passieren.

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Mittwoch, 13. Juni 2007

Gesucht: Whistleblower bei der Polizei

Da Weblogs von Suchmaschinen ja regelrecht gestreichelt werden und oftmals weit oben in den Trefferlisten selbst bei den verrücktesten Suchbegriffen landen, nur weil das gesuchte Wort irgendwo einmal im Weblog vorkam (an dieser Stelle ein Gruß an die vielen Besucher, die hierher über Google gelangen und mit dem hier Geschriebenen leider gar nichts anfangen können - tut mir Leid, nicht meine Schuld...), kann es nicht schaden, hier an dieser Stelle mal auf ein Projekt hinzuweisen, das sowohl Whistleblowern bei ihrem Umgang mit Medien als auch Medien bei ihrem Umgang mit Whistleblowsern helfen möchte: Das Whistleblower-Netzwerk.

Ein Whistleblower ist laut Wikipedia:

Whistleblower (engl. „Skandalaufdecker“, wörtlich „Pfeifenbläser“) bezeichnet einen Informanten, der Missstände, illegales Handeln (z. B. Korruption, Insiderhandel) oder allgemeine Gefahren (z. B. Verstrahlung) von denen er an seinem Arbeitsplatz erfährt, an die Öffentlichkeit bringt. Der beste deutsche Ausdruck ist wohl Hinweisgeber. [...] Whistleblower sind Dissidenten oder Hinweisgeber aus Gewissensgründen - Menschen, die in einem Akt der Zivilcourage unlautere Machenschaften von Regierungen, Verwaltungen oder Unternehmen an die Öffentlichkeit bringen, um diese Missstände zu unterbinden. (Quelle)


Wer also die Öffentlichkeit über für die Gesellschaft relevante Missstände beispielsweise bei einer Behörde oder bei seinem Arbeitgeber informieren will, sprich ein Whistleblower ist, sollte bei der Webseite des Whistleblower-Netzwerkes vielleicht einmal vorbeischauen, bevor er sich durch ungeschicktes Vorgehen beim Informieren der Presse oder der Öffentlichkeit vermeidbare Nachteile einhandelt.

Ich komme nur deshalb gerade drauf, weil vielleicht einige Polizisten mit dem Gedanken spielen könnten, einiges an die Öffentlichkeit zu bringen, ohne gleich ihren Job verlieren zu wollen oder sich sonstigen Schwierigkeiten aussetzen zu wollen, die vielleicht vermeidbar sind.

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Mittwoch, 25. April 2007

Interessante Links in der FR-"Blogosphäre"

Normalerweise möchte ich Blog-Posts vermeiden, die aus einem einfachen Link-Tipp bestehen. Dafür ist mein Del.icio.us-Archiv zuständig, aber hier mal wieder eine Ausnahme:

Monika Porrman bringt heute in ihrer wöchentlichen Rubrik "Blogosphäre" bei FR-Online.de eine gute Zusammenstellung interessanter Weblog-Artikel zu der gegen neue Überwachungsmaßnahmen gerichteten Protestaktion "Stasi 2.0" in deutschen Weblogs: Kurzer Protest gegen "Stasi 2.0".

Wer gute Weblogs kennenlernen möchte, sollte da mal vorbeischauen.

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Samstag, 21. April 2007

Panzerballett und Satellitenteller

Genau dafür sind Weblogs (auch) da.

Obwohl kein Weblog, dennoch passend dazu: Lexikon der bedrohten Wörter.

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Dienstag, 3. April 2007

Politisches Wissen beim Spazierengehen tanken

Die Abneigung, sich mit Politik zu beschäftigen, liegt daran, dass das alles so undurchschaubar ist, was da passiert. Der eine behauptet bei irgendeinem politischen Thema irgendetwas, ein anderer kurz danach das genaue Gegenteil und am Ende kommt in der realen Politik irgendein Mischmasch raus, mit dem niemand zufrieden ist.

Ist es also eigentlich wichtig, sich mit Politik zu beschäftigen? Muss man sich mit so einem klebrigen, langweiligen Zeug beschäftigen? Bleibt nicht eh alles beim Alten?

Nein. Natürlich nicht. Schwierig ist nur der Einstieg. Aber hat man erst einmal ein wenig Hintergrundinformationen, dann macht es Spaß mit diesem Wissen sozusagen "hinter die Kulissen" blicken zu können, politische Argumentationen entlarven zu können, die eigentlichen Machtinteressen hinter dem Gesagten bloßstellen zu können.

Wissen ist Macht. Und hat man etwas politische Ahnung, dann wird man selbst automatisch Einfluss ausüben. Das kommt ganz von selbst. Und sei es nur durch vereinzelte Gespräche im Freundeskreis. Der Mensch ist ein politisches Wesen und: Wissen und Machthaben ist lustvoll.

Normalerweise muss man komplizierte Texte lesen, um sein politisches Wissen zu bilden. Das ist manchmal mühsam. Jemandem einfach zuzuhören ist einfacher als Texte zu lesen. Umso schöner, dass die NachdenkSeiten eine Sendung des Deutschlandfunks online stellen, in der die politische Strippenzieherei, die derzeit in Deutschland am Werk ist, bloßgestellt wird: DLF "Zwischentöne" als Audio.

Der Deutschlandfunk interviewte Albrecht Müller von den NachdenkSeiten zu seinem Leben (in - Intro eingerechnet - Teil drei und vier der dort verlinkten MP3s) und zu seinem jetzigen politischen Wirken mittels seiner beiden Bücher "Machtwahn" und "Die Reformlüge" und mittels seiner famosen Website NachdenkSeiten.de.

Zum Appetitmachen eine kleine, interessante Aussage im Interview von Albrecht Müller: Da die Riester-Rente steuerlich gefördert wird, bezahlt so der kleine Angestellte über die Mehrwertsteuer die Riester-Rente der Mittelklasse mit und kann sich selbst jedoch wegen seines kleinen Gehaltes keine solche Riester-Rente leisten. Zustande gekommen ist solch ein krudes Gesetzeswerk, weil die ganzen meinungsgebenden, "unabhängigen" Experten (Rürup-Kommission) neben ihren Professoren-Jobs bei der Versicherungswirtschaft in Lohn und Brot stehen. Dies ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie in den letzten Jahren durch gezielte Einflussnahmen von Lobbyisten aus der Großindustrie Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung und besonders zu Lasten der kleinen Leute gemacht wurde.

Einfach die MP3s auf der oben verlinkten Webseite runterladen und via Computerlautsprecher hören oder noch besser auf den MP3-Player kopieren und bei einem Frühlings-Spaziergang frische, politische Einsichten einatmen und sich seine eigene Meinung dazu beim Sonnetanken bilden.

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Donnerstag, 8. März 2007

Türkei sperrt Youtube.com: Tricks, wie man Sperre umgeht

Die Türkei sperrt ja momentan den Zugang zur Videoplattform Youtube.com für alle ihre Bürger. Warum, darüber berichtet zum Beispiel Heise.de: Türkisches Gericht verfügt YouTube-Sperre.

Da ich weiß, dass viele Türken auch in der Türkei eher Deutsch als Englisch verstehen, möchte ich hier mal gerade Teile des Artikels "HowTo Evade Turkey's YouTube Block" vom englischsprachigen Weblog 27B Stroke 6 sinngemäß übersetzen. Es geht darum, wie man die Sperre von Youtube.com in der Türkei mit einfachen Mitteln umgehen kann:

Momentan wird der Zugriff auf Youtube.com in der Türkei blockiert. Das funktioniert, weil alle Verbindungen aller türkischen Internetprovider raus aus der Türkei über die Turk Telekom laufen. Es reicht also für eine effektive Zensur in der Türkei, wenn alleine die Turk Telekom den Zugang zu ausländischen Websites blockiert.

Der Zugriff auf Youtube.com ist jedoch für Türken auch weiterhin möglich, wenn sie statt Youtube.com aufzurufen, eine der folgenden Webseiten aufrufen und dann auf diesen Webseiten sich die Webseite von Youtube.com anzeigen lassen. Die hier gelisteten Webseiten funktionieren also als Proxy:

Besonders empfohlen wird http://youtubeproxy.org/.

Weitere Proxy-Webseiten:

http://www.proxymy.com
http://www.proxysmurf.com/
http://www.worksurfing.com/
http://unblockfacebook.com/
http://www.bypassfilter.net/
http://www.ibypass.org/
http://www.ipzap.com/
https://proxify.com/ https://proxify.us/ https://proxify.biz/
http://kproxy.com/index.jsp
http://www.attackcensorship.com/attack-censorship.html
http://mrnewguy.com/
http://www.unblockwebsites.com/
http://spysurfing.com/
https://www.the-cloak.com/anonymous-surfing-home.html
http://www.stupidcensorship.com/
http://www.evilsprouts.co.uk/defilter/
http://www.bypassbrowser.com/
http://www.proxymouse.com/
http://www.fsurf.com/
http://www.browseatwork.com/
http://www.surfonym.com/
http://www.iamnewguy.com/
http://www.ninjaproxy.com/

Weitere aktuelle Proxy-Webseiten lassen sich auch über diese Webseite finden: http://myspaceblockedproxies.com/

Wenn die Türkei nur den DNS-Eintrag von Youtube.com gesperrt hat, dann könnte es schon helfen, wenn man statt den DNS-Service seines Internetproviders zu nutzen, in den Verbindungseinstellungen seines Internetzugangs für DNS nicht "automatisch" auswählt, sondern dort die IP-Adressen 208.67.222.222 und 208.67.220.220 manuell einträgt. Dies sind die IP-Adressen des kostenlosen DNS-Services von "OpenDNS". Bei jeder Abfrage einer Webseiten-Adresse fragt der eigene Computer dann nicht mehr beim eigenen Internet-Provider nach der zugehörigen IP-Adresse der angeforderten Webseite, sondern er fragt bei den Servern von OpenDNS an. Ich nutze übrigens schon lange nur noch OpenDNS statt des DNS-Servers meines Internet-Providers, weil es auch hier in Deutschland teilweise per DNS gesperrte Webseiten gibt. Funktioniert tadellos.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich die Verwendung der Software namens TOR. Damit lassen sich nicht nur gesperrte Webseiten aufrufen, sondern man kann auch anonym im Internet surfen. TOR ist ebenfalls kostenlos und funktioniert auch als eine Art Proxy-Server, der jedoch direkt auf dem eigenen Rechner installiert wird. Ruft man bei eingeschaltetem TOR eine Webseite auf, so wird die Anfrage erst ins TOR-Netzwerk geschickt, dort innerhalb des Netzwerkes an andere TOR-Rechner weitergeleitet und irgendein Rechner im TOR-Netzwerk (zum Beispiel ein TOR-Rechner in den USA) holt dann die angeforderte Webseite und leitet sie über das TOR-Netzwerk an einen selbst weiter. Selbst der eigene Internetprovider hat so keine Ahnung, welche Webseiten man im Internet abruft.

P.S.: Jeder, der mag, kann und darf diesen Text ungefragt kopieren und weiter veröffentlichen, auch für kommerielle Zwecke. Und als Erweiterung im Bezug auf die sonst für meine Texte geltende Creative-Commons-Lizenz (siehe rechts in der Navigationsleiste), darf dieser kleine Text auch verändert und angepasst werden und auch ein Hinweis auf mich als Autor ist nicht nötig.

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Sonntag, 26. November 2006

Blick aus hundert Fenstern, weltweit

The View from Your Window ist ein Weblog mit Fotos der Leser. Fotos des Blicks, den man hat, wenn man aus dem Fenster gucken würde, aus dem Leser des Weblogs täglich, manchmal, immer gucken, genauer gesagt.

Also gut, nochmal. Jeder hat irgendwo ein Fenster rumstehen. Da guckt man manchmal raus. Nun kann man genau das fotografieren. Also nicht, wie man da raus guckt, sondern wie das so aussieht da draußen vor dem Fenster. Und dieses Foto kann man dann an oben verlinktes Weblog schicken. Ich finde, das ist eine schöne Idee. Und funktioniert auch ganz ohne Mitteilung von irgendwelchen genauen Adressdaten.