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Mittwoch, 18. Juli 2007

Del.e.ted Del.icio.us

Screenshot von Lösch-BestätigungsmeldungWie angekündigt habe ich gerade nach einer längeren Wartezeit (damit mögliche Leser den Wechsel mitbekommen) meinen Del.icio.us-Account gelöscht.

Del.icio.us ist ein kostenloser Service der Firma Yahoo. Bei Del.icio.us kann man Webseiten als Bookmarks öffentlich speichern. Der Vorteil solcher so genannter "Social Bookmarks" ist, dass man selbst von überallher auf die eigenen Bookmarks online zugreifen kann. Außerdem bieten solche Social-Bookmarking-Dienste bessere Sortiermöglichkeiten an als die Bookmark-Funktionen im eigenen Web-Browser. Und schließlich entsteht durch das Teilen der eigenen Bookmarks ein interessantes Internet-Verzeichnis. Menschen kategorisieren hier das Internet und machen interessante Webseiten durch die Suchfunktion des Social-Bookmarking-Dienstes (theoretisch) zugänglicher als über Suchdienste wie Google und Co.

Neben meinem ehemaligen Flickr-Account habe ich nun also einen weiteren Service der Firma Yahoo endgültig aufgehört zu nutzen. Neue Social-Bookmarks habe ich bereits seit einem Monat nicht mehr bei Del.icio.us abgelegt. Meine Social-Bookmarks sind seitdem bei Simpy.com zu finden (siehe auch die Links zu meinem Simpy-Archiv und zu meinem Simpy-RSS-Feed rechts in der Navigationsleiste).

Simpy bietet gegenüber Del.icio.us sogar einen Vorteil: Man kann dort unter jedem gebookmarkten Link längere, eigene Anmerkungen hinterlassen als bei Del.icio.us. Ähnlich also wie bei Furl.net, einem weiteren Social-Bookmarking-Dienst, den ich auch einmal genutzt hatte (aber wegen seiner unzuverlässigen Suchfunktion verlassen hatte). Dank dieser längeren Anmerkungen kann man meine Bookmarks bei Simpy.com teilweise fast schon als eigenes, zweites Weblog ansehen. Simpy.com also quasi als eine Art "Link-Blog".

In letzter Zeit kam ich kaum dazu, meine gesammelten Links bei Simpy.com einzupflegen. Stattdessen schrieb ich hier im Weblog mehr Artikel. Wenn es bei Simpy.com ruhig ist, schreibe ich also vermutlich hier bei Schieflage häufiger Artikel. Wenn es hier etwas ruhiger ist, könnte es sein, dass ich wieder mehr am Sammeln von Links bei Simpy.com bin. Einen eigenen Weblog-Sklaven konnte ich wegen fehlendem Sklavenmarkt in der Stadt leider immer noch nicht anschaffen. Also wird es mal hier, mal bei Simpy.com auch in Zukunft Phasen nur sporadischer Aktivität geben. Außerdem steht Urlaub an. Die Sporadigkeit könnte also noch einmal ein Tick sporadischer werden in den nächsten Tagen. Wenn nicht bestimmte Politiker trotz (oder gerade wegen?) des Sommerwetters wieder Blödsinn ablassen, der mein Gemüt so sehr erhitzt, dass ich es mittels wütendem Weblog-Eintrag abkühlen muss. Bloggen als psychische Klimaanlage sozusagen.

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Sonntag, 17. Juni 2007

Wechsel von Del.icio.us zu Simpy.com

Ein Leben ohne Yahoo ist möglich. Auch wenn es zig Firmen gibt, die ähnlichen Mist bauen wie Yahoo und die Welt nicht wirklich besser wird, wenn man wegen des Yahoo-Mists auf die Dienstleistungen von Yahoo verzichtet und stattdessen andere Dienstleister nutzt, so kann es auch nicht schaden. Der Nutzen mag nicht groß sein, Yahoo den Rücken zuzukehren, die Kosten sind aber auch nicht groß.

Yahoo hat offenen Auges und ganz bewusst beispielsweise Nutzerdaten von chinesischen Dissidenten (Shi Tao, Wang Xiaoning) ohne Zwang an die chinesischen Behörden weitergegeben - mit dem Ergebnis, dass diese ehemaligen Yahoo-Kunden mit Hilfe der Daten von Yahoo anschließend in chinesischen Gefängnissen landeten, nur weil sie ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hatten.

Vor einigen Tagen bin ich bereits von Flickr.com (gehört zu Yahoo) zu 23hq.com gewechselt. Für das Hosten von Bildern oder die Suche nach interessanten Fotos oder Fotografen bietet 23hq.com einen ähnlichen Service an wie Flickr.com. Warum also nicht wechseln?

Heute bin ich von Del.icio.us (gehört zu Yahoo) zu Simpy.com gewechselt. Für das Speichern seiner Bookmarks (Social Bookmarking) eignet sich Simpy meiner Meinung nach sehr gut als Alternative zu Del.icio.us.

Häufig verlinke ich Artikel nun bei Simpy.com, wenn ich nicht dazu komme, die Artikel hier im Weblog zu erwähnen. Außerdem dienen mir meine Bookmarks bei Simpy.com als eine Art Archiv. Wer sich für meine Bookmarks interessiert, kann sie also bei Simpy.com direkt anschauen oder sie als RSS-Feed abonnieren.

Der Import der alten, bei Deli.icio.us gesammelten Links ist samt der Notizen und Tags ohne Probleme möglich bei Simpy.com. Alle meine bisher bei Del.icio.us archivierten Bookmarks finden sich also jetzt bei Simpy.com. Ich werde mein Del.icio.us-Archiv aber noch einige Tage online belassen, bevor ich meinen Account dort aufgebe und mein dortiges Link-Archiv komplett lösche.

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Donnerstag, 14. Juni 2007

Alternative zu Flickr: 23hq.com

Ja, es gibt viele Gründe, Flickr zu nutzen. Die Benutzerfreundlichkeit, die Anzahl an Funktionen und vor allem die große Community mit unzähligen hervorragenden Fotografen.

Aber es gibt auch zahlreiche Gründe, Flickr nicht zu nutzen. Zuvorderst, dass Flickrs Mutterfirma Yahoo mehrmals ohne wirklich dazu gezwungen gewesen zu sein, den chinesischen Strafverfolgungsbehörden persönliche Daten von chinesischen Dissidenten, die Dienste von Yahoo genutzt hatten, übermittelt hatte und Yahoo so geholfen hat, Menschen hinter Gitter zu bringen, die nur ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hatten. Anteilseigner von Yahoo hatten jüngst gefordert, dass Yahoo in Zukunft die Menschenrechte achten solle und schlugen dafür ein extra Komitee vor. Yahoo war dagegen. Wieder ein Grund mehr, einen Bogen um die Dienste von Yahoo zu machen.

Der letzte Ausschlag für viele - vor allem Deutsche - zumindest Flickr zu verlassen, dürften die neuen Filter von Flickr sein, die deutschen Besuchern von Flickr das volle Programm von Flickr verwehren. Ist man nicht als Nutzer angemeldet bei Flickr, bekommt man nur die nach extrem weichen Kriterien als "sicher" eingestuften Fotos der Flickr-Nutzer zu sehen. Wer also beispielsweise Akt-Fotos (künstlerischer Natur) bei Flickr gehostet hat, der muss auf deutsche Bewunderer seiner Fotos verzichten, sofern die Besucher nicht selbst einen Account bei Flickr/Yahoo haben - allerdings einen nicht-deutschen Flickr/Yahoo-Account.

Das Zensur-Vorgehen von Flickr bezüglich deutscher Flickr-Nutzer könnte mit der unklaren Rechtssituation in Deutschland in Bezug auf das Internet zusammenhängen. Internet-Forenbetreiber stehen in Deutschland zwangsläufig mit einem Bein im Kittchen. Deutsche Politiker halten den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet nicht für wichtig und belassen es somit bei zweideutigen Gesetzen, die je nach Gericht anders ausgelegt werden: Mal ist ein Forenbetreiber nur dann verantwortlich für Inhalte im Forum, wenn er ausdrücklich Kenntnis davon hat, mal nicht. Ich kann gut verstehen, dass Flickr bei der Lokalisierung seines Dienstes in Deutschland kalte Füße bekommen hat und nach einer für sie sicheren Lösung gesucht hat.

Dass die freie Meinungsäußerung im Internet in Deutschland nur unzureichend geschützt ist, zeigt beispielsweise auch die aktuelle Bedrohung des kritischen, privat betriebenen Verbraucherschutzforums Call-In-TV durch die Endemol-Tochter "Callactive". Call-In-TV sammelt kritische Meinungen zu den diversen Call-In-Sendungen im deutschen Fernsehen. Dass diese Kritik den Sendungsmachern nicht gefällt, ist klar. Und in Deutschland können Firmen ganz einfach und bei - nach Maßstäben der Firmen - geringem Risiko jede Kritik von Privatleuten an ihren Produkten mundtot machen. Einfach, indem man Abmahnungen verfasst und mit Prozessen droht. Wegen der unklaren Rechtslage in Deutschland können Privatpersonen sich das Risiko eines Prozesses meist nicht leisten. Also löscht man die Kritik an den Firmen und zahlt brav die Abmahngebühren.

Dieses Abwürgen der Meinungsfreiheit im Internet ist vermutlich politisch gewollt. Die Politiker von SPD und Union hätten bei der Verabschiedung des Telemediengesetzes ohne großen Aufwand eine klare Regelung der Forenhaftung festlegen können. Man hat bewusst darauf verzichtet. Übrigens: Sollte mir jemand offenbaren, dass er bei den nächsten Wahlen Union oder SPD wählt, der muss sich darauf einstellen, dass ich ihm unvermittelt auf die Füße kotze. Ist nicht persönlich gemeint. Nur ein schwer kontrollierbarer Reflex meinerseits.

Wie auch immer. Die erneute Weigerung von Yahoo, ernsthafter, transparenter, nachvollziehbarer und intensiver bei ihren Geschäften die Menschenrechte zu achten und auch die seltsame Zwangsfilterung für deutsche Flickr-Besucher und schlussendlich die Hoffnung, dass es nun endlich irgendwo im Netz eine gleichwertige Alternative zu Flickr geben könnte, hat mich veranlasst, mir die Zeit zu nehmen und nach einer Alternative zu Flickr zu suchen. Ich habe mir also zahlreiche Bilder-Hoster angeschaut. Aber nur ein einziger Dienst, von den von mir begutachteten, kommt meiner Meinung nach dem nahe, was Flickr anbietet.

Wer nur einen Hoster für seine Fotos sucht, um seine Fotos dann auf einer anderen Internetseite, beispielsweise seinem Weblog, einzubinden, für den gibt es natürlich unzählige Bilder-Hoster. Aber Flickr ist ja weit mehr.

Für mich muss eine Flickr-Alternative mindestens folgende Funktionen aufweisen:

  • Eine ausgereifte Suchfunktion, um beim Anbieter gehostete Bilder anderer Nutzer zu finden.
  • Eine Bedienerführung, die es auf leichte Art erlaubt, auf Entdeckungsreise zu gehen, also tolle Fotos und talentierte Fotografen zu finden.
  • Die Anzeige der Fotos in verschiedenen Größen.
  • Das Sammeln interessanter Fotos anderer Fotografen in einer eigenen Favoriten-Sammlung (eine Art "Bookmark-Funktion" also für tolle Fotos).
  • Die Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Fotos zu hinterlassen.
  • Die Einbindung von "Creative-Commons-Lizenzen", also die Möglichkeit, die Nutzungsrechte an eigenen Fotos in Stufen freizugeben oder einzubehalten.
All diese Dinge werden außer bei Flickr meines Wissens nach nur noch von 23hq realisiert. Wer einen anderen Anbieter kennt, der ebenfalls diese genannten Kriterien erfüllt, kann darauf gerne in den Kommentaren hinweisen.

Neben dem erwähnten 23hq habe ich außerdem angeschaut und für mich nicht als ausreichend befunden, weil bei ihnen mindestens eines der oben aufgelisteten Kriterien fehlte: Ich hätte gerne einen deutschen Anbieter als Flickr-Alternative empfohlen, aber leider bieten die deutschen Anbieter keine Möglichkeit, die Nutzungsrechte der Bilder variabel zu vergeben. Alle deutschen Anbieter - so verstehe ich zumindest die AGBs - verlangen zudem von den Nutzern die völlige Überlassung der Nutzungsrechte an ihren Bildern. Für mich eine nicht akzeptable Bedingung. Und ich vermute, dass diese unklare Regelung in Bezug auf das Copyright viele gute Fotografen davon abhält, deutsche Bilder-Hoster zu nutzen. Schaue ich mir die bei den deutschen Anbietern gehosteten Bilder an, fühle ich mich in dieser Annahme bestätigt.

Ich teste nun 23hq.com ausführlicher. Der erste Eindruck: Manche Dinge erscheinen mir sogar besser gelöst als bei Flickr. Nur die Community ist offensichtlich bei 23hq noch nicht so groß wie bei Flickr. Man kann 23hq auch kostenlos nutzen. Einzige Einschränkung dabei: Man kann nur maximal 20 MB pro Monat hochladen (ausgenommen die ersten zwei Wochen, in denen man mehr Fotos hochladen kann).

Ich werde eventuell später noch mehr zu 23hq.com schreiben und eventuelle Unterschiede zu Flickr detaillierter darstellen.

P.S.: Auch Del.icio.us gehört zu Yahoo. Demnächst werde ich mir auch noch einmal Alternativen zu Del.icio.us ansehen.

Nachtrag: Nach langer Wartezeit hat sich eine Mitarbeiterin von Flickr in den Foren von Flickr geäußert und erklärt, dass das seltsame Filtersystem von Flickr darin begründet sei, dass die ungeschützte Verbreitung von Pornographie in Deutschland strafbar ist. Das ist so. Auch die fahrlässige Verbreitung von Pornographie außerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe, die durch ein real funktionierendes Altersverifikationssystem geschützt ist, ist in Deutschland strafbar. Anwendbar ist diese Vorschrift auf das Internet jedoch kaum. Aber das kümmert den deutschen Gesetzgeber natürlich nicht. Die Realität hat sich nach den Gesetzen zu richten und nicht umgekehrt. Ich habe keine Ahnung, ob Flickr eine Möglichkeit hat, einen Bilder-Hosting-Dienst auch von Deutschland aus anzubieten, ohne nicht ein juristisches Risiko einzugehen. Auch das jetzt bei Flickr implementierte Filtersystem würde vor einem deutschen Gericht - vermute ich - nicht als adäquate Zugangsbeschränkung angesehen werden. Beim jetzigen System müssen die einzelnen Flickr-Nutzer ja ihre Fotos selbst in eine von drei Kategorien einordnen (sicher, moderat, unsicher). So kommt es, dass eher prüde US-Nutzer viele ihrer Fotos als "unsicher" einstufen, obwohl sie nach deutschen Gesichtspunkten niemals als pornographisch eingestuft würden. So kommt es, dass Deutsche bei Flickr trotz eigentlich eines meist liberaleren Umgangs mit Sexualität innerhalb der Gesellschaft bei Flickr einer strikteren Regulierung unterliegen als andere Nutzer. Wer es als deutscher Teenie aber drauf anlegt, braucht sich nur einen neuen Yahoo-Account zuzulegen, als Wohnort USA oder Kanada angeben und kommt so ohne Aufwand dennoch in den "Genuss" aller Flickr-Fotos. Fazit: Das deutsche Gesetz - vor allem im Bereich des Jungendschutzes - führt auch hier wieder zu verrückten Verrenkungen, die Leuten, die sich mit dem Technik-Krams nicht auskennen, suggerieren, es gäbe einen Schutz. Die gleiche Schose also wie bei der Diskussion rund um ein Verbot von Killerspielen.

Es wird Zeit, dass diese mental vergreiste Politiker-Kaste, die derzeit in Deutschland das Sagen hat, abtritt. Da aber die deutsche Gesellschaft insgesamt mental immer mehr vergreist (vor allem, was ihr Spiegelbild in den Medien betrifft - Wo ist die junge, aufregende Kunst in den Medien? Wo spiegelt sich die gewachsene Internationalität und Vielschichtigkeit der deutschen Gesellschaft in den Medien wieder? Was für ein Publikum sitzt stattdessen in den TV-Shows von ARD und ZDF? Wieviele Falten finden sich in den Gesichtern der Chefredakteure? Na?...), wird das nicht passieren.

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Freitag, 18. Mai 2007

Internet heißt: Überall wird protokolliert, was man liest

Lieber Weblog-Besucher,

wenn Sie dieses Weblog mit ihrem normalen Webbrowser aufrufen und die Standardeinstellungen im Browser nicht verändert haben und auch keine zusätzliche Schutzsoftware benutzen, dann wurde soeben ihre IP-Adresse an mindestens fünf Stellen gespeichert: Bei Google, Yahoo, Statcounter, Amnesty International und Uberwach.de.

Mein Weblog wird bei Google gehostet (Blogspot.com gehört zu Google). Außerdem binde ich rechts in der Navigationsseite Elemente von Yahoo ein (Del.icio.us). Um zu sehen, von wo aus man auf Artikel dieses Weblogs kommt und um eine ungefähre Ahnung zu haben, ob bestimmte Artikel größeres Interesse erregen, nutze ich außerdem einen Counter von Statcounter. Des weiteren findet man in der Navigationsleiste rechts ein Banner einer Aktion von Amnesty International. Und schließlich einen Button einer Aktion von "Uberwach.de".

Bei jedem Aufruf meines Weblogs fordert ihr Browser von den oben genannten Diensten Internetinhalte an. Dabei fallen Daten an. Beispielsweise wird ihre IP-Adresse an diese Dienste weitergeleitet - denn ansonsten kämen bei ihnen keine Daten an, weil die Dienste nicht wüssten, wohin sie ihre Daten schicken sollen.

Alles kein Problem also? Nicht ganz. Das Problem entsteht dadurch, dass viele Weblogs diese Dienste in ihr Weblog einbinden. Wenn sie also von meinem Weblog zu einem anderen Weblog wechseln, wo mindestens auch wieder einer dieser gleichen Dienste eingebunden und im Weblog genutzt wird, dann kann der Dienst, so er das will, protokollieren, dass sie von meinem Weblog zu dem anderen Weblog wechselten.

Millionen Internetseiten binden Dienste von Google und Yahoo in ihre Internetangebote ein. Zu diesen Diensten gehören zum Beispiel auch Werbebanner. Es gibt kaum noch eine kommerzielle Internetseite, die nicht Werbebanner zeigt, die von Servern von Google in die Internetseite eingebunden werden. Wenn sie, lieber Weblog-Besucher, also munter durchs Internet surfen, können diese Dienste-Anbieter ohne Probleme verfolgen, was ihre IP-Adresse sich alles im Internet anschaut. So lange sie nicht auf irgendeiner Webseite ihren Namen oder ihre E-mail verraten und diese gleichzeitig in die Hände von beispielsweise Google gerät, wissen diese Diensteanbieter natürlich nicht, wer sich hinter einer IP-Adresse verbirgt. Aber es reicht ja auch schon, dass sie Internetangebote aufrufen, die in Verbindung mit ihnen stehen - beispielsweise ihr eigenes Weblog oder die Internetseiten ihres Arbeitgebers. Auf lange Sicht kann auf diese Art und Weise herausbekommen werden, wer sie sind. Diesen Pfad, den sie im Internet zurücklegen, nennt man auch "Clickstream". Es ist durchaus möglich, dass Google, Yahoo und andere (vielleicht sogar ihr Internetserviceprovider, mit dessen Hilfe sie überhaupt ins Internet kommen) Clickstreams von Nutzern weiter verkaufen an Datenhändler oder Werbeanalysten.

Gegen die allgegenwärtige Datensammlung im Internet kann man sich auf drei Arten wehren:

  • Erstens: Man nutzt kein Internet.
  • Zweitens: Man surft nur Seiten an, die keine Dienste anbieten, die auch woanders in anderen Internetseiten eingebunden sind. Dann muss man jedoch darauf hoffen, dass der Betreiber solch einer Webseite nicht doch ihre IP-Daten irgendwem weitergibt, denn zumindest der Provider, der hinter einer Webseite steht, kennt die IP-Adressen derjenigen, die die Webseite aufrufen. Keine sichere Lösung also.
  • Drittens: Man setzt zusätzliche Mittel ein, um es Diensten wie Google und Yahoo und so weiter zu erschweren, ein Surfprofil über sie einzurichten. Zu diesen Mitteln gehört, regelmäßig die Cookies im eigenen Browser zu löschen und JavaScript standardmäßig abzuschalten (oder beispielsweise mit Hilfe der kostenlosen Firefox-Erweiterung "Noscript" zu beschränken). Das verhindert jedoch nicht, dass beispielsweise Google sie nicht mittels Werbebannern auf diversen Seiten im Netz verfolgen kann. Also kann man noch einen Werbebanner-Blockierer verwenden. Der verhindert jedoch unter Umständen nicht, dass doch Banner erscheinen oder beispielsweise zentral gehostete "Zählpixel" erfassen, welche Internetseiten sie alles besuchen. Das Abschalten der Anzeige von Bildern im Browser könnte natürlich helfen. Aber irgendwann kommt man zu einem Punkt, wo man sich fragt, ob man nicht doch lieber die erste hier genannte Lösung wählen sollte, nämlich das Internet nicht zu nutzen.
Fazit: Setzt man keine vollständigen und teilweise etwas umständlichen oder verlangsamenden Anonymisierungs-Dienste ein wie beispielsweise Tor, hat man bei der Nutzung des Internets keinen vollständigen Datenschutz. Leider. Egal ob man nun Tor nutzt oder nicht, muss man zudem noch einiges beachten. Dazu gehört auch, dass man beispielsweise bei der Nutzung von solchen Diensten wie Google (seien es die personalisierte Google-Suche, der Google-Reader oder eben Blogger/Blogspot.com als Weblog-Lösung) oder bei den Angeboten von Yahoo (Flickr, Del.icio.us und so weiter) möglichst nirgends seinen realen Namen angibt oder Daten, die ohne große Hindernisse auf die eigene, reale Person verweisen.

Befolgt man also einige Tricks, dann konnte man bislang relativ sicher sein, dass nicht offen zu Tage tritt, was für Internetseiten man sich alles im Internet anschaut und dass niemand über diese Daten in vollem Umfang verfügt.

Nun aber kommt die Vorratsdatenspeicherung. Damit werden Provider verpflichtet für eine längere Zeit zu protokollieren, mit wem man kommuniziert und zu welcher Zeit man mit welcher IP-Adresse im Internet unterwegs war. Auch Tor-Server-Betreiber werden wohl verpflichtet sein, zu protokollieren, wer über sie surft. Außerdem gibt es seit neuestem eine erleichterte Möglichkeit für Behörden, Auskunft zu verlangen von Internetprovidern und zu fragen, zu wem eine im Internet protokollierte IP-Adresse gehört. Mit der Vorratsdatenspeicherung steigt dann zudem die Möglichkeit für die Behörden, im Nachhinein genau zu verfolgen, was sie im Internet treiben. Dazu bräuchten die Behörden beispielsweise nur an die von Google per Werbebanner erfassten IP-Adressen gelangen und diese dann abgleichen mit den Daten ihres Internetproviders und schon lägen vermutlich große Teile ihres Surfverhaltens den Behörden offen. Dass auch diskutiert wird, eventuell die private Wirtschaft (Musikindustrie) an Daten aus der Vorratsdatenspeicherung herankommen zu lassen, macht die ganze Sache noch brisanter.

Kurz: Mit der Vorratsdatenspeicherung droht - obwohl offiziell "nur" Verbindungsdaten gespeichert werden sollen - die Offenlegung ihres gesamten Surfverhaltens und damit auch von den Inhalten, die sie über das Internet kommunizieren.

Wenn also jetzt beispielsweise die Aktion von UBERWACH.de (siehe Button in der rechten Navigationsleiste) auf die allgegenwärtige Speicherung von Daten im Internet aufmerksam macht, indem sie das Datenspeichern öffentlichkeitswirksam vorführt, dann kann man zwar einerseits die Nase rümpfen und sagen: "Uh! Böse Datenspeicherer von UBERWACH.de!" Ich jedoch bin froh darüber, wenn jemandem das allgegenwärtige Datenspeichern im Internet durch die Aktion von UBERWACH.de klarer wird und er sieht, dass da tatsächlich nachverfolgt werden kann, welche IP-Adresse welche Internetangebote nutzt. Vielleicht fängt derjenige ja dann endlich an, eine der oben skizzierten Lösungen zu verwenden und die Brisanz der Vorratsdatenspeicherung zu verstehen.

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Dienstag, 5. Dezember 2006

Beileid für chinesische Studenten: Yahoo könnte Facebook kaufen

Süddeutsche.de berichtet in einem Artikel mit der vielsagenden Überschrift Das Grauen vor der Bloßstellung, dass Yahoo anscheinend plant Facebook zu kaufen.

Facebook ist die internationale Variante, das Original, der Vorgänger also vom zur Zeit vieldiskutierten, umstrittenen, deutschen Studentenportal StudiVZ. Bei beiden Plattformen können Studenten Profile anlegen mit umfangreichen Informationen über sich und gegenseitig Kontakt aufnehmen.

Mein Mitleid schon einmal mit den chinesischen Studenten, die vielleicht in letzter Zeit Nutzer bei Facebook geworden sind. Yahoo ist bekanntlich ein besonderer Freund der chinesischen Regierung. Yahoo rückt bekanntlich auch schon einmal freiwillig ohne Zwang Nutzerdaten an die chinesischen Behörden raus, damit Dissidenten anschließend für viele Jahre in chinesischen Gefängnissen verschwinden (Heise.de: Reporter ohne Grenzen: Yahoo beugt sich in China kompromisslos).

Vermutlicher Preis für Facebook: Eine Milliarde Dollar.

Soviel sind also die Daten wert, die die Nutzer frei zugänglich bei Facebook über sich hinterlegen. Der Wert der Daten, die deutsche Studenten über sich bei StudiVZ hinterlegen, dürfte in ähnlicher Größenordnung liegen. Aber viele Nutzer von StudiVZ scheinen zu glauben, StudiVZ würde selbstlos von Studenten in ihrer Freizeit betrieben werden. Aber es soll ja auch heute noch Menschen geben, die behaupten, die Welt sei eine Scheibe. Insofern wundert einen gar nichts.

Im Zusammenspiel mit Yahoos weiteren Service-Angeboten (Flickr, Del.icio.us, Yahoo-Suchdienste und so weiter) könnte Yahoo damit Google als Datenkrakengigant überholen.

Der oben verlinkte Artikel bei Süddeutsche.de schildert außerdem, dass unter anderem auch Personalchefs die Daten aus diesen Online-Kontaktbörsen nutzen. Weniger, um die positiven Seiten von Bewerbern herauszufinden, sondern wohl eher, um dem geschönten Lebenslauf reale Daten aus dem Lebensumfeld der Bewerber entgegenzustellen. Denn wer solche Plattformen wie Facebook und StudiVZ intensiv nutzt, verrät dort viel über seine reale Person. Dass das meist im Vergleich zu den Bewerbungsunterlagen ein weniger gutes Bild vom Bewerber zeichnet, stellt Don Alphonso in einem hervorragenden Weblog-Eintrag bei Blogbar.de klar: Deine absolut vollkommen harmlosen Daten bei StudiVZ.

Man muss aber gar nicht Nutzer von Facebook oder StudiVZ sein (obwohl das die Sache für interessierte Personalchefs erheblich erleichtert), um für Datensammler ein umfangreiches Online-Profil ungewollt zur Verfügung zu stellen. Oft reicht Google schon aus, um so einiges über eine Person in Erfahrung zu bringen. Ganz zu schweigen von weiteren Datenbanken von Behörden, auf die zumindest in den USA bereits heute gerne und oft via Einkauf bei sogenannten Data Brokern zugegriffen wird. Mehr dazu zum Beispiel in meinem älteren Weblog-Eintrag Gefangen im Netz: Keine Karriere bei schiefer Googlability.

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