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Freitag, 6. Juli 2007

Spritzentour de France

Bei der Tour gewinnt allem Anschein nach derjenige, der am meisten dopt.

Lasst uns die überflüssige Veranstaltung abkürzen: Alle Fahrer stellen sich nebeneinander auf und dopen drauflos. Derjenige, der als erster tot umfällt, hat die Tour gewonnen. So erspart man den anderen Teilnehmern, sich mehr als nötig zu dopen und es stirbt jedes Jahr nur ein Fahrer. Es gibt dann zwar keinen zweiten oder dritten Platz, aber die zählten ja auch bislang nicht.

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Samstag, 26. Mai 2007

Für Chancengleichheit im Radsport! Doping für alle!

Es dopen doch eh schon alle? Nein! Eine Gruppe hat man bisher sträflich vernachlässigt und ihnen den Segen von EPO und Co. vorenthalten.

EPO macht leidensfähig, erhöht die Motivation und die Durchhaltekraft. Warum sollen davon nur die Sportler profitieren und diejenigen, die die Sportler indirekt bezahlen, müssen weiter leiden, sich abmühen, sich quälen und die Zähne zusammenbeißen? Ich fordere EPO jetzt auch für alle Zuschauer! Denn wie sollen die Zuschauer dieses Jahr ohne EPO auskommen? Solche Herkules-Kräfte besitzt kein Zuschauer. Nein, das geht nicht. Ohne EPO wird es vermutlich kein Zuschauer schaffen, die Schummel- und Drogenparty "Tour de France" bei den öffentlich-rechtlichen Dealern anzuschauen, ohne nicht nach fünf Minuten angeödet und angeekelt wegzuzappen.

Deswegen: EPO für alle! Alles andere wäre unfair. Und geschäftsschädigend. Also kriminell.

Dass auch die medialen Anpreiser dieses Sports anscheinend nicht ohne Drogeneinnahme Medikamentenunterstützung auskommen und dass es eine mögliche negative Nebenwirkung gibt in Form gesteigerten Für-dumm-Verkaufens anderer, zeigt übrigens dieses Zitat aus oben verlinktem Artikel bei Süddeutsche.de:

Wann der Punkt erreicht sei für das ZDF, aus der Übertragung des Radsports auszusteigen? „Wenn die nächsten Fälle uns auf den Tisch kommen, und zwar nicht nur Einzelfälle, sondern als System.“ Es reicht also immer noch nicht. Dopingexperten wie der Heidelberger Werner Franke warnen da bereits vor neuen Stoffen, die derzeit nicht nachgewiesen werden können. (Quelle)


Aber wie sagt der erwähnte Professor Werner Franke so gerne: Dreck zu Dreck. Insofern passt das schon mit der weiteren Übertragung der Drogenparty durch unsere ach so edlen, öffentlich-rechtlichen Sender.

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Donnerstag, 24. Mai 2007

Erik Zabel warnt vor heutigem Profi-Radsport

Warum gestehen (Ex-)Radprofis ihr Doping? Welche Motivation steckt dahinter? Sicherlich bringt es den Rest in Zugzwang, wenn einer anfängt und auspackt. Denn man kann sich ausmalen, dass dann alle diejenigen, die nicht auspacken, bei jeder Gelegenheit gefragt werden danach, ob sie nicht doch auch gedopt haben. Die Hoffnung ist wohl: Einmal alles auspacken, um danach Ruhe zu haben.

Zumindest aber beim heutigen Geständnis von Erik Zabel wird auch noch ein weiterer möglicher Grund offenbar. Erik Zabel ist weiterhin aktiver Radsportler. Er hat also auch tatsächliche Konsequenzen durch sein Geständnis zu befürchten. Bei ihm wäre ein Schweigen wohl noch am ehesten nachvollziehbar gewesen. Zabel weist jedoch während seines Geständnisses auf seinen Sohn hin, der auch begeisterter Radfahrer ist. Seine Sorge ist wohl, dass sein Sohn auch in dieses ausbeuterische, menschenverachtende Radsport-System hineingeraten könnte. Und Erik Zabel spricht es dann auch in aller Klarheit aus, dass nämlich im heutigen Radsport die Doping-Kontrollen noch genauso lückenhaft seien wie in den 90iger Jahren:

"Ich habe gedopt, weil es ging", sagt Zabel unter Tränen. Im Grunde sei das Kontrollsystem "heute ähnlich lückenhaft". Sein Sohn fahre auch Rad, "und wenn ich ihn sehe, will ich nicht, dass er eine ähnliche Situation vorfindet wie wir." (Quelle)


Gerade diese Lücken jedoch und (was er nicht sagt) die fehlende Aufsicht in den Radsport-Teams (oder die schweigsame Duldung, ja sogar die bewusste Förderung durch den gesetzten Leistungsdruck innerhalb des Teams?) führen zum breiten Doping im Radsport.

Erik Zabels Geständnis ist also gleichzeitig eine Warnung vor dem Radsport, vor dem heutigen Profi-Radsport. Denn dieser habe sich immer noch nicht so verändert und verbessert, dass Doping nicht mehr möglich sei.

Wenn Zabels Einschätzung stimmt - und gerade die Verquickung mit seiner Selbstbezichtigung macht diese Einschätzung meiner Meinung nach glaubhaft - dann sollte die Folgerung daraus klar sein: Jeder, der heute diesen Profi-Radsport in seiner jetzigen Ausprägung und Gestaltung unterstützt, jeder der den heutigen Profi-Radsport hinnimmt und akzeptiert, der macht sich mitschuldig am Doping und somit am Gefährden von Menschenleben.

Wenn ARD und/oder ZDF große Radsportrennen übertragen, dann fließen Gelder aus den Rundfunkgebühren in diesen Sport, dann werden Sponsoren dieses Sportes durch Werbung unterstützt und dann akzeptiert man diesen Sport als etwas Berichtenswertes. Gleichzeitig verdienen natürlich die Sender selbst an diesem Sport. Die ARD sagt jedoch scheinheilig, dass sie leider keinen Einfluss auf den Umgang mit Doping im Radsport habe. Aber sie hat jedoch die Freiheit, schlicht "Nein" zu dieser Art des Radsportes zu sagen, also nicht zu berichten und so diesem gefährlichen Zirkus Geld und Aufmerksamkeit zu entziehen. Das sollte dann langfristig nicht ohne Folgen bleiben für den Radsport. Und sei es nur, dass weniger junge Leute verführt werden, Profi-Radsportler zu werden.

Mal sehen, wieviel unseren TV-Sendern es wert ist, Menschenleben zu schützen, oder ob man ARD und ZDF demnächst schlicht nur noch als die "Drogen-Sender" bezeichnen muss, die von anscheinend total zugedröhnten Vorsitzenden geleitet werden.

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Mittwoch, 23. Mai 2007

Wie abhängig ist die ARD von Beckmann?

(Via Medienrauschen) Etwas Seltsames geht vor. Allesaussersport.de berichtet:

  • In einem Interview in der ARD-Talkshow von Reinhold Beckmann überblendet eine angebliche Tonstörung Sätze des als Interviewgast eingeladenen Ex-Profiradsportlers Bert Dietz.
  • Online ist die Folge dieser Ausgabe der Talk-Show dann auch nicht zu sehen. Angeblich, weil die ARD keine Online-Rechte hätte an der Show. Was seltsam ist, da es für andere Ausgaben der Beckmann-Show ansonsten schon Online-Rechte für die ARD gibt, wie Allesaussersport.de belegt.
  • Wiederholungen der Sendung (beispielsweise auf 3Sat) werden gestrichen.
Ein Leser von Allesaussersport.de hat nun die Tonstörung analysiert und konnte den Störton, der dummerweise nur auf einer einzigen Frequenz rumstörte, herausfiltern. Heraus kam eine gewichtige Anschuldigung des Radsportlers Dietz gegenüber seinem früheren Team-Leiter Godefroot in Bezug aufs Doping. Das Doping interessiert mich hierbei jedoch wenig. Ich persönlich gehe davon aus, dass jede professionelle Sportart durchsetzt ist von Doping. Beim professionellen Sport zählt meiner Meinung nach nur eines: Geld. Die einzigen Werte, die in diesem Wirtschaftszweig zählen, sind die, die auch in jedem anderen Wirtschaftszweig zählen: Nämlich die Werte auf den Banknoten. Olympische Spiele und so weiter? Alles ein einziges Wirtschaftsunternehmen. Mehr nicht. Meine Meinung.

Mich interessiert vielmehr das seltsame Verhalten der ARD in dieser Geschichte. Welche Interessenverflechtungen gibt es zwischen der ARD und dem Wirtschaftszweig "Sport"? Warum lässt man sich solch seltsames Verhalten von Beckmann gefallen? Wie abhängig ist die ARD von den Bedingungen, die ihnen ihre Zulieferer wie Beckmann aufdrücken? Gibt es da etwa die Freiheit für Beckmann und Co., dass sie, statt die ARD, individuell über Wiederholungen jeder einzelnen Sendung entscheiden können? Werden Online-Lizenzen für jede einzelne Sendung auch individuell ausgehandelt? Oder schiebt die ARD dies nur als Grund vor, um das Sendematerial, das Godefroot und die Deutsche Telekom belastet, nicht noch einmal zeigen zu müssen? Warum jedoch sollten sie es nicht noch einmal zeigen wollen? Wie steht es also mit der journalistischen Unabhängigkeit der ARD? Werden so die Rundfunkgebühren gut eingesetzt von der ARD? Anders ausgedrückt: Was heißt es noch, wenn auf einer Sendung "ARD" draufsteht? Wieviel "ARD" ist dann da drin? Hat es überhaupt noch einen Zweck, einen eigenen Sender wie die ARD zu haben, wenn ihr Material alles zu restriktiven Verwertungsbedingungen von Zweit- und Drittproduzenten eingekauft ist? Welche Macht besitzt die ARD über ihr Sendematerial? Wozu braucht es überhaupt noch eine ARD? Warum sollten die Zuschauer ihre Rundfunkgebühren dann nicht direkt an die Shows geben, die sie sehen wollen statt an einen Apparat wie die ARD? Diese Fragen sind meiner Meinung nach wesentlich wichtiger als die - zugegeben tragische - Ausbeutung einzelner Sportler, die dumm genug sind, ihre Gesundheit kaputtmachen zu lassen und sich zu Hampelmännern dieses ausbeuterischen Wirtschaftszweiges namens "Sport" machen zu lassen.

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